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Fahrrad-Protest der Holzkirchner Grünen gegen geplanten A8-Ausbau

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Fahrrad-Protest der Grünen
Grünen-Bundestagskandidat Karl Bär (5.v.l.) hat mit zahlreichen Unterstützern gegen den geplanten A8-Ausbau protestiert. © GB

Landkreis – Grünen-Mitglieder aus dem Landkreis Miesbach haben mit einem Fahrrad-Protest gegen den geplanten A8-Ausbau demonstriert.

Aus drei Himmelsrichtungen sind jüngst an die 120 Radfahrer nach Rohrdorf gekommen – angeführt von jeweils einem Direktkandidaten für die Bundestagswahl. Für den Landkreis Miesbach war Karl Bär mit etwa 20 Unterstützern dabei, als im Nachbarlandkreis Rosenheim gegen den geplanten Ausbau der Autobahn A8 gemeinsam protestiert wurde.

Der Holzkirchner war Redner bei der Kundgebung, ebenso die weiteren Grünen-Direktkandidaten für den Bundestag, Victoria Broßart und Wolfgang Ehrenlechner. Auch Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, sowie der Rohrdorfer Bürgermeister Simon Hausstetter kamen zu Wort.

Mehr Straße bedeutet mehr Verkehr

Das aktuell CSU-geführte Bundesverkehrsministerium plant, die A8 zwischen München und Salzburg in beide Richtungen zu verbreitern. „Obwohl bekannt ist: Mehr Straße bedeutet mehr Verkehr“, erklären die Grünen. „Das ist nicht nur eine alltägliche Beobachtung, sondern auch in zahlreichen Studien belegt.“

Geplant wird ein sechsspuriger Ausbau ab dem Inntaldreieck. Dieses Vorhaben ist bereits weit fortgeschritten. Aber auch, die A8 zwischen München und Rosenheim auf acht Spuren zu verbreitern, listet das Ministerium im erweiterten Bedarf mit Planungsrecht. An der Anschlussstelle Holzkirchen wird gerade mit Vorarbeiten für eine neue Brücke begonnen, berichten die Grünen.

Aktion in Rohrdorf (Landkreis Rosenheim)

„Mehr Autos durch die zusätzlichen Fahrstreifen führen zu einer noch höheren Belastung für Natur und Anwohner, die in Darching, Weyarn, Irschenberg oder Föching an der Autobahn leben“, sagt Bundestagskandidat Karl Bär. „Auch auf den Zubringerstraßen wird es deutlich mehr Verkehr geben.“

Bei der Aktion in Rohrdorf sei man sich einig gewesen: Die A8 um jeweils eine Spur in jede Richtung auf der gesamten Strecke zwischen Brunnthal und der Grenze zu Österreich zu verbreitern, sei nicht erwünscht und zielführend. Ein einheitliches Tempolimit wäre nach Ansicht der Grünen wesentlich sinnvoller, um Staus und auch Unfälle zu vermeiden.

Moderne Schienen- und Radwegenetze nötig

„Dieser Fahrradprotest ist alleine deshalb gelungen, weil dadurch die Bürger auf den geplanten A8-Ausbau aufmerksam wurden“, sagte Karl Bär bei der Kundgebung. „Selbst Grünen-Mitglieder, die an der A8 wohnen, wussten vorher nichts vom Autobahnausbau.“

Die etwa 1,8 Milliarden Euro, die der Ausbau kosten würde, hält Karl Bär als Investition in ein modernes Schienen- und Radwegenetz sinnvoller aufgehoben: „In Lenggries muss das Personal mit einer gelben Infraschallpistole auf ein Ziel schießen, um losfahren zu können. Dieses skurrile Beispiel aus meinem Wahlkreis verdeutlicht: Wir müssen endlich anfangen, Geld in den zukunftstauglichen, nachhaltigen Bahnverkehr zu stecken, statt in mehr Stau auf der A8 zu investieren.“ ksl

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