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„Da bekomme ich Schädelweh“: Quirin Huber klagt über den Lärm, der in die Brunauerstraße dringt. Der Ausbau der Lkw-Parkplätze an der Rastanlage gegenüber erhöht die Chancen auf einen besseren Lärmschutz.

Autobahn-Lärmschutz

Anwohner hoffen auf besseres Bollwerk

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Föching - Anwohner wie Quirin Huber (80) leiden unter dem Verkehr auf der A 8 und fordern für den Weiler Aberg einen verbesserten Lärmschutz. Im Zuge des Ausbaus der Rastanlage Holzkirchen-Süd keimte nun Hoffnung auf. Die Autobahndirektion zeigt sich willig, braucht aber Grund.

Wenn der Westwind pfeift, ist es besonders schlimm. Der Krach, der Gestank. „Da bekomme ich Schädelweh“, klagt Quirin Huber. Nur 50 Meter liegt sein Haus von der A 8 entfernt. „Man hört die Autos laufend.“ Auf der Terrasse brauche man sich gar nicht aufhalten. „Wenn mein Sohn zu Besuch kommt, schaltet er sofort sein Hörgerät ab“, erzählt der 80-Jährige. 

Seit Jahren kämpfen Huber und seine Nachbarn für einen verbesserten Lärmschutz. Die Brunauerstraße zwischen Föching und Aberg, in der ihre Häuser stehen, verläuft parallel zur Autobahn. „Wir hängen direkt an der Fahrbahn.“ Zwar gibt es in dem Bereich einen Lärmschutz, doch dieser sei längst nicht mehr an die jetzigen Verkehrsverhältnisse angepasst, zumal auch die Tank- und Rastanlage Holzkirchen-Süd, die gegenüber auf der anderen Seite der A 8 liegt, erweitert wurde und wird. Zusehends trete sogar ein Gegeneffekt auf: „Wie in einem Kamin wird der Lärm zurückgeworfen.“ Laut Huber sind vier Anwesen mit 21 Bewohnern betroffen. 

Huber hatte schon öfters Kontakt zur Autobahndirektion Südbayern. Vergeblich. „Die haben 100 000 Ausreden.“ Jetzt keimt Hoffnung auf. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen baut er auf den Personalwechsel in der Autobahndirektion. Im Herbst 2015 wurde Präsident Paul Lichtenwald in den Ruhestand verabschiedet, seine Nachfolge trat Wolfgang Wüst an. „Vielleicht tut sich da ja was“, spekuliert Huber. Außerdem setzt er auf den Ausbau der Lkw-Parkplätze an der Rastanlage, die 38 vorhandenen werden auf insgesamt 61 aufgestockt. 

Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion, bestätigt, dass es zum Lärmschutz im Umgriff der Rastanlage zahlreiche Besprechungen gab. Aufgrund des sechsstreifigen Ausbaus der A 8 in den 1970ern wurde zum Schutz der vier Anwesen in Aberg ein Lärmschutzwall mit einer Höhe von rund zwei Metern auf einer Länge von 200 Metern errichtet. Darüber hinaus habe man die Ansprüche bei späteren baulichen Maßnahmen – zum Beispiel bei der ersten Erweiterung der Rastanlage in den 1990ern – durch passive Maßnahmen wie Schallschutzfenster und finanzielle Entschädigung die Außenwohnbereiche abgegolten. 

Bei der zweiten und jetzigen Erweiterung der Rastanlage kam tatsächlich neuer Schwung in die Sache. Die Tankstelle und das Raststättengebäude wurden 2015 erneuert. 2016 beginnt der Ausbau der Lkw-Parkplätze. „Für das Planfeststellungsverfahren zur Erweiterung wurde für alle Anwesen im Ortsteil Aberg eine Lärmberechnung durchgeführt“, sagt Seebacher. Durch die Erweiterung erhöhe sich nur an einem Anwesen der Tagwert um 0,1 dB(A). „Aufgrund fehlender Verhältnismäßigkeit können hierfür jedoch keine aktiven Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen werden.“ Denn eine Lärmschutzwand würde rund eine Million Euro verschlingen. Zu teuer. Im Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern vom 25. Juni 2014 würden daher für Aberg lediglich passive Lärmschutzmaßnahmen festgesetzt. 

Die geforderte Verlängerung des Walls könne seine Behörde nur realisieren, „sofern uns von Grundstückseigentümern die dafür erforderlichen Flächen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden“. Dann könnte man mit den Überschussmassen aus den Bauarbeiten einen Erdwall errichten. Hier hakt es: „Die Eigentümer wurden von uns angeschrieben“, erklärt Seebacher. Die beiden teilten mit, „dass sie ihren Grund nicht für einen Lärmschutzwall zur Verfügung stellen werden.“ 

Laut Huber sind die Eigentümer eben nicht direkt vom Lärm betroffen. „Warum also sollte man dann den Grund umsonst hergeben?“ 

Aufgeben kommt für Anwohner Huber trotzdem nicht in Frage. Als Kind konnte er noch auf der Autobahn spazieren gehen. „Aber heute explodiert der Verkehr.“ Er hat mächtig die Werbetrommel für sein Vorhaben gerührt. Er habe Rückendeckung von Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis, Landrat Wolfgang Rzehak, Bundestagsabgeordnetem Alexander Radwan und Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner. Löwis bestätigt, dass die Politiker eingeschaltet sind. „Ich stelle mich hinter die Bewohner“, betont er. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Von Marlene Kadach

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