Altes Schulhaus und Ortskern in Großhartepenning.
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Der Ortskern von Großhartpenning rund um das alte Schulhaus soll nach Ansicht der CSU auch schöner werden.

Ortsentwicklungskonzept

Antrag CSU-Fraktion: Auch die Dörfer sollen schöner werden

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Nicht nur Holzkirchen selbst, sondern auch die kleineren Ortsteile Hartpenning, Föching und Marschall sollen attraktiver werden. Das fordert die CSU-Fraktion.

Holzkirchen – Holzkirchen soll schöner werden. So will die Gemeinde zum Beispiel den Marktplatz aufhübschen (wir berichteten). Für den CSU-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Franz reicht das längst nicht aus: „In den vergangenen Jahren haben wir uns immer nur auf den Hauptort Holzkirchen fixiert.“ Daher zeige das Ortsentwicklungskonzept viele Ideen für das große Zentrum auf. In dem Papier fänden sich aber auch Grundlagen, auf denen Dorfentwicklungskonzepte für kleinere Ortsteile aufgebaut werden können. Genau hier will die CSU nun nachbohren.

Unter dem Motto „Dorfentwicklung starten – Hartpenning, Föching und Marschall gestalten“ hat die CSU-Fraktion einen Antrag im Rathaus eingereicht. Diesen Vorstoß seiner Fraktion hat Michael Wohlschläger (CSU) jetzt im Gemeinderat angesprochen. Die CSU fordere, dass hier bald was passiert. „Trotz Corona schon 2021“, betonte Wohlschläger, denn: „Die Lebensqualität kann gesteigert werden.“ Weil der Antrag relativ kurzfristig einging, hat der Gemeinderat ihn noch nicht behandelt. Antragsteller sind die Ortsteilvertreter Wohlschläger, der in Fellach wohnt, sowie Sebastian Beil und Josef Sappl aus Großhartpenning.

Konkret beantragt die CSU-Fraktion folgende Beschlüsse: Der Gemeinderat möge beschließen, dass jeweils ein Dorfentwicklungskonzept für Großhartpenning, Föching, Kleinhartpenning und Marschall gestartet wird. Als Grundlage dafür soll in den Orten jeweils eine Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung stattfinden. Außerdem soll beschlossen werden, dass der Rathauschef regelmäßig Bürgerversammlungen in den größeren Ortsteilen durchführt. Das Ziel: die Bürger auf diesem Weg „direkter und enger in die politischen Entscheidungsprozesse vor Ort“ mit einzubinden.

Die Rahmenplanung für Roggersdorf (wir berichteten) habe gezeigt, wie nah an den Bürgern Ortsteilentwicklung stattfinden kann, begründet die CSU ihren Vorstoß. Aufbauend auf diesen Erfahrungen soll nun Ähnliches für die genannten Ortsteile geschehen.

Was konkret sich die CSU vorstellt, darüber schweigt Franz. „Ich möchte da der Bürgerbeteiligung nicht vorgreifen.“ Im Prinzip soll es aber darum gehen, die Aufenthaltsqualität in den Dorfzentren zu verbessern und das gesellschaftliche Leben dort aktiv zu gestalten.

Gerade in Hartpennig gäbe es laut Franz gute Handlungsmöglichkeiten, weil der Gemeinde dort zentraler Grund gehört. In Großhartpenning das alte Schulgelände und in Kleinhartpenning der Parkplatz am Dorfplatz. Ähnliches gelte für Föching, wo die Kommune das Gebäude des ehemaligen Föchinger Hofs – wo aktuell das Lokal Tasty Gorilla untergebracht ist – sowie den dortigen Parkplatz besitzt. Auch die marode Turnhalle liegt in gemeindlicher Hand. „Die muss eines Tages vielleicht sowieso neu gebaut werden“, meint Franz. In Marschall seien die Bewohner mit allerlei Veränderungen konfrontiert. Etwa mit der Aussiedlung des Bauhofs vor ihre Haustür (wir berichteten) oder den weiteren und möglichen Ausbau der B 318. „Hier gilt es, den Ort als Ganzes zu betrachten.“

Die Finanzierung ihrer Vorhaben stellt sich die CSU so vor: In den kommenden Haushaltsverhandlungen sollen Budgets für die Dorfentwicklungskonzepte für die drei Ortsteile eingeplant werden. Zudem soll ein fester Ansprechpartner für Bürger und Projektkoordinatoren im Rathaus zu den Dorfentwicklungskonzepten benannt werden.

Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) hatte sich das Thema im zurückliegenden Kommunalwahlkampf auf die Fahnen geschrieben. Auch er sagt: „Wir müssen uns Gedanken machen über die Zentren in den Ortsteilen.“ Einen konkreten Zeitplan gebe es zwar nicht. Trotzdem möchte er das Thema nicht als leeres Wahlkampfversprechen stehen lassen. Der Bürgermeister: „Wir wollen nicht nur Phrasen dreschen, sondern auch messbar sein.“

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