Wohin führt der Weg? BOB und EVG sind weiterhin in Tarifverhandlungen

Bayerische Oberlandbahn

BOB: "Wir erfüllen Gewerkschafts-Forderungen"

Landkreis - Im Tarifstreit zwischen der Bayerischen Oberlandbahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft legt die BOB nun nach. Sie spricht davon, die EVG-Forderungen erfüllen zu wollen. 

Womöglich können die angedrohten Warnstreiks bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) sowie beim Meridian noch abgewendet werden. Jedenfalls teilt die Geschäftsführung des Verkehrsunternehmens mit, „die Fahrgastfahrten mit der Anreise zu jeweiligen Einsatzstelle zu 100 Prozent statt wie derzeit zu 50 Prozent auf die Arbeitszeit anzurechnen“. Allerdings spricht die BOB in einer Pressemitteilung vom Freitagabend auch von einer „adäquaten Anpassungsregelung“, die es mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu verhandeln gelte. Es geht darum, dass die Erhöhung auf 100 Prozent binnen der nächsten 17 Monate erreicht wird. Gespräche hierzu habe die Gewerkschaft abgelehnt.„Wir sind sehr überrascht, dass die EVG trotz unserer umfangreichen Zugeständnisse nicht einmal zu einem persönlichen Gespräch bereit ist“, sagt Bernd Rosenbusch, Vorsitzender BOB-Geschäftsführung. Er wolle unbedingt vermeiden, dass der Tarifkonflikt „auf dem Rücken der Fahrgäste augetragen wird“ und suche weiterhin den Kontakt zu den Tarifpartnern.In dasselbe Horn stößt die Aktion Münchner Fahrgäste. „ Wir haben kein Verständnis für einen eventuellen Streik und können nicht akzeptieren, dass wieder einmal die Fahrgäste die Leidtragenden sein sollen“, sagt Sprecher Andreas Nagel, der ebenfalls eine Rückkehr an den Verhandlungstisch fordert. Grundsätzlich fordert die Aktion Münchner Fahrgäste eine Notdienstvereinbarung für das Aufrechterhalten eines Mindestbetriebs, die Sicherstellung der ersten und letzten Fahrten sowie eine Vorlaufzeit von 48 Stunden vor der Arbeitskampfmaßnahme. Die EVG hatte angekündigt, erst am Abend vor Streikbeginn die Öffentlichkeit zu informieren.

Die BOB wolle alles versuchen, im Falle eines Streiks „unsere Fahrgäste entsprechend der Umstände zu befördern“, wie der Technische Geschäftsführer Fabian Amini, sagt. „Wir werden Busse anmieten,um die Züge zu ersetzen.“ Das ist mangels nicht immer ganz einfach.

Ein solcher Schienenersatzverkehr mit verlängerten Fahrzeiten und geringeren Kapazitäten hatte die BOB vereinzelt schon am Wochenende einrichten müssen – als Folge des Wintereinbruchs. Der sorgte zudem für allerlei Verspätungen. Ist dafür die Infrastruktur, also etwa vereiste Weichen, verantwortlich, liegt die Schuld nicht bei der BOB, zuständig ist dann die DB Netz.

Den Wortlaut der BOB-Standpunkte gibt es hier und hier. 

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