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Der Bohrturm in der Alten Au misst knapp 58 Meter. 

Geothermie-Projekt in der Alten Au

Der Bohrturm steht

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Holzkirchen - Ausflug in die Höhe für die Reise in die Tiefe: Der Bohrturm für das Geothermie-Projekt in Holzkirchen wurde am Donnerstagmorgen aufgestellt. Bis auf eine kleine Störung verlief das Aufrichten reibungslos. Die Bohrung soll Ende Januar beginnen.

Es surrt und piept. Der Stahl-Riese richtet sich langsam auf, mit einem Hebewerk und über ein Flaschenzugsystem wird er nach oben gezogen. Plötzlich stockt es. Die Bauarbeiter laufen unruhig umher. Ein Führungsdorn ist nicht in der richtigen Position. „Er muss in eine Halterung eingefädelt werden“, erklärt Albert Götz jun., Leiter der Gemeindewerke und Geschäftsführer der Geothermie GmbH. Damit der Turm danach besser steht. Auf einer Hebebühne fahren zwei Männer mit Sicherheitsausrüstung zur brisanten Stelle hinauf, der Kran hievt den Turm ein Stück hoch. Nach einer Weile rasten die Teile ein. Bohrmeister Jürgen Cramm von der Firma Itag lacht erleichtert: „Immer was Neues“, sagt er. „So etwas hat es noch nie gegeben.“ 

Geothermie Holzkirchen: Bohrturm aufgerichtet

Auf dem Bohrplatz in der Alten Au in Holzkirchen hat die zuständige Firma Itag am gestrigen Donnerstag den knapp 58 Meter hohen Bohrturm für das Geothermie-Projekt aufgerichtet. Die vergangenen Tage wurde er bereits liegend zusammengebaut. Wegen des starken Winds musste das Aufstellen um einen Tag verschoben werden (wir berichteten). In das Projekt steckt die Marktgemeinde bekanntlich rund 10,7 Millionen Euro. Ist die erste Bohrung erfolgreich, wird die weitere Finanzierung über ein Darlehen gestemmt. Ein Bankenkonsortium stellt dafür 28,6 Millionen Euro zur Verfügung. Geht alles gut, startet das Kraftwerk, das Wärme und Strom produziert, bereits 2017 seinen Betrieb. In der letzten Januar-Woche soll die Bohrung dann starten. 

Bis dahin gibt es laut Götz viel zu tun. Das circa neun Meter lange Bohrgestänge samt Meißel kommt erst hinterher in das Turmgerüst aus Stahl hinein. Mithilfe eines Kraftdrehkopfs, der sich oben im Bohrturm an einer Flaschenzugseilwinde auf- und abwärts bewegt, wird der Bohrstrang mit dem Bohrmeißel später dann rotieren und sich so in die Tiefe fressen. Auch Sicherungen müssten zum Beispiel noch gesetzt werden, sagt Götz. Zudem kommt der Führerstand, von dem aus die Anlage bedient wird, auch noch nach oben auf die untere Plattform. „Dann müssen einige Tests gemacht werden, um herauszufinden, ob alle Aggregate funktionieren“, erklärt Götz. Am Schluss muss das Bergamt die Baustelle noch abnehmen. 

Anschließend können sich die Bohrer bis in 5000 Meter Tiefe arbeiten, wo die Gemeinde auf gut 140 Grad heißes Thermalwasser hofft. Die Schüttungsrate sollte zwischen 65 und 80 Liter pro Sekunde betragen. Götz schätzt, dass man im Mai oder Juni fündig wird. Ist die Bohrung erfolgreich, kann die zweite in dem Bohrloch nebenan starten. 

Nach der kurzen Störung geht es zügig weiter. Ein Arbeiter bedient mit einer Art Joystick, der wie ein Bauchladen vor ihm hängt, das Hebewerk, das bis zu 450 Tonnen ziehen kann – bis der Turm ganz senkrecht steht. Dann schlagen die Arbeiter die Sicherungsbolzen rein, wie Hans-Jürgen Wolf erklärt, der sich mit Cramme die Baustellenleitung teilt. Nach gut eineinviertel Stunden steht der Turm. An seiner Spitze flattert eine weiß-blaue Bayernfahne. Die hat Götz vorher noch persönlich am Boden angebracht: „Ja wo samma denn schließlich“, sagt er und lacht. 

Götz von den Gemeindewerken wirkt ein wenig müde, aber froh. „Es fühlt sich gut an, nach so vielen Arbeitsstunden“, sagt er. „Der Turm wird sicher ein markanter Punkt in Holzkirchen“, meint er. Vielleicht sogar ein kleines Wahrzeichen.

Von Marlene Kadach

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