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Bahnhofsareal Holzkirchen: Siegerentwurf stellt Menschen in Mittelpunkt

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Pläne für Bahnhofsareal in Holzkirchen
Manuel Rausch (l.) und Zosine Seybold (2.v.l.) vom Stuttgarter Büro Studio-MRA haben die Jury überzeugt. Im Beisein von Isabella Britze (M., Bauleitplanung), Birgit Eibl und Josef Walser wurde ihr Siegerentwurf für das neu gestaltete Bahnhofsareal in Holzkirchen kürzlich besprochen. © Hacker

Holzkirchen – Der Siegerentwurf für das Bahnhofsareal Holzkirchen steht fest. Zehn Arbeiten wurden eingereicht. Die nächsten Schritte stehen bereits fest.

Kürzlich wurden in der Aula der Grundschule die zehn eingereichten Arbeiten, um das Holzkirchner Bahnhofsareal umzugestalten, öffentlich präsentiert und die Siegerentwürfe näher vorgestellt. Der erste Platz ging an den Entwurf des Stuttgarter Architektenbüros Studio-MRA. Dieser hatte das Preisgericht vor allem mit seiner überlegten Platzgestaltung, klaren Linien und Sichtachsen sowie der gelungenen Integration des Parkhauses überzeugt. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten Morpho-Logic aus München und das Dachauer Büro dv-Architekten.

„Wir sind natürlich mit der Bahn angereist“, stellte Studio-MRA-Gründer und Wettbewerbssieger Manuel Rausch mit einem Augenzwinkern fest. Das habe ihm erneut die knifflige Herausforderung für eine zukunftsfähige Gestaltung des Areals vor Augen geführt. Wie Zweite Bürgermeisterin Birgit Eibl sagte, ist dies für die Marktgemeinde tatsächlich ein besonderer Platz: „Etwa 17.000 Personen nutzen den Bahnhof täglich. Damit legt sich praktisch Holzkirchen hier einmal täglich um.“

Deutsche Bahn muss zustimmen

Weil diese Visitenkarte in die Jahre gekommen ist, haben die Marktgemeinderäte Ende 2018 beschlossen, ein rund 5,2 Hektar großes Areal rund um den Bahnhof neu zu strukturieren und dafür einen Wettbewerb auszuschreiben. In den Ausschreibungstext wurden die Ergebnisse einer aufwendigen Bürgerbeteiligung eingearbeitet.

Dass dieses Projekt ohne die Zustimmung der Deutschen Bahn (DB) nicht möglich ist, daran erinnerte Martin Gebhardt vom Büro Dömges Architekten, das den Markt als Wettbewerbsbetreuer begleitet hat: „Letztlich lief die Zusammenarbeit nach einer gewissen Aufwärmphase doch sehr gut. Schließlich hat auch die DB ein Interesse daran, diese wichtige Verkehrsdrehscheibe ansprechend zu gestalten.“

P+R-Parkhaus für bis zu 500 Autos

Ein Knackpunkt für alle Wettbewerbsteilnehmer war die vorgegebene Lage des P+R-Parkhauses östlich der Bahngleise, das Platz für bis zu 500 Autos bieten und mit einer Unterführung gleichzeitig die Durchgängigkeit im Ort verbessern soll. Nicht nur dort hat der Entwurf des Studio-MRA überzeugt: „Die Orientierung für die Nutzer des Komplexes Parkhaus und Nahversorger ist über den kleinen Vorplatz optimal gelöst. Außerdem schottet die Kubatur des Bauwerks Verkehrslärm gut ab“, lobte Martin Gebhardt den Lösungsansatz und bestätigte, dass dieser in seiner Gesamtheit das Preisgericht rasch überzeugt habe.

Wie Eibl sagte, fand auch die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit zwei prägnanten Gebäuden Gefallen, bei dem eines als Haus der Bildung mit einem Café und das andere für die Volkshochschule und eine therapeutische Tagespflege vorgesehen ist: „Ich sehe hier sehr viele Wünsche aus der Bürgerbeteiligung verwirklicht, und mit der vorgesehenen Verkehrsberuhigung der Münchner Straße werden wir eine hohe Aufenthaltsqualität bekommen.“

Schöne, klare Formen für Bahnhofsareal

Wobei Rausch zugab, dass er und sein Team beim Lesen der Ausschreibung großen Respekt hatten: „Unser erster Eindruck war: Puh, daraus soll guter Städtebau werden?“ Ins Zentrum der Überlegungen rückte das Team schließlich den Platz, der für Passanten, Fahrgäste und Verkehr mittels schöner, klarer Formen mit Kraft und Flexibilität sowie ohne dunkle Ecken funktionieren muss. „Wir haben uns in die Menschen hineinversetzt und so lange probiert, bis wir überzeugt waren, dass es genau so gehen kann. Mit dabei waren Überlegungen, wie der Umbau im laufenden Betrieb und der sich ständig weiterentwickelnden Bautechnik ökologisch und ökonomisch umgesetzt werden kann“, sagte er.

Im nächsten Schritt wird nun die Ausschreibung vorbereitet, für welche die drei Erstplatzierten des Wettbewerbs ein qualifiziertes Angebot abgeben dürfen. Von heute auf morgen wird das Projekt aber nicht umzusetzen sein. „Wir reden hier von einer erheblichen städtebaulichen Maßnahme und einem Zeithorizont von zehn bis 15 Jahren“, erklärte Josef Walser vom Bauamt. Eibl ergänzte: „Das ist natürlich ein dickes Brett, aber nach all dem, was schon an Zeit und Energie geflossen ist, bin ich überzeugt, dass wir das schaffen.“ Auch Rausch machte Mut und meinte: „So lange wie Stuttgart21 bei uns, wird es in Holzkirchen sicher nicht dauern.“ hac

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