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Alter Friedhof in Holzkirchen soll umgestaltet werden

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Alter Friedhof in Holzkirchen
Ein Ziel der maßvollen Umgestaltung des Alten Friedhofs in Holzkirchen ist, Kiesflächen in mehr Natur mit pietätvoller Aufenthaltsqualität umzuwandeln. © Hacker

Holzkirchen – Der Alte Friedhof in Holzkirchen soll umgestaltet werden und einen parkähnlichen Charakter erhalten.

Der altehrwürdige Friedhof am Oskar-von-Miller-Platz in Holzkirchen hat momentan rund 230 freie Grabstellen – Tendenz steigend. Damit der Flickenteppich aus Kiesflächen nicht zunimmt, sondern sich langfristig in ein harmonisches Ganzes mit würdevollen Grünanlagenbezug entwickelt, hat die Marktgemeinde das Münchner Landschaftsarchitekturbüro TRR damit beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Diese wurde kürzlich im Orts- und Verkehrsplanungsausschuss vorgestellt und bekam von allen Seiten viel Lob.

Wie Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz anhand von Bildern eindrücklich zeigte, besteht die Friedhofsanlage aktuell neben den Gräbern und gepflasterten Wegen fast ausschließlich aus offenen Kiesflächen. Wie er mehrmals anmerkte, leiste Friedhofsgärtner Michael Hofsäss zwar eine hervorragende Arbeit, aber die vielen verstreuten Brachen mit Riesel seien kaum vernünftig sauber zu halten und heizen sich zudem stark auf. Auch fehle es an Sitzgelegenheiten und schattenspendenden Bäumen. Weil der Friedhof von dichter Bebauung umgeben und einsehbar ist, ist oft auch ein stilles Gedenken schwierig.

Würdige Ruhestätte mit Aufenthaltsqualität

Dem setzte Ritz eine Vision entgegen, wie der Friedhof besser aufgeteilt und als parkähnliche Ruhestätte deutlich aufgewertet werden könnte. Das müsse langfristig gedacht werden. „Wir sprechen da von einem Zeitraum von zehn und mehr Jahren“, meinte der Experte.

Damit sich der Friedhof in eine würdige Ruhestätte mit Aufenthaltsqualität entwickeln kann, muss aber schon jetzt die Belegung gesteuert werden. Entstehen die Flächen geplant, können sie in ansprechende Grünanlagen umgestaltet werden. Auch Orte für Baumbestattungen wären dann möglich. Vorstellbar wäre auch ein Grablegungsplatz mit klösterlicher Situation. Unabhängig davon sollen die historischen Grabstellen, die vorrangig am Haupteingang liegen, erhalten bleiben.

Mindestens 40.000 Euro Kosten

Elemente von alten aufgelassenen Gräbern könnten außerdem als Gestaltungs- und Erinnerungselemente fortbestehen. Langfristig gesehen sollen nach dem Konzept auf dem gesamten Areal rund 50 Bäume gepflanzt werden, dazu Hecken und fünf Bänke sowie zehn Urnenerdsysteme. Die Kosten dafür schätzte Ritz bei Eigenleistung auf rund 40.000 Euro, bei Fremdvergabe auf etwa 58.000 Euro.

Bürgermeister Christoph Schmid gefiel der Gestaltungsvorschlag: „Das Konzept ist langfristig angelegt und trotzdem so flexibel, dass es Schritt für Schritt umgesetzt werden kann.“ Dabei könnte nach Ansicht von Hubert Müller (FWG) in drei Jahrzehnten sogar eine einzigartige grüne Lunge inmitten Holzkirchens entstehen. Simon Ammer (SPD) meinte, es sei eine schöne Idee, den Friedhof so gewissermaßen in einen Ort des Lebens mit viel Grün umzuwandeln.

Friedhof soll kein Park werden

Zustimmung kam auch von Torsten Hensel (FWG), der aber noch wissen wollte, ob durch die Schaffung einer Grünanlage in einem Bereich des Friedhofs nicht Konfliktsituationen entstünden und Satzungen angepasst werden müssten. Wie Ritz sagte, empfehle er das unbedingt: „Eventuell kann man über einen separaten Eingang nachdenken. Es soll auch kein Freizeitgelände entstehen, sondern eine Art Park mit Geschichte, wobei dann natürlich die Kosten für diesen Bereich nicht auf die Friedhofsgebühren angerechnet werden sollten.“

Am Ende stimmte das Gremium dann auch einhellig dafür, dass die künftigen Grabbelegungen gemäß Gestaltungskonzept vergeben werden sollen. hac

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