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Valley hilft Flutopfern: Gemeinde unterstützt Betroffene nach Hochwasser

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Von: Selina Benda

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Hagelkörner in einer Hand
Hagel und Starkregen haben im Juli 2021 für schwere Schäden im Landkreis Miesbach gesorgt. Betroffene Bürger in Valley erhalten nun von der Gemeinde finanzielle Hilfe. © Benda

Valley – Der Freistaat Bayern stellt 75.000 Euro für Flutopfer in der Gemeinde Valley bereit. Außerdem wird an einem Konzept zum Schutz vor Hochwasser gearbeitet.

Starkregen und damit verbunden Hochwasser haben im Juli 2021 einige Haushalte in der Gemeinde Valley schwer getroffen. Manche von ihnen erhalten nun finanzielle Hilfe aus einem staatlichen Fond. Die Gemeinde rüstet sich indes mit speziellen Konzepten und Maßnahmen für die Zukunft.

Die Fluten kamen und zerstörten alles, was sich ihnen in den Weg stellte. Auch in Valley hatten einige Bürger beim Starkregen und anschließenden Hochwasser im Juli große Verluste zu beklagen. Vor allem Mitter- und Oberdarching waren stark betroffen.

Konzept für Hochwasserschutz

Bereits im Oktober hatte Bürgermeister Bernhard Schäfer die Gemeinderäte darüber informiert, dass die Kommune die Ereignisse mit den zuständigen Behörden und Feuerwehren besprechen und geeignete Konzepte für die Zukunft entwerfen werde. Eigentlich wollte der Rathauschef dann auch persönlich mit betroffenen Hausbesitzern vor Ort sprechen. Aufgrund der gestiegenen Inzidenzen im Zuge der Corona-Pandemie sei dies aber nicht möglich gewesen.

In einer Sitzung des Gremiums teilte er nun dennoch erfreuliche Neuigkeiten mit, denn die Geschädigten erhalten finanzielle Hilfe von der Kommune. Diese wiederum hat einen Anteil von knapp 75.000 Euro aus einem Hilfsfond des Freistaats Bayern erhalten.

Geld aus Sonderfond für 18 Kommunen

Das Programm zur Wiederherstellung der Infrastruktur in den betroffenen Gemeinden Bayerns greift damit 18 Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern, die stark vom Hochwasser im Sommer betroffen waren, unter die Arme – darunter eben auch dem Landkreis Miesbach.

In einem Online-Meeting hätten laut Schäfer die Fraktionssprecher, der Zweite Bürgermeister Anton Huber sowie er selbst Kriterien und einen Verteilungsschlüssel festgelegt, nach denen die Bürger Anspruch auf zweckgebundene Gelder aus dem Fond haben. Um Ansprüche geltend machen zu können, mussten die betroffenen Bürger Unterlagen in der Verwaltung einreichen.

14 Anträge bei Verwaltung eingegangen

„Es müssen etwa Rechnungen von behobenen Gebäudeschäden vorgelegt werden“, erklärte der Bürgermeister. Sollte die Gesamtsumme der Schäden die Höhe des zur Verfügung stehenden Geldes übersteigen, werde laut Schäfer ein prozentualer Anteil ausgezahlt. Zudem wird ein Gemeinderatsgremium über jeden einzelnen Antrag entscheiden.

Bisher seien laut Bürgermeister 14 Anträge in der Verwaltung eingegangen. Ob und wie viel finanzielle Hilfe sie erhalten, darüber werden alle Antragsteller schriftlich benachrichtigt. „Das Geld wird noch 2021 ausgezahlt“, versprach der Bürgermeister.

Checklisten für Hausbesitzer

Die Kommune selbst setzt vor allem auf präventive Maßnahmen, um bei künftigen Ereignissen schneller reagieren und Schäden minimieren zu können. Dafür wurde nicht nur der Dorfbach von Oberdarching bis zum Orts­eingang Unterdarching ausgebaggert. Es fanden auch Ortsbesichtigungen mit den Kameraden der Feuerwehr statt, um schnell umsetzbare Maßnahmen herauszuarbeiten. Zudem sollen Einsatzpläne für die Floriansjünger und Checklisten erstellt werden, um bei Stark­regen und den damit zu erwartenden Fluten effektiv reagieren zu können.

Checklisten für Hausbesitzer und umfangreiches Informationsmaterial seien laut Rathauschef auch an die Bürger in Mitter- und Oberdarching geschickt worden. „Anhand dieser Informationen kann sich jeder Gebäudebesitzer einen ersten Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten es gibt, um sich besser zu schützen“, erläuterte Schäfer. Geeignete Maßnahmen wären etwa Kellerfenster und -schächte abzudichten, Öffnungen mit Rückstauklappen zu versehen und genügend Sandsäcke zu lagern. Über geeignete Hochwasserschutzvorrichtungen hat sich zudem eine Abordnung der Gemeinde bei einer Firma im Chiemgau informiert.

Damm am Rückhaltebecken erhöhen

Ein Rückhalte- und Hochwasserschutzkonzept für die Gemeinde gibt es schon. Laut dem ausführenden Planungsbüro Kokai sei es jedoch nicht möglich, in die abgeschlossene und geförderte Maßnahme Starkregenereignisse nachträglich einzuarbeiten. Für diese müsste ein gesondertes Konzept ausgearbeitet werden. „Wir bekommen darüber ein Angebot“, sagte der Rathauschef.

Doch für eine erste Maßnahme aus dem bestehenden Konzept wurden nun erste Schritte eingeleitet. Wie Bürgermeister Schäfer berichtete, hätten für die geplante Erhöhung des Damms am Rückhaltebecken bereits Bohrungen stattgefunden. Diese seien nötig, um ein geologisches Gutachten zu erstellen. Dies sei zum Teil bereits erarbeitet und liege der Gemeinde vor. Nach Abschluss wird das Gutachten in die Planungen für die Erhöhung des Rückhaltevolumens eingearbeitet. sb

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