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Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (2.v.l.)  2013 in der  bereits bestehenden Asylbewerber-Unterkunft in Otterfing.

Gemeinschaftsunterkunft im Gewerbegebiet geplant

Platz für 30 bis 50 Asylbewerber

Otterfing - Der Gemeinderat Otterfing hat grünes Licht für eine neue Gemeinschaftsunterkunft im Gewerbegebiet gegeben.

Die Gemeinde Otterfing will ihren Beitrag leisten und Asylbewerbern mit einer weiteren Unterkunft helfen. Möglich ist diese in einer bisher gewerblich genutzten Immobilie im Gewerbegebiet. Allerdings ist zunächst eine Nutzungsänderung notwendig. Einstimmig votierten die Gemeinderäte in der Sitzung jetzt für den Antrag eines privaten Besitzers.

Bisher waren Unterkünfte in Gewerbegebieten nicht zulässig, doch angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstromes hat der Gesetzgeber nun die Vorgaben gelockert. „Nach den aktuellen Vorgaben ist das Vorhaben nun zulässig und genehmigungsfähig“, erklärte Bauamtsleiter Heinz Hirz. Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) führte aus, dass die Gemeinde bis zum Jahresende 2015 „etwa weitere 28 Asylbewerber aufnehmen müsse“. Derzeit wohnen circa 23 Asylbewerber in einer ehemaligen Pension in Otterfing.

Das jetzige Angebot eines privaten Immobilienbesitzers kommt zur rechten Zeit und entlastet die Kommune von der weiteren Suche nach Grundstücken oder Lösungen wie das Aufstellen von Containern. Etwa 30 bis maximal 50 Personen könnten künftig in dem Haus untergebracht werden. Ein entsprechender Umbauplan für Innenräume wurde bereits vorgelegt.

„Ich bin froh, dass es eine Möglichkeit gibt, die Menschen unterzubringen und ihnen einen Platz zum Leben zur Verfügung zu stellen“, erklärte Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (Freie Wähler). Jedoch zweifelte sie daran, dass die Flächen ausreichend seien. „Für jeden müssen mindestens zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen“, meinte sie. „Außerdem muss darauf geachtet werden, dass abgetrennte Küchenbereiche und Waschräume, Sanitärbereiche verfügbar sind.“ Begrüßenswert sei ein Büro für eine sozialpädagogische Fachkraft, damit vor Ort professionelle Hilfe gewährleistet sei.

Alle diese Anforderungen würden nach dem vorliegenden Umbauplan erfüllt, meinte Hirz. So gebe es im Erdgeschoss ein Krankenzimmer, eine 24 Quadratmeter große Küche und einen 34 Quadratmeter großen Aufenthaltsraum. Vorgesehen seien Zimmer für Einzelpersonen, aber auch für drei bis vier Personen, in denen Familien leben könnten. Ein Büro für eine sozialpädagogische Fachkraft sei ebenfalls eingeplant. Das Landratsamt achte darauf und müsse den entsprechenden Plan noch genehmigen.

Bedenken hatte Michael Falkenhahn (SPD) für die weitere Nutzung. „Wahrscheinlich müssen wir uns etwa noch drei Jahre mit die Problematik der Flüchtlinge beschäftigen.“ Vielleicht aber trete dann eine Entspannung ein und die geschaffenen Unterkünfte gebraucht. „Was passiert dann mit dem Haus?“ Er befürchtet durch die Hintertür eine weitere Nutzung als Wohnraum. „Die Gefahr ist nicht gegeben. Die jetzt beantragte Änderung ist eine Sondernutzung“, entgegnete Hirz. Wird die Unterkunft nicht mehr für Flüchtlinge benötigt, müsse erneut ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt werden. Die Vorgaben des Bebauungsplanes müssten eingehalten werden. „Eine reguläre Wohnnutzung ist da nicht möglich im Gewerbegebiet. Asyl ist ein Sonderfall“, so Hirz.

Von Siegfried Niedergesäss

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