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Valley entwirft Konzept für künftige Hochwasserereignisse

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Von: Selina Benda

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Unwetter in Darching (Valley)
Land unter in Darching: Den Valleyer Ortsteil hat das Unwetter im Landkreis Miesbach am Montagabend schwer getroffen. © LRA (Archivfoto)

Valley – Nach den schweren Unwettern im Sommer 2021 arbeitet die Gemeinde Valley an einem Konzept gegen Starkregen und Hochwasser.

Die Hochwasser im Juli 2021 haben auch in der Gemeinde Valley große Schäden angerichtet. Um in Zukunft besser auf solchen Starkregen vorbereitet zu sein, arbeitet die Kommune an einem Konzept für den Notfall – welches der Kommune und Betroffenen helfen soll.

Zahlreiche geflutete Häuser, zerstörter Besitz und Schicksalsschläge, die bis heute andauern – die starken Regenfälle und das Hochwasser zogen vor allem in Oberdarching massive Folgen für Bewohner nach sich. Wie soll es weitergehen, wie kann man bei solchen Naturkatastrophen reagieren? Dies wollte jüngst in der Sitzung des Gemeinderats Josef Klaus jun. (CSU) von Bürgermeister Bernhard Schäfer wissen.

Maßnahmen zum Hochwasserschutz ergreifen

Wie er berichtete, habe es in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit Betroffenen vor Ort gegeben. „In diesen wurde von mir auch immer gesagt, dass es nur zusammen geht“, erklärte Schäfer. Jeder Hausbesitzer müsse Vorkehrungen für seine Gebäude treffen. Nichtsdestotrotz sei auch die Gemeinde im Zugzwang, Maßnahmen zum Hochwasserschutz zu ergreifen.

Es fanden laut Schäfer zwei Treffen mit den Ortsfeuerwehren statt. In diesen wurden nochmal die Einsätze besprochen und Verbesserungsmöglichkeiten in Bezug auf Einsatzpläne, Alarmierung, Prävention und Zusammenarbeit mit dem Landkreis Miesbach erarbeitet.

Hausbesitzer in Gefahrenzone kontaktieren

Zudem erstellt die Gemeinde eine Kontrollliste und trägt Infomaterial zusammen, wie sich jeder Bürger in Zukunft besser gegen Hochwasser schützen kann. Jeder Hausbesitzer, der in einer Gefahrenzone lebt, soll laut Bürgermeister per Schreiben kontaktiert werden. Dann könnten auch persönliche Schutzmaßnahmen besprochen werden.

Da vor allem der Dorfbach in Oberdarching die Wassermassen im Juli nicht halten konnte, wird dieser nun ausgebaggert sowie von Pflanzen- und Staudenbewuchs befreit. Um größere Maßnahmen wie etwa die Verbauung von beschädigten Uferpassagen kümmere sich laut Schäfer der Zweckverband zur Unterhaltung von Gewässern dritter Ordnung. Zudem finde ein Termin mit einer Firma statt, welche geeignete Hochwasserschutzvorrichtungen erstellt.

Rückhaltebecken bei Oberdarching erhöhen

Das Planungsbüro Kokai hat für die Gemeinde ein Konzept für den Hochwasserschutz erstellt. Als erste Maßnahme hätten die Planer eine Erhöhung des Rückhaltebeckens bei Oberdarching vorgeschlagen. Markus Nöscher (CSU) fragte nach, ob das Konzept auch die jüngsten Ereignisse beinhalte: „Da ist ja jetzt eine ganz neue Situation.“

Dies sei noch nicht der Fall, erklärte Schäfer, jedoch würden diesbezüglich noch Gespräche stattfinden. Barbara Walter (CSU) schlug vor, sich für das Sonderförderprogramm des bayerischen Umweltministeriums zum Schutz gegen Sturzfluten zu bewerben. Schäfer wollte diesbezüglich erst weitere Vorschläge des Ingenieurbüros abwarten.

Kritik am Vorgehen

Walter berichtete auch, dass sich einige betroffene Bürger mit ihren Sorgen alleine gelassen fühlten. Es habe vonseiten der Gemeinde keine Informationen bezüglich des weiteren Vorgehens gegeben. Dass bereits an einem Konzept gearbeitet werde, hätten nicht einmal die Gemeinderäte gewusst.

„Es war in den vergangenen Wochen nicht so leicht, Termine und Informationen zu bekommen“, verteidigte Schäfer das Vorgehen. Die Urlaubszeit im August wäre dazu nicht förderlich gewesen. „Ich halte nichts von Schnellschüssen und Aktionismus in einer solch wichtigen Sache“, betonte der Bürgermeister. Die Gemeinde sei dabei, das Hochwasserereignis aufzuarbeiten und Konzepte für die Zukunft zu entwickeln. sb

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