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Beim Einkleiden: (v.l.) Michael Wittmann, Benedikt Kleinschwärzer, Johanna Seibert und Katharina Kleinschwärzer gestern vor dem Aussendungsgottesdienst der Sternsinger in Weyarn. Petra Kleinschwärzer fährt mit den jungen Königen heute nach Berlin.

Sternsinger aus Weyarn fahren nach Berlin

Könige fürs Kanzleramt

Weyarn - Berlin, Berlin, sie fahren nach Berlin: Die Sternsinger Katharina, Michael, Benedikt und Johanna aus Weyarn fahren zu Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die vier werden ihr den Segen ans Kanzleramt schreiben und ihre Spende für die Sternsingeraktion entgegennehmen. 

Am Wochenende waren sie noch in ihrer Heimatgemeinde unterwegs von Haus zu Haus. Montagfrüh um 6.18 Uhr sind Johanna Seibert (16), Michael Wittmann (11), Benedikt (14) und Katharina (11) Kleinschwärzer gemeinsam mit Mutter Petra Kleinschwärzer am Darchinger Bahnhof in die BOB gestiegen. Im Gepäck: königliche Gewänder und ein Weihrauchfass. Vor sich: eine siebenstündige Zugreise. Die vier haben eine Mission im Auftrag der deutschen Sternsinger-Aktion: Sie besuchen gemeinsam mit 26 anderen Sternsinger-Gruppen aus allen Diözesen Deutschlands das Bundeskanzleramt und bringen die frohe Botschaft. Die vier jungen Weyarner haben dabei aber auch noch einen Spezialauftrag: Sie werden es sein, die am morgigen Dienstag stellvertretend für alle Sternsinger Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüberstehen, die den Segen „C+M+B“ im Bundeskanzleramt anschreiben und die von der Kanzlerin ihre Spende für die Sternsinger-Aktion entgegennehmen dürfen. 

Diese Rolle wurde den vier Weyarnern zugelost. Erst hatte die Kirchengemeinde aus dem Kreis der Sternsinger des vergangenen Jahres vier ausgelost, die sich als Vertreter der Erzdiözese München und Freising um den Besuch im Bundeskanzleramt bewerben sollten. Und schließlich wurde ausgelost, welche der insgesamt 27 Sternsinger-Gruppen im Bundeskanzleramt die Hauptrolle übernehmen wird. Aufgeregt waren die vier aus Weyarn erst einmal nicht; schließlich sind alle vier erfahrene Sternsinger, die heuer mindestens schon zum dritten Mal in ihrer Heimatgemeinde von Haus zu Haus gingen und die frohe Botschaft verkündeten. Das änderte sich aber, als ein Vertreter der Sternsingeraktion nach Weyarn kam, um sie vorzubereiten – auf Interviews mit Medienvertretern und auf das Treffen mit der Regierungschefin. „Bei der Probe haben sie gemerkt, was sie vor sich haben“, erzählt Petra Kleinschwärzer. „Jetzt sind sie schon aufgeregt.“ 

Denn im Kanzleramt wird nichts dem Zufall überlassen. So gibt es klare Vorgaben. Eine Kleiderordnung etwa – nicht, dass sich aus Versehen politisch Verfängliches ins Kanzleramt verirrt. „Palästinensertuch geht gar nicht“, weiß Kleinschwärzer jetzt. Und wer bisher dachte, dass beim jährlichen Besuch der Sternsinger Weihrauchduft durchs Kanzleramt schwebt, hat sich auch geirrt. „Wir dürfen keinen Weihrauch anzünden“, erklärt Kleinschwärzer. Das Weihrauchfass nehmen die Könige aus Weyarn trotzdem mit. „Das Fass gehört bei uns einfach dazu.“ Zur Not eben ohne Rauch. 

Am Dienstagmorgen geht es für das Quartett zu einem Gottesdienst und von dort – begleitet von der Bundespolizei – zum Kanzleramt. Nach dem Segen für das Haus und dem Treffen mit der Bundeskanzlerin bekommen alle Sternsinger eine Brotzeit in der Kanzleramts-Kantine. Weil die Weyarner eine so weite Anreise hatten, dürfen sie noch eine Nacht in Berlin bleiben. So bleibt den vieren hoffentlich genug Zeit für ihren Wunsch: ein Besuch des Berliner Fernsehturms am Alexanderplatz. Am Mittwoch, dem eigentlichen Dreikönigstag, geht es dann zurück. „Eine stressige Woche wird es schon für die Kinder“, sagt Petra Kleinschwärzer. Denn schon am Donnerstag werden die Könige aus dem Kanzleramt wieder wie ganz normale Kinder die Schulbank drücken – aber um einige Erlebnisse reicher. 

Katrin Hager

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