Aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt der Region

Arbeitslosigkeit im Landkreis Miesbach leicht gestiegen auf 2,7 Prozent

Landkreis - Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist weitgehend konstant. Für Asylbewerber gibt es spezielle Maßnahmen, aber auch Langzeitarbeitslose sollen mehr Unterstützung bekommen.

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, dieses Thema hat 2016 die Agentur für Arbeit in Rosenheim besonders beschäftigt. Bei einem Besuch von Bundestags-, Europaparlaments- und Landtagsabgeordneten in Rosenheim nutzte Nicole Cujai, Leiterin der Arbeitsagentur, die Möglichkeit, auf verschiedene Maßnahmen hinzuweisen – auch für Langzeitarbeitslose.

Bei ihrem Besuch lernten die Politiker – darunter Miesbachs Bundestagsabgeordneter Klaus Barthel (SPD) – Michael Vontra, den neuen Geschäftsführer operativ (GO), kennen. „Die Region und die Mentalität der Menschen liegen mir sehr“, sagte Vontra über seinen neuen Arbeitsort.

Cujai bezeichnete die derzeitige Situation auf dem Markt als gut. Allerdings stehen nicht alle Zeiger auf positiv. Etwas Sorgen bereitet der Ausbildungsmarkt. „Immer mehr Betriebe erhalten nicht die gewünschten Bewerber und für so manchen Berufszweig fehlen die jugendlichen Schulabgänger ganz, da Jugendliche verstärkt einen höheren Schulabschluss mit einem anschließenden Studium anstreben“, erklärte Cujai.

Zu einem Gespräch in der Agentur für Arbeit trafen sich (v.l.) Daniela Ludwig, Klaus Barthel, Michael Vontra, Nicole Cujai, Maria Noichl und Otto Lederer.  

Gerade hier könnten Unternehmen von Menschen mit Fluchtgeschichte profitieren, so die Leiterin. Zwar kämen viele ohne abgeschlossene Ausbildung nach Deutschland. „Sie haben aber den starken Willen, einen Berufsabschluss zu erwerben.“ Die Agenturleiterin nannte als Beispiel das Programm „Step by Step in die betriebliche Ausbildung“. Das Programm richtet sich an Asylberechtigte sowie Asylbewerber mit großer Bleibeperspektive. Nach einem Deutschkurs werden sie so bei der beruflichen Orientierung unterstützt und an den Ausbildungsmarkt herangeführt. „Mit dem Ziel, dass sie in einer dualen Ausbildung bei einem Unternehmen einmünden“, sagte Cujai. Als spezielles Förderinstrument für erwachsene Menschen mit Fluchtgeschichte nennt Cujai „Kommit“ (Kooperationsmodell mit berufsanschlussfähiger Weiterbildung).

Als dritte wichtige Säule nennt die Agenturleiterin die neuen Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM). „Asylsuchende mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit können im Rahmen des Programms von Aufnahmeeinrichtungen sowie von staatlichen, kommunalen, oder gemeinnützigen Einrichtungen bis zu 30 Stunden in der Woche für gemeinnützige Zwecke beschäftigt werden“, sagt Cujai. Dabei muss es sich aber um zusätzlich geschaffene Arbeitsplätze handeln. „Erste Anträge liegen bereits vor.“ Cujai betonte, dass die gute Zusammenarbeit mit Arbeitgebern bei all diesen Maßnahmen entscheidend sei.

Zweites großes Thema 2016 war die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen. Cujai erklärte, dass die Agentur für Arbeit in den vergangenen Jahren dabei von den Programmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) profitiert hat. Geschäftsführer Vontra betonte: „Wir sehen es in Zukunft als große Aufgabe an, zu schauen, dass Bewerber und Stelle perfekt zusammen passen.“ Dementsprechend solle die Kommunikation mit den Unternehmen noch weiter intensiviert werden.

Der aktuelle Bericht zum Arbeitsmarkt im Dezember 2016

Trotz milder Temperaturen, wenig Nachtfrost und kaum Niederschlag – um Kündigungs- und Meldungsfristen einzuhalten, haben einige Arbeitgeber „vorsorglich die Entlassung ausgesprochen“, sagt Nicole Cujai, Chefin der Agentur für Arbeit in Rosenheim. Deshalb sind die Zahlen der Arbeitslosen im Landkreis im Vergleich zum November leicht gestiegen. Insgesamt sind 1 417 Bürger ohne Erwerbstätigkeit (November: 1363). Die Arbeitslosenquote ist somit von 2,6 auf 2,7 Prozent gestiegen. Im Dezember 2015 waren es 2,8 Prozent. Heuer sah es damit im Landkreis ähnlich aus wie im Umland. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen lag ebenfalls bei 2,7 Prozent, im Landkreis Rosenheim bei 2,4 Prozent und in der Stadt Rosenheim bei 4,5 Prozent. „Die durchweg niedrige Arbeitslosenquotespiegelt die insgesamt positive Lage auf dem Arbeitsmarktwider“, sagt Cujai. Bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen waren 887 Arbeitslose gemeldet, im Jobcenter in Miesbach 530 Personen, die Arbeitslosengeld II erhalten. In beiden Fällen ist das im Vergleich zum November ein leichter Anstieg. Im Durchschnitt waren im Landkreis1 456 Arbeitslose im Jahr 2016 gemeldet, was ein Anstieg von 2,7 auf 2,8 Prozent zum Vorjahr ist. Im gesamten Agenturbezirk liegt die durchschnittliche Quote bei 2,9 Prozent. Besonders bei Arbeitslosen mit ausländischer Nationalität ist die Zahl deutlich angestiegen. 2 230 Ausländer waren im Jahresdurchschnitt als arbeitslos erfasst, 360 mehr als im Jahr zuvor. Das seien zum einen ausländische Arbeitskräfte, die in sozialversicherungspflichtigen Jobs gearbeitet haben. Zum anderen der Anstieg an Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt. Cujai: „Deren Integration gelingt nicht von heute auf morgen, aber wir sind auf einem guten Weg.“

Neben den 530 Arbeitslosen betreut das Landratsamt Miesbach als Optierende Kommune auch 359 Personen mit zu geringem Erwerbseinkommen, 71 Menschen in Maßnahmen und 31 sogenannte Aufstocker – insgesamt 1208 erwerbsfähige Personen zwischen 15 und 65 Jahren.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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