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Leerstand: Die Gemeinde ließ den maroden Rathausspeicher 2011 sanieren. Anschließend sollten Büros, ein Multifunktionsraum und das Gemeindearchiv dort unterkommen. Bis heute allerdings ist nichts passiert.

Bei 300 000 Euro lägen Gesamtkosten

Ausbau des Rathausspeichers verschoben

  • Marlene Kadach
    VonMarlene Kadach
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Weyarn - Die Gemeinde Weyarn hat den Ausbau des Rathausspeichers wieder verschoben, weil das Geld fehlt. Für das Archiv wurde derweil ein Übergangsquartier angemietet.

Lange schon liegt der Speicher des Weyarner Rathauses brach. Ein einst geplanter Ausbau ist längst in die Ferne gerückt. Dabei könnte die Gemeinde den Platz gut gebrauchen. Zum Beispiel für das eigene Archiv. Das hat eine kleine Umzugsodyssee hinter sich. Bevor der Speicher saniert wurde, stapelten sich Teile des Archivs dort oben. Anschließend waren die Unterlagen eine Zeitlang in der Weyarner Schule untergebracht. „Aber es musste im Herbst 2014 kurzfristig raus“, erklärt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). „Deshalb haben wir Räume angemietet.“ Und zwar in Wattersdorf. Die Mietkosten liegen bei 1000 Euro im Jahr.

Diesen Punkt aus nicht-öffentlicher Sitzung hat Bürgermeister Wöhr jetzt im Gemeinderat mitgeteilt. Nach einer Anregung von WIGW-Gemeinderätin Kornelia Schlickenrieder (wir berichteten) will der Rathauschef künftig regelmäßig Bekanntgaben aus nicht-öffentlicher Sitzung kundtun.  Doch den Ausbau des Rathauspeichers will er nicht aus den Augen verlieren.

Wie berichtet, musste die Gemeinde den alten Rathausspeicher vor ein paar Jahren aufwändig sanieren; das gesamte Gebäude stammt aus dem Jahr 1693 und steht unter Denkmalschutz. Der Holzwurm und der „Echte Hausschwamm“, ein ebenso seltener wie aggressiver Pilz, hatten sich derart in den Dachstuhl eingenistet und ihm so zugesetzt, dass dieser schon drohte auseinanderzubrechen. Deshalb musste der Speicher rundum stabilisiert werden. Man ergänzte und stärkte die Balken, erneuerte den Boden und fügte zusätzlich eine Wärmedämmung ein. Die Maßnahmen waren im Herbst 2011 nach gut einem Jahr Bauzeit beendet. Die Gesamtkosten lagen bei 450 000 Euro; davon wurden 277 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II bezuschusst.

Am liebsten hätte der damalige Bürgermeister Michael Pelzer schon ein Jahr später die zweite Bauphase im Speicher angepackt. Diese sah vor, dort zusätzliche Arbeitsplätze für die Verwaltung, einen Multifunktionsraum und eben ein richtiges Gemeindearchiv einzurichten. Rund 300 000 Euro wurden dafür veranschlagt, vor allem der Brandschutz treibt hier die Kosten in die Höhe. Deshalb ist bis heute nichts passiert. „Wir haben den Posten jedes Jahr von Haushalt zu Haushalt verschoben“, sagt Wöhr. Die Maßnahme sei eben teuer und habe angesichts anderer Großprojekte – wie der Bebauung der Klosterwiese – auch derzeit keine Priorität. „Bislang hatte ich noch keine Zeit, mich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen.“

Allerdings möchte Bürgermeister Wöhr die Maßnahme eines Tages auf jeden Fall anpacken. Schon allein wegen Archivs, wo auch jüngere und aktuelle Akten der Verwaltung lagern. „Es ist für die Mitarbeiter schon nervig“, sagt er. „Denn jedes Mal, wenn sie eine Akte brauchen, müssen sich nach Wattersdorf fahren.“ Aber auch dem restlichen Rathaus würden zusätzlicher Stauraum und weitere Büros Luft verschaffen. Zumal bald der Gemeinwesenarbeiter nach Weyarn kommt (wir berichteten), der im Rathaus ein Büro bezieht. Es gibt also Hoffnung für den brach liegenden Rathausspeicher.

Von Marlene Kadach

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