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Höher für bessere Luft: Weil der Rauch aus dem Doppelkamin des Heizkraftwerks den Weyarner die Sicht vernebelt hatte, hat die Gemeinde die Schlote nun um drei Meter aufgestockt.

Für klare Sicht

Doppelkamin in Weyarn erhöht

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Weyarn - Der Riese ist nochmal gewachsen: Der bislang zwölf Meter hohe Doppelkamin des Heizkraftwerks im Weyarner Ortskern wurde um rund drei Meter erhöht. Fortan sollen die Anwohner wieder klare Sicht haben.

Wenn das Wetter Kopf stand, war es besonders schlimm. Bei sogenannten Inversionswetterlagen, die zur Folge haben, dass die oberen Luftschichten wärmer als die unteren sind, konnte der Rauch nicht ordentlich abziehen, erklärt Bürgermeister Leonhard Wöhr. Ein trüber Schleier legte sich dann über Weyarn. „Im vergangenen Jahr haben wir vieler solcher Tage gehabt“, erinnert er sich. Auch einige Anwohner hätten sich beschwert. 

Deshalb wurde der bislang zwölf Meter hohe Doppelkamin aus Edelstahl des Heizkraftwerks im Weyarner Ortskern nun erhöht. Laut Wöhr um circa drei weitere Meter. „Je höher der Kamin ist, desto besser kann sich der Rauch verteilen“, meint der Rathauschef. Die Maßnahme sei auf Empfehlung des Landratsamts Miesbach erfolgt. Neu war dieser Gedanke nicht. Bereits die Baugenehmigung schrieb laut Wöhr vor, dass der Kamin baulich so vorgerüstet werden soll, dass später eine Erhöhung ohne großen Aufwand möglich ist – falls nötig. „Wir haben ihn aus optischen Gründen zunächst niedriger gebaut.“ Doch nach einer Beobachtungsphase habe sich herausgestellt, dass die zwölf Meter Höhe nicht ausreichend waren. 

Also ließ die MWB Weyarn GmbH und Co. KG die neuen Stücke mithilfe eines Krans oben draufschrauben. „Ich finde, man sieht den Unterschied auf den ersten Blick gar nicht“, meint Wöhr. Wie berichtet, bauten die Weyarner Gemeindewerke gemeinsam mit der MW Biomasse AG ein rund 1,2 Millionen Euro schweres Nahwärmenetz für den Ortskern. Dafür wurde eigens die MWB Weyarn GmbH und Co. KG als ortsansässige Firma gegründet. Im Juli 2014 startete der Bau, bereits Ende 2014 ging die Anlage in Betrieb. Neben der Heizzentrale samt Doppelkamin an der Friedhofsmauer mussten mehrere hundert Rohre für das Nahwärmenetz verlegt werden. 

Der Biomassekessel erbringt eine Leistung von circa 440 Kilowattstunden und liefert damit gut 95 Prozent der jährlich notwendigen Wärme. Circa 3000 Schüttraummeter Hackschnitzel werden benötigt. Zudem gibt es einen Gaskessel für Notfälle, falls der Biomassekessel mal ausfällt und der als Ergänzung in besonders eisigen Wintern dient. Zunächst dockten Rathaus, Klostergebäude und die bereits fertigen Quest-Neubauten am Prälaturhof an das Nahwärmenetz an. In einer zweiten Ausbauphase im Herbst 2015 wurde das Netz erweitert. Es wurden Leitungen für den Pfarrhof, der ab Frühjahr 2016 umgebaut und saniert wird, für die Mehrgenerationenhäuser, die derzeit am Klosteranger entstehen, sowie für einige Privathäuser gelegt. Auch sie sollen später ihre Wärme über die Anlage beziehen. „Auch andere Anschließer haben schon Interesse bekundet“, meint Wöhr. 

„Wir sind zufrieden, wie es läuft“, sagt der Bürgermeister. Es gebe genug Nutzer. Das Nahwärmenetz ist für die Gemeinde Weyarn obendrein der erste große Schritt in Richtung Energiewende. „Das größte Projekt, das wir bislang realisiert haben“, sagt Wöhr. Bekanntlich will die Kommune bis 2025 ihren Energiebedarf durch lokale und erneuerbare Quellen abdecken. Andere angedachte Projekte wie Wasserkraft an der Mangfall oder eine Photovoltaikanlage am geplanten Autobahnlärmschutz müssten erst weiter entwickelt werden.

Von Marlene Kadach

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