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Beim Abladen ist ein 57-Jähriger am Dienstag nach ersten Erkenntnissen von einem Eisentor eingeklemmt worden. Die Reanimation verlief leider erfolglos.

Unglück auf dem Bayern-Kamele-Gelände

Von Tor eingeklemmt: 57-Jähriger tot

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Grub - Bei einem Betriebsunfall auf dem Gelände der Bayern-Kamele in Grub ist am Dienstag ein 57-Jähriger gestorben. Der Mann wurde von einem Eisentor eingeklemmt. Auch Eigentümer Konstantin Klages hatte es erwischt – doch er kam mit leichten Verletzungen davon.

Konstantin Klages ringt nach Fassung: „Es ist ein tragischer Zwischenfall“, sagt er mit zittriger Stimme am Handy, als er gerade auf dem Weg ins Krankenhaus ist. „Ich selbst hatte großes Glück.“ Er trug nur leichte Verletzungen, wohl Prellungen am Genick davon. Der andere hatte leider großes Unglück. Er starb. „Wir sind in Gedanken bei seiner Familie“, meint Klages. 

Am Dienstagnachmittag gegen 12.45 Uhr ist auf dem Gelände der Bayern-Kamele in der Rosenheimer Straße in Grub (Gemeinde Valley), die Klages betreibt, ein schwerer Betriebsunfall passiert, bei dem ein 57-jähriger Lkw-Fahrer aus Wörth an der Isar schwer verletzt worden ist. Wie Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gegenüber unserer Zeitung erklärt, starb der Mann noch vor Ort – nach einem vergeblichen Reanimations-Versuch. Weil es sich nach ersten Erkenntnissen um einen Betriebsunfall mit Todesfolge handelt, ermittelt die Kriminalpolizei Miesbach, sagt Guske. Der genaue Hergang des Vorfalls steht aus polizeilicher Sicht noch nicht abschließend fest.

 So sieht Klages Version aus: Kurz vor einem Betriebsausflug passiert das Unglück. Nachdem es lange Lieferschwierigkeiten gab, werden laut Klages relativ spontan die Eisentore angeliefert, die noch für die neue Tier-Halle fehlen, die der Kamelbesitzer auf seinem Gelände bauen ließ (wir berichteten). Klages packt beim Abladen mit an, hilft dem 57-jährigen Arbeiter, den er schon von anderen Einsätzen kennt. „Ich habe eigentlich nur assistiert und getan, was der andere mir gesagt hat“, erklärt er gegenüber unserer Zeitung. „Er war ein sympathischer und erfahrener Mann.“ 

Plötzlich geht alles ganz schnell. Teile rutschen, so genau erinnert sich Klages da nicht mehr. Das Ergebnis: Laut Polizei Holzkirchen wird der 57-Jährige zwischen einem dieser Tore und der Lkw-Seitenwand eingeklemmt. Auch Klages selbst wird eingeklemmt, wie er sagt. Doch er schafft es, sich aus eigener Kraft zu befreien. „Ich habe den Mann dann mit einem Hoftraktor rausgeholt“, sagt er. Dann leistet er Erste Hilfe. Später versuchen Rettungskräfte den 57-Jährigen noch zu reanimieren – leider vergeblich. 

Als die alarmierten Feuerwehren Hohendilching, Feldkirchen und Helfendorf mit gut 25 Mann anrückten, war das Opfer bereits befreit, bestätigt Kreisbrandrat Anton Riblinger auf Anfrage. Die Feuerwehrler sperrten die Straße ab und wiesen den georderten Rettungshubschrauber ein. Die Einsatzleitung hatte Markus Schlagbauer, Erster Kommandant von der Feuerwehr Hohendilching. „Es war schon ein heftiger Einsatz“, meint Kreisbrandrat Riblinger. Seelsorger betreuten die Anwesenden vor Ort. 

Klages versucht, trotz des tragischen Vorfalls den Kopf nicht komplett zu verlieren. „Ich bin eigentlich verhältnismäßig klar“, sagt er. „Auch, weil ich weiß, dass es ein blöder Unfall war.“ Den Betriebsausflug, den er mit einer externen Firma und den Kamelen machen wollte, habe er natürlich sofort abgesagt. „Wir haben die Leute am Bahnhof abgefangen“, sagt er. Jetzt muss er irgendwie das Unglück, das auf seiner Kamelfarm passiert ist, verarbeiten.

Von Marlene Kadach

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