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An dem Bikepark in Unterhaching soll sich das Gelände in Holzkirchen orientieren.

Im Hauptaussschuss

Bikepark sorgt für Diskussion

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Holzkirchen - Einen Bikepark im Moarhölzl wünschen sich die Radvereine RSLC und Équipe Vélo. Ihr Antrag hat im Hauptausschuss für viel Diskussion gesorgt – vor allem die hohen Kosten störten viele.

Georg Smolka, Präsident des Radsport- und Laufclubs (RSLC) Holzkirchen, wirkt enttäuscht: „Ich hätte gedacht, dass ein Beschluss fällt, damit die Hauptarbeit beginnen kann“, sagt er auf Anfrage. „Dass die Gemeinde die Kosten komplett übernehmen soll, davon war nie die Rede.“ Jetzt stehen sein Verein und die Équipe Vélo vor einem großen Fragezeichen. 

Ein Antrag der Radvereine, die sich einen Bikepark am Moarhölzl zwischen Holzkirchen und Hartpenning wünschen, hat jetzt im Hauptausschuss für Diskussion gesorgt. Unter anderem die Tatsache, dass Mountainbiker angesichts des neuen Nutzungskonzepts für den neuen Kogl dort nicht mehr fahren dürfen (wir berichteten), zwang die Radsportler dazu, woanders die Fühler auszustrecken. Im Kogl seien durch eine „nicht naturkonforme Nutzung“ immer noch Schäden vorhanden, meinte Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD). Unabhängig davon hatten sich die Radler schon davor im Rathaus nach einer Fläche für einen Bikepark erkundigt.  Daraufhin hatte die Gemeinde ein gut 3000 Quadratmeter großes, gemeindeeigenes Grundstück im Moarhölzl in Aussicht gestellt, das sie kostenlos zur Verfügung stellen würde. 

In der Sitzung standen zwei Standorte im Moarhölzl zur Auswahl: Der eine liegt näher an Holzkirchen, der B 318 und der geplanten Traglufthalle für Asylbewerber; der andere, spitzere, im Süd-Osten Richtung Thann. Die Vereine hatten einen Plan erstellen lassen und eine Kostenschätzung vorgelegt mit Gesamtkosten von 216 000 Euro. „Laut Kämmerer ist das Geld nicht im Haushaltsplan eingestellt“, betonte Dasch. „Wir haben also nicht die finanziellen Mittel.“ Denkbar wäre eine Förderung über das Leader-Programm, doch diese Option sei unsicher. „Und wir müssten in die Vorfinanzierung gehen.“ 

Das Gelände müsste aufgeschüttet und modelliert werden. Zwischen Grünstreifen würden die befestigten Strecken für die Biker verlaufen. „Die Vereine wollen eine allgemein öffentliche Sportstätte“, sagte Dasch. Sie hatte es so verstanden, dass die Gemeinde die Gesamtkosten übernehmen müsse. Im Gegenzug würden die Vereine sich zwar um die Pflege kümmern, jedoch müsste der Bauhof Mäharbeiten erledigen. Dasch schätzte, dass auf die Kommune jährlich circa 3000 Euro hinzukämen. Unklar war die Haftungsfrage: Nach dem Vorbild des Bikeparks in Unterhaching reicht laut den Vereinen ein Schild mit der Aufschrift „Benutzung auf eigene Gefahr“, um die Gemeinde aus der Haftung zu nehmen. „Das müssen wir noch verifizieren“, meinte Dasch. 

Christoph Schmid (CSU) dankte den Vereinen für ihre „erhebliche Vorarbeit“. Die Kosten verursachten bei ihm allerdings Bauchweh. Er wollte wissen, ob man sich die Möglichkeit verbaue, eines Tages die gesamten Sportstätten ins Moarhölzl auszulagern. Hubert Müller und Birgit Eibl (FWG) fanden, dass die Gemeinde sich erneut Gedanken über ein Sportstättenkonzept machen sollte. Hier hakte Bauamtsleiter Karl Herbst ein: „Es ist bekannt, dass die Flächen für eine Sportstättenauslagerung nicht ausreichen.“ Für den Bikepark wäre der Grund geeignet: „Die Fläche ist im Flächennutzungsplan als Sportfläche ausgewiesen.“ Trotzdem meinte Sepp Sappl senior: „Mir passt der Platz nicht.“ Alternativ könnten die Moutainbiker doch die Trialstrecke für Motorradfahrer in Fellach nutzen. Dasch wollte sich lieber auf die Entwicklung eines Freizeitgeländes am Ladehof konzentrieren. „Das steht bei mir auf der Prioritäten-Liste ganz oben.“ Sebastian Franz (CSU) meinte: „Wir sollten in die Pötte kommen.“ Und endlich Freiräume für Jugendliche schaffen. Sappl bemerkte, dass man durch Schüttgebühren die Kosten senken könnte. 

Smolka, der in der Sitzung Rederecht bekam, betonte, dass über 100 Kinder und Jugendliche den Platz nutzen würden. Die Gemeinde müsse nicht alle Kosten übernehmen. Tiefbaufirmen würden die Vereine womöglich unterstützen; man sei auch mit Sponsoren in Kontakt. „Wir müssen wissen, was auf uns zukommt“, entgegnete Dasch. „Da beißt sich die Katze in den Schwanz“, meinte Smolka. Auch Sponsoren wollen vorher Klarheit. 

Schmid intervenierte: „Es sind einige Hausaufgaben zu machen.“ Zum einen müssten die Fraktionen darüber beraten. Die Vereine sollten eine Finanzplanung vorlegen. Es gibt also viel zu tun, ein Beschluss blieb aus.

Von Marlene Kadach

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