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CSU-Runde in Holzkirchen: Politiker diskutieren über BRB-Netz

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Gespräch zum Thema ÖPNV im Oberland am Holzkirchner Bahnhof
Ein Gespräch zum Thema ÖPNV im Oberland führten am Holzkirchner Bahnhof Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (3.v.l.) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (r.) mit Landrat Olaf von Löwis (l.) und Bürgermeister Christoph Schmid (r.). © Hacker

Holzkirchen – Der Verkehr im Landkreis Miesbach wird zunehmend zum Problem. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und Landtagspräsidentin Ilse Aigner haben das Thema ÖPNV nun in Holzkirchen diskutiert.

Eine hochkarätige Runde von CSU-Politikern hat sich jüngst am Bahnhof in Holzkirchen versammelt, um über den Ausbau des ÖPNV im Oberland zu diskutieren. Mit dabei war Fabian Amini, Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn (BRB). Als das Gespräch bei der Firma Athos im Gewerbegebiet fortgesetzt wurde, stießen interessierte Unternehmer und Valleys Bürgermeister Bernhard Schäfer dazu.

Das Thema Haltestellen in Föching und Unterlaindern stellte sich als schwierig umzusetzen heraus. Die visionäre Idee von Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid, die Gewerbegebiete Ost und Nord mit einer Art Seilbahn an den Bahnhof anzubinden, fand Verkehrsministerin Kerstin Schreyer gar nicht mal so abwegig. Übereinstimmend stellten die CSU-Politiker heraus, dass, wenn das Oberland als Bahnland nicht komplett ins Hintertreffen geraten soll, dem Ausbau der Elektrifizierung höchste Priorität eingeräumt werden muss.

Verkehrsknotenpunkt Bahnhof Holzkirchen

Eingeladen hatten zu dem Treffen die CSU-Ortsverbände Holzkirchen und Valley. Am Verkehrsknotenpunkt Bahnhof Holzkirchen hielt sich CSU-Bundestagsdirektkandidat Alexander Radwan, der zusammen mit Landrat Olaf von Löwis anreiste, nicht lange mit schönen Worten auf: „Die Krux ist, dass ohne Elektrifizierung kein Zug aus dem Oberland in die zweite Stammstrecke fahren kann.“ Genau das sei aber, wie Schreyer betonte, für das Gelingen der Verkehrswende unabdingbar.

„Das Oberland ist momentan die einzige Region um München ohne Elektrifizierung“, stellte Amini fest. Er erteilte aber den Ideen für Akku- oder Wasserstoffzüge eine klare Absage: „Zum einen sind diese Züge für die Steigungen in unserem Netz ungeeignet, zum anderen möchte wohl niemand vor der Haustür eine Wasserstofffabrik haben.“

Ausbau der Oberleitungen gebremst

Und Wasserstoff mit dem Diesel-Lastwagen nach Bayrischzell zu transportieren, gleiche einem Schildbürgerstreich, der, sagte Amini weiter, weder ökologisch noch ökonomisch sei. Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner warnte vor Insellösungen. Als Bremser beim Ausbau der Oberleitungen machte Schreyer den Bund aus: „Dort haben wir momentan wegen des schlechten Kosten-Nutzen-Faktors wenige Fürsprecher.“

Einig waren sich die CSU-Politiker und Amini, dass sich das von Aigner noch als Wirtschaftsministerin angeschobene Gutachten für eine Elektrifizierungsvorplanung positiv auswirken könnte. Erste Ergebnisse sollen 2022 vorliegen. Dabei könnten auch Aussagen zu zusätzlichen Halten in Föching und Unterlaindern getroffen werden.

Problem mit ungesicherten Bahnübergängen

Die Schwierigkeit hier seien laut Amini vor allem ungesicherte Bahnübergänge auf den Strecken, die die Züge nur mit stark verminderter Geschwindigkeit passieren können. Ohne eine Streckenbeschleunigung seien zusätzliche Halte unmöglich.

Ende 2026 läuft der aktuelle Vertrag mit der BRB aus. Wie Alexander Radwan sagte, werde das, was bei der Neuausschreibung des Oberlandnetzes nicht Vertragsgegenstand ist, sei es Elektrifizierung oder zusätzliche Halte, für lange Zeit unerreichbar sein: „Uns muss klar sein, dass wir dann erst wieder in 14 bis 16 Jahren die Chance haben, da etwas zu ändern.“ hac

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