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Hier entsteht noch ein Bau: Auf der Wiese an der Moosstraße in Großhartpenning ebnet die Mehrheit des Gemeinderats den Weg für ein Wohnhaus. Direkt gegenüber steht bereits ein Präzedenzfall (l. im Bild).

Ein Ja mit Diskussionen

Bauen auf der grünen Wiese: Gemeinde stimmt zu

Holzkirchen – Der Holzkirchner Gemeinderat hat es nicht einfach gemacht, aber dem Bauantrag in Großhartpenning dann doch zugestimmt. Das war die Diskussion:

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) erinnerte daran, dass der Bauausschuss das Vorhaben zwar mehrheitlich befürwortet hatte. „Aber es gab da Diskussionen.“ Und die blieben auch jetzt nicht aus, als sich der Gemeinderat mit dem Antrag eines privaten Bauwerbers beschäftigte.

Der Antragsteller bat die Gemeinde darum, ein Teilstück eines Grundstückes in Großhartpenning in den im Zusammenhang bebauten Ortsteil einzubeziehen. Die Fläche liegt am nördlichen Ortsrand westlich der Moosstraße. Er möchte dort ein Wohnhaus mit Garage für den Eigenbedarf errichten. Es handle sich um „einheimische Antragsteller“, erklärte eine Mitarbeiterin aus dem Bauamt. Die Fläche liege im Außenbereich, das Vorhaben sei nicht privilegiert. Trotzdem wäre der Bau vertretbar, so die Mitarbeiterin. Denn auf dem gegenüberliegenden Grundstück sei ebenfalls ein solches Vorhaben erlaubt worden.

Hans Putzer (SPD) schüttelte den Kopf: „Die Situierung des Grundstücks ist nicht optimal.“ Es liege zu stark im Hangbereich. „Es geht nicht darum, Einheimischen Baugrund zu verwehren.“ Aber man könnte den Bau an geeigneterer Stelle realisieren. Das nahe Anwesen der Familie im Ort biete genug Platz. Die SPD-Fraktion werde der Einbeziehung nicht zustimmen, so Putzer. Ulrike Küster (Grüne) hielt es für bedenklich, mit dem Haus gegenüber zu argumentieren. Schon damals hätten die Grünen dagegen gestimmt, dieses zu genehmigen. Das sei aus städtebaulicher Sicht nicht vertretbar. „Da machen wir nicht mit.“ Und was wäre, wenn nun kein Einheimischer bauen wollen würde, sondern ein Externer?

In ein anderes Horn blies Christoph Schmid (CSU): „Wir finden die Einbeziehung in Ordnung“, sagte er. Er hielt die Hangsituation dort nicht für bedenklich. Auch Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG) war positiv gesonnen: „Wir unterstützen Einheimische dabei, dass das als Bauland ausgewiesen wird.“ Bürgermeister Löwis ergänzte: „Für mich hat hier die menschliche Komponente vor der sachlichen Grundlage Vorrang.“ Daher sei er für den Bau und werde zustimmen. Hier grätschte Putzer dazwischen: „Wir sind bestimmt nicht unmenschlich“, konterte er. Außerdem bedauerte er, „dass mit keinem Wort auf die Alternativen eingegangen wurde“. Am Ende rang sich der Gemeinderat mehrheitlich zu der Einbeziehung durch – 13 stimmten dafür, neun dagegen.  

mar

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