Karte Bebauung Valleyer Weg
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Zentrale Lage: Auf einer Wiese (hellgrün) zwischen Valleyer Weg und Angerstraße soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die Erschließung erfolgt hauptsächlich über die Frühlingstraße, den Valleyer Weg und den dortigen Bahnübergang.

Erschließung bereitet aber Probleme

Bauprojekt im Herzen von Holzkirchen: Neues Wohnquartier geplant

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Auf einer Wiese am Valleyer Weg entsteht ein Wohnquartier. Die Quest AG baut gut 70 Wohnungen, einen Teil erwirbt die Gemeinde. Ein Knackpunkt ist die Erschließung. 

Holzkirchen – Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) kommt schnell zum Punkt: „Es ist kein Geheimnis, dass Holzkirchen unter einem Siedlungsdruck steht“, sagt er. „Wir brauchen Wohnraum.“ Dieser soll nun in einer Baulücke mitten „im Herzen von Holzkirchen“ entstehen. Im Gemeinderat stellte die Kommune jetzt die Pläne für das neue Wohnquartier am Valleyer Weg vor. Bei einem Pressegespräch gingen Schmid, Bauherr Max von Bredow, Vorstandsvorsitzender der Quest AG, und Korbinian Kroiß von nonconform (siehe Kasten) auf Details ein.

Beim Pressegespräch gingen Bauherr Max von Bredow (v.l.), Bürgermeister Christoph Schmid und Korbinian Kroiß vom büro nonconform auf Details ein.

Die Pläne sehen so aus: Auf der Wiese zwischen Valleyer Weg und Angerstraße soll ein Wohnquartier im Sinne der Nachverdichtung entstehen. Es handelt sich dabei um drei Flurstücke mit einer Gesamtfläche von 7350 Quadratmetern. Der Flächennutzungsplan weist dort ein allgemeines Wohngebiet aus. „Das heißt, eine Bebauung war dort schon immer vorgesehen“, sagt Schmid. Die Gemeinde muss jedoch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen.

Die Quest AG aus Kolbermoor, die den Klosteranger in Weyarn bestückt hat, erwirbt und bebaut das Areal und verkauft die Wohnungen anschließend. Laut Bredow sind wohl fünf Mehrfamilienhäuser geplant mit insgesamt 60 bis 70, überwiegend kleinen und barrierefreien Wohnungen. Gut zehn davon kann die Gemeinde zum Herstellungspreis erwerben, was ein städtebaulicher Vorvertrag festhält. Diese Wohnungen will die Kommune laut Schmid vermieten, um so bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Etwa für Azubis oder einkommensschwache Personen. Auch Wohngemeinschaften für Senioren sind angedacht. Quest kann sich wie am Klosteranger Mehrgenerationenwohnen vorstellen. „Und für Holzkirchner Bürger gibt es einen Vorverkaufszeitraum“, betont Bredow. An den Außenanlagen sollen Höfe entstehen, die öffentlich nutzbar sind. In Anlehnung an den Winklbauerhof, zu dem die Fläche einst gehörte, nennt Quest das Projekt „Winklbauerhöfe“.

Ein Knackpunkt, der bei einigen Anwohnern Bauchweh verursacht, ist die Erschließung der Fläche. Diese erfolgt über die Frühlingstraße und den Valleyer Weg, die Schönlohstraße, die eine Spielstraße ist, spielt eine untergeordnete Rolle. Stocken könnte es am Bahnübergang Valleyer Weg. Schmid sagt: „Wir wissen um die Herausforderungen.“

Gemeinde und Planer wollen das Problem über die neue Stellplatzsatzung und alternative Mobilität lösen. Um den Verkehrskollaps zu vermeiden, sollen sich die Eigentümer zu einem Mobilitätskonzept verpflichten. Beispielsweise sollen Lastenräder und Car- oder Bike-Sharingmodelle angeboten werden. Zugleich sollen Autoverzichtserklärungen eine Reduktion der Parkplätze um 55 Prozent garantieren. Schmid glaubt, dass das funktioniert, weil viele Geschäfte, Kindergärten, Schulen und Bushaltestellen gut fußläufig erreichbar sind. „In einem kleinen Radius kann mal alle Bedürfnisse des täglichen Bedarfs erfüllen.“

Im Gemeinderat kam das Projekt größtenteils gut an. Robert Wiechmann (Grüne) gefällt, dass das Quartier aus einem Guss gebaut wird. „Und dass es nicht langsam vollläuft.“ Bei dem Investor handle es sich um ein seriöses Familienunternehmen, das Vorzeigeprojekte wie den Klosteranger schuf. Elisabeth Dasch (SPD) meinte: „Ich weiß, dass die Nachbarschaft einen Schreck gekriegt hat.“ Aber die Planung sei sehr gut. Sebastian Franz (CSU) schloss sich dem positiven Tenor an. „Der Bauwerber kommt uns entgegen“, sagte er mit Blick auf das Mobilitätskonzept. Torsten Hensel (FWG) freut sich, „dass wir kleine und günstige Wohnungen bekommen“. Nur Josef Sappl senior (CSU) schlug wegen der Erschließung kritische Töne an. Im Falle der Taktverdichtung der Bahn verschärfe sich die Situation. Insgesamt komme ihm das Baugebiet „überfüllt“ vor. Am Ende beschloss der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen, das Verfahren zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nummer 151 einzuleiten.

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