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Personalstruktur im Holzkirchner Rathaus: Das steckt hinter dem FWG-Antrag

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Von: Selina Benda

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Kein Personaleingang
„Kein Personaleingang“: Der Zaun zu einem Betriebsgelände. © Martin Schutt/dpa (Symbolbild)

Holzkirchen – Die FWG-Fraktion im Gemeinderat Holzkirchen verlangt Auskunft über die Personalstruktur im Rathaus – und bekommt eine Abfuhr.

Die Marktgemeinderäte in Holzkirchen müssen sich in ihren Sitzungen hin und wieder auch mit Personalien der Kommunalverwaltung befassen. Die Fraktion der Freien Wähler hat deshalb einen Antrag gestellt, über die Strukturen sowie bestimmte Bereiche wie etwa die Homeoffice-Regelung Auskunft zu erhalten.

Niemand aus der FWG-Fraktion zweifle an der Berechtigung oder den Kompetenzen der Verwaltung, schickte Fraktionssprecher Torsten Hensel zu Beginn voraus. Jedoch sei das Gremium des Öfteren auch mit Personalentscheidungen befasst und könne dafür auch im Nachhinein zur Verantwortung gezogen werden.

Personalposten nicht einzeln im Haushalt

Noch bis 2017 seien die Personalstrukturen sowie Zu- und Abgänge etwa im Haushaltsplan aufgelistet gewesen, danach nicht mehr. Die Fraktion wünschte sich eine Übersicht, auch über die künftig geplante Stellenentwicklung in der Verwaltung. Der Antrag wurde in der letzten Sitzung vor der Sommerpause behandelt.

Dass der Personalposten nicht mehr einzeln im Haushaltsplan aufgeführt ist, sei richtig, erklärte Geschäftsleiter Robert Haunschild. Dies habe aber vor allem datenschutzrechtliche Gründe. Dass sich die Strukturen im Rathaus auch wirklich geändert haben, bestätigte Bürgermeister Christoph Schmid.

Eigene IT-Abteilung im Rathaus

Nach seinem Amtsantritt Anfang 2020 habe er sich die Verwaltungsstrukturen in der Gemeinde genau angeschaut und mit Kommunen im gleichen Größenverhältnis verglichen. „Da war enormer Aufholbedarf“, erklärte er. Im Zuge der folgenden Umstrukturierungen sei etwa das Hauptamt aufgelöst und dessen Aufgaben umorganisiert worden.

Auch der höhere Aufwand des erweiterten Digitalisierungsprozesses im Rathaus hätte einige neue Arbeitsstellen nach sich gezogen. „Wir haben jetzt eine eigene IT-Abteilung im Haus und die ist mehr als gut beschäftigt“, sagte der Bürgermeister.

Infos zu Homeoffice

Auch durch zehn Mitarbeiterinnen, die derzeit im Mutterschutz sind, deren Arbeitsstellen aber zwischenzeitlich auch besetzt sein müssen, hätte sich die Personalstruktur aufgebläht, erläuterte Haunschild. Die künftige Entwicklung könne man jedoch nicht voraussagen, „weil ein Personalwachstum nicht mit einem Plus an Verwaltungsaufgaben gleichzusetzen ist“, wie der Geschäftsleiter erklärte.

Aber auch über die Home­office-Regelung wollte die FWG Auskunft erhalten. „Jeder Antrag wird geprüft“, erklärte der Bürgermeister. Im Zuge der Corona-Pandemie sei mobiles Arbeiten den Mitarbeitern seit März 2020 aber grundsätzlich erlaubt. Vor allem Eltern hätte man in Zeiten von Homeschooling und geschlossenen Kindergärten dadurch unter die Arme greifen wollen.

Personalrat wird einbezogen

„Aber das geht einfach nicht in allen Abteilungen, dem Passamt zum Beispiel“, erläuterte Schmid. Aber auch durch die Abstandsregeln seien flexible Bürozuteilungen gemacht worden. Bei allen Entscheidungen sei laut Rathaus­chef auch immer der Personalrat einbezogen worden.

Die gesamten Personalstrukturen bis ins Jahr 2017 zurück aufzulisten, sei laut Haunschild organisatorisch eigentlich nicht zu stemmen. Er sagte jedoch zu, dem Gremium den aktuellen Stand zu erläutern. Die FWG-Fraktion nahm dies dankend an und zog ihren Antrag somit zurück. sb

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