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Eine Erfolgsgeschichte: 30 Jahre Biotonne im Landkreis Miesbach

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Von: Sandra Hefft

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Biotonne
1990 startete der Biotonnen-Versuch im Landkreis Miesbach. © Vivo KU

Warngau/Landkreis – Vor 30 Jahren wurde die Biotonne im Landkreis Miesbach eingeführt. Das Vivo-Kommunalunternehmen zieht Bilanz.

Als einer der ersten bundesweit startete der Landkreis Miesbach in Teilen von Bad Wiessee und Holzkirchen im März 1990 einen einjährigen Modellversuch für knapp 10.000 Einwohner: die Biotonne. „Aufgrund der erfreulich hohen Sammelmenge und der hervorragenden Qualität wurde die Biotonne in den folgenden beiden Jahren landkreisweit eingeführt“, schreibt das Vivo-Kommunalunternehmen.

1990 betrug das Restmüllaufkommen im Landkreis noch knapp 22.000 Tonnen. Fast die Hälfte davon bestand aus Bioabfällen. Diese gesondert zu verwerten, um demwachsenden Abfallaufkommen entgegen zu wirken, war daher ein vielversprechender Ansatz. Die Verwertung erfolgte zunächst in Anlagen des benachbarten Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, bis 1994 die Kompostieranlage im Wertstoffzentrum Warngau in Betrieb genommen wurde.

286.000 Tonnen Bioabfälle als Kompost

Bei einer umfassenden Erneuerung wurde das Kompostwerk 2010 in eine kombinierte Trockenvergärungs- und Kompostieranlage umgebaut. Seither entsteht zusätzlich energiereiches Biogas, welches in Wärme und Strom umgewandelt wird. Mit den rund 1,7 Millionen Kilowattstunden pro Jahr können rund 400 Haushalte versorgt werden.

Im Landkreis wurden seit der Einführung der Biotonne gut 286.000 Tonnen Bioabfälle zu Kompost verarbeitet und in den ökologischen Kreislauf zurückgeführt. Verwendet wird der Kompost, um Erden und Böden im Garten- und Landschaftsbau, in der Landwirtschaft, in Privatgärten und auf öffentlichen Flächen zu verbessern. Darüber hinaus wird er beim Herstellen von Blumenerden und anderen für Gartenbau vorgesehenen Erden eingesetzt.

Störstoffe werden per Hand aussortiert

Ausschlaggebend für das Erzeugen von hochwertigem Kompost ist unverändert die Sauberkeit des Bioabfalls. Damit eine gleichbleibende Kompostqualität sichergestellt werden kann, werden die Bioabfälle vor dem eigentlichen Kompostierungsprozess mit einer aufwendigen Maschinentechnik aufbereitet.

Enthaltene Störstoffe werden dabei händisch aussortiert. Keinesfalls dürfen Asche, Steine, Glas, Metalle und Kunststoffe enthalten sein. Auch keine kompostierbaren Kunststofftüten, da diese zehn Wochen benötigen, während die Verweilzeit im Kompostwerk Warngau nur sieben Wochen beträgt. she

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