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Im Kerngebiet von Grub im Bereich Dorfstraße, Hofbreite (im Bildhintergrund) und Teufelsgrabenweg will der Gemeinderat die Entwicklung von Um- und Neubauten mit einem Bebauungsplan steuern. 

Gemeinde Valley erlässt Veränderungssperre für Grub

Ein Dorf wird eingefroren

Was die Entwicklung des Ortsteils Grub angeht, will der Valleyer Gemeinderat das Steuer selbst in der Hand behalten. Weil es Bauwünsche gibt, die einen Dominoeffekt zeitigen könnten, legt das Gremium erst mal die Hand drauf.

Valley– Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für einen Teil des Ortsteils Grub aufzustellen, mit dem die Bauvorhaben genauer reguliert werden können. Um nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden zu können, während das Ausweisungsverfahren läuft, hat der Gemeinderat eine Veränderungssperre über das betreffende Gebiet verhängt. Etwa ein Drittel der Anwesen in Grub ist davon betroffen. Die Gemeinde will mit allen Besitzern sprechen.

Das Dorf im Norden Valleys schmiegt sich um die Hufeisen-förmige Dorfstraße zwischen der Eisenbahnlinie am Mangfallhochufer und der Kreisstraße MB 4. Etwa 140 Haushalte gibt es dort derzeit in rund 70 Gebäuden. Für rund 25 davon hat die Gemeinde den Zustand eingefroren: Solange die Veränderungssperre gilt, dürfen sie nicht mehr baulich verändert werden, auch Nutzungsänderungen sind nicht möglich. Bis zu einem Jahr kann dieser Zustand erst einmal andauern. Er soll es aber nicht: Die Gemeinde will nicht die Entwicklung Grubs komplett verhindern – aber der Gemeinderat wolle im Detail ausdiskutieren, in welchem Rahmen sich das Dorf künftig entwickeln soll. Und das soll der neue Bebauungsplan für den gesamten Bereich Dorfstraße, Teufelsgrabenweg und Hofbreite regeln.

„Es stand schon länger die Frage im Raum, wie wir mit unseren grünen Flecken umgehen“, erklärt Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG). Etwa als vor rund zwei Jahren westlich der Dorfstraße fünf Baugrundstücke ausgewiesen wurden, ein Teil davon für ein Einheimischenprogramm der Gemeinde selbst. Denn Lücken bergen Tücken: Sie können dazu führen, dass die „grünen Flecken“ baurechtlich als Innenbereich gewertet werden und damit baureif werden, ohne dass der Gemeinderat das verhindern oder gestalterisch ein Wörtchen mitreden könnte. Die Bebauung muss sich lediglich an Art und Maß der vorhandenen Bebauung in der näheren Umgebung halten. Die Gemeinde befürchtet ein „Ausufern“.

Und in Grub gibt es momentan einen ähnlich gelagerten Bauwunsch. Der Gemeinderat hatte einer Voranfrage bereits zugestimmt, das Landratsamt hatte diese bereits genehmigt. Inzwischen legten die Bauwilligen einen Änderungsantrag vor, es wären zwei Wohnungen statt einer geplant. Der Gemeinderat will sich das für diese Stelle erst gut überlegen: „Wenn wir bei ihm ja sagen, können wir bei anderen schlecht Nein sagen“, findet Hallmannsecker. „Die Frage ist, ob wir in Grub eine solche Verdichtung wollen.“

Der Gemeinderat war sich einig, dass die Aufstellung eines eigenen Bebauungsplans, verbunden mit der einstweiligen Veränderungssperre, die einzige Möglichkeit ist, die Entwicklung des Dorfs in den Griff zu bekommen und auch zu behalten. Das Gremium beschloss beides einstimmig. Den Änderungsantrag stellte das Gremium bis auf Weiteres zurück.

Die Gemeinde hat einen Architekten beauftragt, der nun erst einmal den Ist-Zustand erfasst. „Wir wollen mit allen Grundstücksbesitzern sprechen“, erklärt Hallmannsecker, um Bauwünsche, die in den nächsten Jahren kommen könnten, gleich in den Bebauungsplan einarbeiten zu können, ohne den Bebauungsplan wieder aufwendig ändern zu müssen. Auf der Grundlage von Status quo und Wünschen soll dann ein zukunftsfähiger Bebauungsplan entworfen werden.

Katrin Hager

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