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Eine eher ruhige Bürgerversammlung leitete Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr jetzt im Gasthaus Neukirchen. Zwei Bürger hatten Fragenkataloge eingereicht, außerdem gab es einige weitere Wortmeldungen.

Gasthaus Neukirchen

Bürgerversammlung: Klosteranger beschäftigt Weyarner

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Weyarn - Das Einheimischenmodell und die störende Baustelle am Klosteranger sowie die schlechte Anbindung zum Darchinger Bahnhof: Diese Themen brachten die Weyarner jetzt auf der Bürgerversammlung ein. Der Bürgermeister beklagte die geringen Chancen fürs Gewerbe.

Trotz einiger Bürgerfragen blieb es eine relativ ruhige Bürgerversammlung, ohne große Diskussionen, die Bürgermeister Leonhard Wöhr nun im Gasthaus Neukirchen leitete. Es gab knapp 50 Zuhörer.

Die Bevölkerung sei auf 3703 Einwohner gewachsen, erklärte Wöhr. Die Verwaltung sei verstärkt mit Aufgaben konfrontiert. Anspruch auf Kitaplatz, Breitbandausbau und Energiewende etwa. Die Dokumentationspflicht und Elektronisierung wachse. Wöhr hat eine „zunehmende Nutzung von Rechtsmittel gegen Bescheide“ beobachtet. Bei Bürgerwünschen und Beschwerden zeige „die Kurve nach oben.“

Kämmerin Christel Altenweger machte in ihrem Haushaltsbericht (siehe Kasten) klar: „Obwohl schon fast am Ende des Jahres, wird sich das Ergebnis zur Planung unterscheiden.“ So verschiebe sich die Errichtung des neuen Bauhofs. „Die Deckungslücke ist höher als gedacht“, erklärte Wöhr. Der Erlös für das alte Grundstück in Wattersdorf sei geringer als erhofft. Jetzt befasse sich der Gemeinderat mit einer abgespeckten Version.

Unklar sind die Straßensanierungen, für die heuer 800 000 Euro eingestellt sind. „Alle Flächengemeinden haben Probleme mit dem Straßenunterhalt.“ Der Gemeinderat müsse Prioritäten setzen. Auch Weyarn müsse überlegen, Ausbaubeiträge auf Anwohner umzulegen. So würden das 70 Prozent der Gemeinden in Bayern regeln. Bislang zahlen Anlieger nur bei der Ersterschließung. „Es ist ein unpopuläres Thema.“

Gewerbe würde es nach Holzkirchen oder Miesbach ziehen. „Dass großen Orte den Rahm abschöpfen, ist nun mal so.“ Die Gewerbesteuer habe sich verbessert, aber sie liege unter dem landesweiten Schnitt. Weil die Gemeinde von Schutzgebieten umzingelt sei, sei es schwer, Flächen anzubieten.

Auch die Asylbewerber waren Thema: Angesichts der Auflösung der Traglufthallen in Holzkirchen und Rottach sei es „nicht unwahrscheinlich, dass wir zusätzliche Leute bekommen“. Zudem stehe eine neue Durchführungsverordnung im Raum, wonach der Landkreis Gemeinden Flüchtlinge zuweisen könnte.

Außerdem hatte die WIGW Rechenschaft über die Aufgaben von Gemeinwesenarbeiterin Ute Haury verlangt. Sie kostet die Gemeinde 20 000 Euro im Jahr. Haury berichtete, dass sie die Seniorenhilfe leitet. Ihre Aufgaben: „Vernetzung, Inklusion, Teilhabe, Lebensqualität.“ Sie werde unterstützt von der Stiftung Liebenau, dem Partner im Mehrgenerationenprojekt am Klosteranger. Um Letztgenanntes wird sich Haury später kümmern. Zudem organisiere sie Nachmittage für Senioren.

Ein wichtiges Thema war das Einheimischenprogramm: Angesichts des überteuerten Immobilienmarkts sollte die Gemeinde vergünstigten Wohnungsbau fördern – ohne jedoch mit der EU in Konflikt zu geraten, der das Einheimischenmodell nicht gefällt. „Daher müssen wir die Kriterien dafür rechtssicher überarbeiten.“ Die Gemeinde besitze baureife Flächen in Naring und Großpienzenau. Flächen am Aussichtsberg-West habe die Gemeinde erworben, die Pläne seien noch nicht spruchreif.

Dann waren die Bürger dran: WIGW-Vorsitzender Alexander Sauer erkundigte sich nach Einheimischenmodellen am Klosteranger. Laut Wöhr ist vertraglich vereinbart, dass einige Reihenhäuser sozialen Wohnzwecken dienen. Erst müssten aber besagte Kriterien feststehen. In den Mehrfamilienhäusern gebe es keine Optionen mehr. Kilian Glockner wollte wissen, ob die Gemeinde ihre Flächen am Klosteranger angesichts der Bebauungsdichte angemessen hoch verkauft habe. Wöhr: „Ziel war hier nie der maximale Ertrag.“ Die Qualität stand im Fokus. Die Baustelle am Klosteranger samt Verschwenkung der J.B.-Zimmermannstraße sei eine Beeinträchtigung der Anwohner, beklagte Sauer. Wöhr zeigte Verständnis, der Bauherr wolle zügig fertig werden. Daher werde alles auf einmal gemacht.

Am Schluss meldete sich Neubürger Stefan Stautner zu Wort, der in den Neubauten auf der Grafwiese wohnt. Er wünscht sich eine bessere Anbindung vom Darchinger Bahnhof nach Weyarn. Laut Wöhr ist das eine Frage der Finanzierung. Stautners Vorschlag für Mieträder stieß bei anderen Bürgern auf Wohlwollen. Sofort umkreisten ihn diverse Mitglieder der Arbeitskreise. Bürgerbeteiligung pur.

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