1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. DasGelbeBlatt

Kiesgrube in der „Wolfsfläng“: Gemeinderat Warngau lehnt Antrag von Betreiber ab

Erstellt:

Kommentare

Warngau Kiesgrube
Der Gemeinderat Warngau hat der Lagerung von Sondermüll in der Kiesgrube am „Wolfsfläng“ eine Absage erteilt. © Benda

Warngau – Die Kiesgrube in der sogenannten „Wolfsfläng“ in Warngau sorgt schon seit vielen Jahren für Missmut im Gemeinderat.

Der Warngauer Gemeinderat lehnte jüngst einen Antrag des Betreibers, um dort Material mit einer höheren Belastung zu lagern und aufzubereiten, ab. Jedoch nicht aus Groll, sondern aufgrund zu geringer Informationen und Aufklärung. Die hätten eigentlich vom Landratsamt Miesbach kommen sollen – eigentlich.

Denn auch die zweite Einladung in Folge nahm der zuständige Bereichsleiter des Fachbereichs Wasser, Abfall und Bodenschutz des Landratsamtes Miesbach nicht wahr. Am Morgen der Gemeinderatssitzung habe Bürgermeister Klaus Thurnhuber die krankheitsbedingte Absage des Beamten erhalten, wie er am Abend in der Sitzung erklärte. Grundsätzlich wäre das kein Problem, doch die Kommune fühlt sich von der Behörde mittlerweile im Stich gelassen. Schon im Mai sollte der Gemeinderat über die Tektur der Firma Result Recycling GmbH entscheiden. Diese sieht vor, weitere 21.000 Kubikmeter Kies in der Wolfsfläng abzubauen und künftig auch mineralisches Material mit etwas höherem Belastungsgrad (Z 1.2) dort zu verfüllen.

Gemeinderat enttäuscht über Verhalten

Doch wobei handelt es sich bei diesem Material genau? Was soll damit in der Anlage geschehen und wie werden diese Dinge dort kontrolliert? Auf diese und einige weitere Fragen wollte der Gemeinderat schon im Mai Antworten haben, vertagte die Entscheidung und lud den Beamten der Aufsichts- und Prüfbehörde zur Sitzung im Juni ein. Doch dieser erschien schon damals nicht, eine weitere Vertagung der Tektur und Einladung für die Sitzung im Juli folgte – wieder ohne Erfolg. Der Beamte oder ein Vertreter erschienen nicht zur Sitzung. Den Missmut über dieses Verhalten konnten sowohl der Rathauschef als auch die Gemeinderäte nicht verbergen. „Ich finde es schade, wie die Gemeinde hier alleine gelassen wird“, erklärte Thurnhuber.

Ablehnung soll das Landratsamt Miesbach zum Handeln zwingen

Doch neben der Enttäuschung sah sich das Gremium auch gezwungen, ohne Aufklärung in der Thematik dem Antrag auf Tektur des Recyclingunternehmens eine Absage zu erteilen. Zu ungewiss seien die Informationen bezüglich des belasteten Materials, dessen Verarbeitung in der Kiesgrube sowie dementsprechende Auswirkungen auf die Umwelt. Mit der einstimmigen Ablehnung hofft das Gremium nun, dass die zuständige Behörde im Landrats­amt Miesbach nun gezwungen sein wird, von sich aus auf die Gemeinde zu zukommen. Das Thema Kiesgrube in der Wolfsfläng geht also in eine neue Runde. sb

Auch interessant

Kommentare