Asyl-Bericht im Gemeinderat Valley 

Bürgermeister nimmt Helferkreis in Schutz

Valley – Der Valleyer Bürgermeister ist verschnupft, „wie das Landratsamt insgesamt mit den Helfern umgeht“. Nach einem Bericht unserer Zeitung nimmt Andreas Hallmannsecker (FWG) die Ehrenamtlichen der Asyl-Helferkreise in Schutz. 

Wie berichtet, war aus dem Weyarner Helferkreis Kritik am Umgang des Landratsamts mit Asylbewerbern gekommen, die in die Holzkirchner Traglufthalle verlegt wurden, ohne dies weiter zu kommunizieren. Außerdem seien Unterlagen „verschlampt“ und die Unterkunft vor dem Neubezug – unter anderem durch einen Syrer mit seinen Neffen und Nichten, der bisher in der Container-Unterkunft Valley untergebracht war – nicht gereinigt worden. Gerhard Brandl als stellvertretender Sprecher der Behörde hatte daraufhin versucht, die Kritik zu relativieren, und dabei gesagt: „Wir sind froh, dass es die Helferkreise gibt. Manche sind aber ein wenig überaktiv.“ 

„Da gab es ein paar Aussagen, die mir nicht gefallen haben“, merkte Hallmannsecker nun am Dienstagabend im Gemeinderat an. „Sollten unsere Helfer da gemeint gewesen sein, dann find’ ich das nicht gut“, nahm der Bürgermeister die Ehrenamtlichen in Schutz. In Valley kümmern sich im Arbeitskreis Asyl mehr als 60 Bürger – junge, alte, Rentner, aber auch viele Berufstätige – in ihrer Freizeit ehrenamtlich darum, dass Asylbewerber sich zurecht finden und ihre Integration in die hiesige Gesellschaft gelingen kann. „Die geben sich die größte Mühe“, stellte Hallmannsecker klar. 

In der Asylbewerber-Unterkunft in Kleinschwaig sind derzeit 45 Personen untergebracht, darunter seit zwei Wochen ein Pakistani, ein Afghane und vier Malier, die aus der Tegernseer Turnhalle nach Valley verlegt wurden. Auch vier anerkannte Flüchtlinge leben als Fehlbeleger in der Asylbewerber-Unterkunft. Zwei davon haben einen Antrag auf Familiennachzug gestellt, einer möchte seine bisher in Augsburg untergebrachten Angehörigen nach Valley holen. „Die Perspektivlosigkeit bei der Wohnungssuche ist für sie schwer nachvollziehbar“, berichtete Hallmannsecker, „seit einem Jahr haben sie nur in Hallen und Containern gelebt. Es ist schon schwierig für den Helferkreis, sie bei Laune zu halten.“ 

Sechs Bewohner haben inzwischen mit dem einjährigen Integrationskurs begonnen, der einer Vollzeitbeschäftigung gleiche, weshalb eine gleichzeitige Arbeitsaufnahme kaum vorstellbar sei, so Hallmannsecker. Die Helfer sind mit den Asylbewerbern derzeit dabei, Konten für sie zu eröffnen, weil das sogenannte Taschengeld ab diesem Monat nicht mehr bar ausgezahlt wird, um die Kommunen zu entlasten. 

Zu einer Beschwerde wegen Lärmbelästigung kam es Ende Mai, berichtete Hallmannsecker. Bei sommerlichem Wetter wurde an der Unterkunft bis 1 Uhr nachts gefeiert. Kein Dauerzustand, betonte Kordula Killer (FWG): Anlass sei der Geburtstag einer jungen Frau gewesen. „Das ist schwer nachzuvollziehen, wenn es 300 Meter weiter beim Burschenfest ganz andere Auswirkungen bis 3 Uhr in der Früh gibt“, meinte Anton Huber (CSU) über die Beschwerde. „Da den Spagat zu finden ist schwierig“, fand auch Hallmannsecker. „Trotzdem will ich das ansprechen, weil es sonst wieder heißt, dass immer nur das Gute gesagt würde.“

Katrin Hager

Rubriklistenbild: © Andreas Leder

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