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Desolater Zustand des Sauerlacher Sportheims sorgt für Kritik

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Von: Selina Benda

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Sportheim des SV Arget
Das Sportheim des SV Arget ist in desolatem Zustand. Das löste Kritik an der Realisierung des Sauerlacher Sportstättenkonzepts aus. © Benda

Sauerlach – Das Sportheim des SV Arget ist in desolatem Zustand, was nun für Ärger sorgt. Bei einer Aktion im Gemeinderat Sauerlach wurde auf den Missstand aufmerksam gemacht.

Ein Dach, das einem Flickenteppich gleicht, zu wenig Kabinen für die Sportler und Sanitäranlagen, für die man sich schämen müsse – vernichtende Kritik äußerten zwei Mütter jüngst im Gemeinderat Sauerlach. Diese galt dem Zustand des Sportheims des SV Arget, aber auch dem schleppenden Verlauf in der Realisierung des Sportstättenkonzepts der Gemeinde.

Schon im Sommer 2020 hatten sich die beiden Sportvereine SV Arget und TSV Sauerlach gemeinsam an die Gemeinde gewendet. Sie hatten die jeweiligen Bedarfe der Vereine zusammengetragen und den Gemeinderäten in einer Sondersitzung vorgelegt. Bereits damals stand für die Vereine fest, dass der desolate Zustand des Argeter Sportheims nicht mehr tragbar sei und es an zusätzlichen Sportstätten sowie einem Kunstrasenplatz fehle. Der neue Sportbeauftragte Babak Afshar (SPD) kündigte dazu seine Unterstützung an.

Eckpunkte zum Sportkonzept ausarbeiten

Bis Februar 2021 dauerte es noch, bis die Gemeinderäte dann aufgrund eines Antrags von Af­shar und Rupert Feistbauer (UBV) sowie der CSU-Fraktion einen zielführenden Beschluss fassten: Die Verwaltung wurde beauftragt, Eckpunkte zum Sportkonzept für externe Planungsleistungen auszuarbeiten.

„Dabei sollen etwa auch künftige Einwohnerentwicklungen hinzugezogen werden“, erklärte Bauamtsleiterin Jeanette Schaffert auf Nachfrage. Dafür sind im laufenden Haushaltsjahr nur Kosten für die Planung angegeben. Ob jedoch eine Neuplanung oder eine Renovierung der Anlagen erfolgt, entscheiden letztendlich die Gemeinderäte. Zumindest sind für die nächsten Jahre Kosten bis zu einer Höhe von 10 Millionen Euro im Haushalt für das Sportstättenkonzept veranschlagt.

Unterschriften für Sportheim des SV Arget

In der Zwischenzeit wurde es erst einmal wieder ruhig um das Thema. Zu ruhig, wenn es nach einigen Eltern der Kinder vom SV geht. Mit einer Liste von 200 Unterschriften standen zwei Mütter in Vertretung nun vor Bürgermeisterin Barbara Bogner und machten ihrem Unmut im Gremium Luft, denn im Sommer veranstaltete der SV ein großes Fußballcamp, zu dem zahlreiche Kinder aus dem gesamten Gemeindegebiet gekommen waren.

„Wir waren schockiert über die Zustände im Sportheim“, erzählte eine Mutter. Putzen würde in den Sanitäranlagen schon lange nicht mehr helfen, um sie ansehnlich zu machen, und auch die Umkleidekabinen wären eine Zumutung. Das bestätigte Michael Hohenleitner (CSU): „Schon als ich selbst noch aktiv Fußball gespielt habe, kam es da zu unangenehmen Situationen.“ Aufgrund Platzmangels müssten sich die Kinder oft mit den Erwachsenen und auch Jungen sowie Mädchen gemeinsam in einer Kabine umziehen.

Zusätzlich in Halle am Otterloher Feld

Auch stoße der Verein mittlerweile an seine Grenzen, sein ausgebautes Sportangebot ordentlich anbieten zu können, denn der Zuzug in die Gemeinde und damit die Anmeldungen im Verein würden stetig steigen. Die Kapazitäten im Sportheim reichten dafür längst nicht mehr aus. Auch die Verteilung der zusätzlichen Fußballtrainingszeiten in der Mehrzweckhalle am Otterloher Feld seien zu wenig, da sie dort wiederum mit den Zeiten für die Sportler des TSV Sauerlach kollidieren.

„Wann passiert denn da endlich etwas?“, lautete deshalb die emotionale Frage einer Mutter in Richtung Bürgermeisterin. Auch Markus Hoffmann (CSU) kritisierte den vermeintlichen Stillstand in Sachen Sportstättenkonzept: „Das ist viele Monate her, zählt denn so ein Beschluss nicht oder was?“

Rathausbrand in Sauerlach änderte Pläne

Kritik, die Bogner nicht so stehen lassen wollte, zumal Bauamtsleiterin Schaffert nicht persönlich in der Sitzung vor Ort war. Vor allem der große Rathausbrand hätte laut Bogner alle Planungen um ein halbes Jahr zurückgeworfen. Sie empfand es ebenfalls als wichtig, dass sich an der derzeitigen Situation etwas ändere, „aber wir haben leider auch noch andere Prioritäten“. Auf Nachfrage erklärte Schaffert, dass bis Mitte 2022 klar sein soll, in welchem Umfang das Gelände verändert werden soll. Derzeit sei laut Bogner eine Freiflächenplanung in Auftrag gegeben.

Der Sportbeauftragte Afshar erklärte, dass dafür derzeit zwei Architekturbüros in der engeren Auswahl stünden. Wichtig sei, dass bis zur Realisierung an den bestehenden Anlagen Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, damit diese bis zu einem eventuellen Neubau weiterhin genutzt werden können. Um ihrer Herzensangelegenheit noch einmal Nachdruck zu verleihen, überreichten die Kinder am Ende der Bürgermeisterin zusammen mit den Unterschriftenlisten ein Lebkuchenherz. sb

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