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Am richtigen Fleck? Das bisherige Sportzentrum am Otterfinger Nordring. Die Bürgerinitiative fordert Neubau und Sanierung des Altstandorts, die Gemeinde plant einen Neubau an der Kreuzstraße. Entscheiden werden die Wähler im Bürgerentscheid am 22. März.

Sportzentrum Otterfing

Bürgerinitiative setzt Pläne auf Diät

Otterfing - Die Bürgerinitiative legt selbst einen Alternativ-Entwurf für einen Sportzentrums-Neubau am alten Standort vor - abgespeckt um Bürgersaal und Tiefgarage.

Das Ringen um Wählers Gunst läuft auf Hochtouren. Die Bürgerinitiative (BI) um Christl Stolz, Hertha Böhner und Josef Killer, die den Bürgerentscheid um die Standortfrage des Otterfinger Sportzentrums am 22. März angestoßen hatten, geht in die Netz-Offensive: Die Gegner des geplanten neuen Sportzentrums an der Kreuzstraße werben auf www.buergerbegehren-otterfing.de für einen Neubau am Altstandort – und legen eine eigene Vision vor: eine abgespeckte Version eines Alternativplans aus der Standortstudie der Gemeinde.

Die BI schlägt vor, die Sportanlagen am Nordring in zwei Phasen zu erneuern. Nach dem Abriss von Turnhalle und Otterfinger Hof solle eine Dreifach-Halle mit Tribüne, Mehrzweckraum und Kiosk gebaut werden. In der Zwischenzeit könnten die Hallensportarten vorübergehend in eine Traglufthalle ausgelagert werden, die auf dem Parkplatz östlich der B 13 stehen könne. In einem zweiten Schritt könnten die bestehenden Außenanlagen saniert und eine Tribüne mit Lärmschutzwand am Hauptspielfeld errichtet werden. Die Idee orientiert sich an der Planungs-Variante Altstandort 1b (Szenario 2.2) aus der Standortstudie der Gemeinde (einzusehen auf www.otterfing.de). Gestrichen hat die BI den Bürgersaal inklusive Freiflächen (fünf Millionen Euro) und die Tiefgarage mit 110 Stellplätzen (1,34 Millionen Euro). Prozentual veranschlagte Ausstattungs- und Nebenkosten sänken ebenfalls. Auf Grundlage der Zahlen aus dem Original und exklusive Abriss (250 000 Euro) kommt das Trio damit auf 10,57 Millionen Euro statt knapp 22 Millionen im Original.

„Das hatten wir alles schon“, sagt Bürgermeister Jakob Eglseder auf Nachfrage unserer Zeitung über die Überlegungen. Es gebe gute Gründe, dass man sich davon verabschiedet habe. Die ursprüngliche Alternative sei „kurz und knapp nicht finanzierbar“, weil eine Gegenfinanzierung – wie für den neuen Standort durch ein Einheimischen-Programm anstelle des Altstandorts geplant – nicht möglich sei. Die Alternative der BI ohne Bürgersaal biete keinen Platz mehr für die Vereine, und die Sporthalle als Mehrzweckhalle für Veranstaltungen aufzurüsten, würde ein bis zwei Millionen Euro zusätzlich für den Brandschutz kosten. Auf die Tiefgarage verzichten könne man nicht, weil die Stellplätze direkt am Nordring der Tribüne weichen müssten, so Eglseder.

Die Bürgerinitiative sieht das allerdings ganz anders. Den Bürgersaal halten die Initiatoren für verzichtbar. „Die Dreifach-Sporthalle kann für einige wenige Großveranstaltungen im Jahr genutzt werden“, meint das Trio. Und die Tiefgarage brauche es dann auch nicht: „Die bestehenden Parkplätze östlich der B 13 wären dafür geeignet.“ Die bestehenden Freisportanlagen reichten für den Bedarf der Otterfinger Bürger, argumentiert die BI. „Der dringendste Bedarf – eine neue, größere Sporthalle – kann in relativ kurzer Zeit umgesetzt werden.“ Der Standort sei überdies gut erschlossen und der Bau nicht zu teuer. „Wir sind der Überzeugung, dass die Weiterentwicklung des Sportzentrums am derzeitigen Standort für Otterfing die beste Lösung darstellt.“

Von Katrin Hager

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