Autos parken Straßen rund um den Hackensee voll hier die Asberger Straße bei Hartpenning
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Im Gebiet rund um den Hackensee parken Ausflügler alles voll.

Bauer sperrt Wiese ab

Ausflugschaos am Hackensee  - Polizei verteilt viele Strafzettel

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Wild parkende Ausflügler, verärgerte Anwohner und jede Menge Strafzettel: Rund um den Hackensee brodelt es in der kalten Jahreszeit.

Hartpenning – Vor allem an den eiskalten und doch sonnigen Wochenenden brennt es am Hackensee. „Die Situation dort ist seit dem Jahreswechsel prekär“, berichtet Johann Brandhuber, Leiter der Polizeiinspektion Holzkirchen. Viele Anwohner hätten sich bei der Polizei beschwert.

Denn in Coronazeiten hat sich der Hackensee zu einem Brennpunkt in Brandhubers Zuständigkeitsbereich im Landkreisnorden entwickelt. Der Druck der Erholungssuchenden sei mangels Alternativen hoch. So hoch wie noch nie. Schlittschuhläufer und Eissportler aus der Umgebung fahren an den Hackensee. Das Problem: „Überall in dem weitläufigen Gebiet wird geparkt.“ Vorwiegend dort, wo es eigentlich gar nicht erlaubt ist.

Vor allem die direkte Zufahrtsstraße sei betroffen, berichtet Brandhuber. Das Brisante: „Hier war sogar öfters der Rettungsweg zugeparkt.“ Passiert sei zwar nichts, trotzdem teilte die Polizei mehrfach Verwarnungen aus. Auch eine Wiese haben die Autofahrer gerne in Beschlag genommen. Gerade an kälteren Tagen, an denen der Boden richtig gefroren war, sei diese beliebt gewesen – weil die Leute dann keine Angst haben mussten, im Schlamm stecken zu bleiben. Inzwischen habe der Eigentümer die Wiese abgesperrt. Rund 100 Strafzettel verteilte die Polizei in jüngster Zeit rund um den Hackensee. „Abgeschleppt musste noch niemand werden“, sagt Brandhuber. Aber wenn sich die Situation nicht entspanne, könne das durchaus vorkommen. Seine Kollegen würden nun regelmäßig das Gebiet kontrollieren. „Wir haben das im Auge“, versichert Brandhuber.

Auch bei Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) ist das Park-Problem rund um den Hacksensee – der sich in Privatbesitz befinde – aufgeschlagen. Die Kennzeichen zeugten laut Schmid von auswärtigen Ausflüglern aus Bereichen wie Ebersberg, Dachau oder Fürstenfeldbruck. Der offizielle Parkplatz habe längst nicht mehr ausgereicht. Der Bauer habe das Chaos lange geduldet, aber auf die Dauer gehe die Wiese durch Autos kaputt.

Schmid betont außerdem: „Wir als Gemeinde haben den See nicht frei gegeben.“ So wie schon seit Jahren nicht mehr. Laut Alexander Schwarz, dem Vorsitzenden der Kreiswasserwacht Miesbach, eine inzwischen weit verbreitete Praxis, denn: „Den Schuh will sich einfach keiner mehr anziehen.“ Anders gesagt: Wer eine Eisfläche ohne behördlichen Segen betritt, ist selbst verantwortlich, wenn das Eis bricht.

Und auch wenn der Hackensee relativ schnell zufriere, so berge er doch gewisse Gefahren, warnt Schwarz. Da es sich um einen Moorsee handle, könnten sich an einigen Stellen Gasblasen bilden, wo das Eis dünner sei. Und prinzipiell gelte natürlich: Je mehr Leute sich auf dem Eis befinden, desto größer sei die Gefahr, dass der Druck auf die Eisfläche steigt – und dass sie bricht. Die Mitglieder der Ortsgruppe Holzkirchen sähen zwar ab und zu am Hackensee nach dem Rechten, „aber sie machen keinen expliziten Eisdienst“, betont Schwarz. Wenn also etwas passiert, dauere es in der Regel mindestens 20 Minuten, bis die rettende Wasserwacht vor Ort ist.

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