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Einsatzbereit: Seit Mittwoch sitzt die Polizei Holzkirchen in ihrer neuen Dienststelle am HEP-Kreisel. Der Betrieb blieb von dem Umzug unbeeinträchtigt.

Betriebsstart in neuer Dienststelle

Eine Polizei zieht um

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Holzkirchen - Seit gestern arbeitet die Polizei Holzkirchen in ihrer neuen Dienststelle am HEP-Kreisel. Dort finden die Beamten luftigere Büros und eine großzügige Wache vor.

Eine Polizei kann keinen Betriebsurlaub machen. Auch nicht für einen Umzug. Und Langfinger sollen ja nicht denken, dass sie diese Woche ungeschoren davon kommen, warnt Josef Lang, Leiter der Polizeiinspektion Holzkirchen. „Wir müssen immer rund um die Uhr erreichbar sein.“ So war das auch am gestrigen Mittwoch – mit einer klitzekleinen Änderung.

Zwischen 12 und 13 Uhr waren die Sachbearbeiter vor Ort nicht an ihrem Apparat erreichbar – weil die Einsatz-Technik in der neuen Dienststelle eingerichtet wurde. Bei Notfällen konnten Hilfesuchende aber wie gewohnt die zentrale Nummer 110 wählen. Um 13 Uhr begann dann die neue Schicht – im neuen Polizeigebäude. Mit der selben Telefonnummer: 0 80 24 / 9 07 40. Lediglich die Fax-Nummer ändert sich auf: 0 80 24 / 9 07 41 09.

Seit gestern arbeitet die Polizei Holzkirchen in ihrer neuen Dienststelle am HEP-Kreisel, in die der Freistaat gut 4,3 Millionen Euro investiert hat. Die Bauzeit dauerte zwei Jahre. Die offizielle Einweihung des Gebäudes findet am Dienstag, 4. August, statt. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sowie die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner kommen. Dabei wird Lang die Gäste durch das Haus führen. Bis zu diesem Termin darf er der Öffentlichkeit keinen Blick in die Räume gewähren – eine Order von oben.

Eine Umzugsfirma hat das Gröbste für die Beamten erledigt. Bereits am Montag wurden die Akten vom alten Gebäude an der Frühlingstraße in den Neubau geschafft. „Die Akten müssen gemäß der Gesetzeslage aufbewahrt werden“, erklärt Lang. Daher seien sie sofort wieder sicher in dafür bestimmte Räume verstaut worden. Am Dienstag hätten die Mitarbeiter ihre persönlichen Dinge zusammengepackt.

Die Pistolen könnten natürlich nicht einfach in einen Umzugskarton geworfen werden, die Polizisten mussten sich selbst darum kümmern. „Jeder Beamte besitzt eine persönliche Dienstwaffe.“ Diese trägt er im Dienst am Körper, nach Feierabend schließt er sie in ein Waffenfach. „Im alten Gebäude haben wir keine Waffen gelassen“, betont Lang. Bedienen könne sich also keiner, das Gebäude sei nach wie vor überwacht.

Im Gebäude am HEP-Kreisel gibt es neue Computer und Möbel, teilweise stammen diese vom G7-Gipfel in Schloss Elmau, berichtet Lang. Die alten Möbel verteilen die Holzkirchner bei Bedarf an andere Dienststellen, der Rest landet im Sperrmüll. Bald verschwindet auch das Polizeischild von dem Haus in der Frühlingstraße, ein dort angebrachter Plan soll Hilfesuchenden in der Anfangszeit den Weg zum Neubau weisen. Bis zur Einweihung wird auch die Beschilderung im Ort angepasst.

„Möglichst schnell“ wolle die Polizei dann das über 90 Jahre alte Gebäude an das staatliche Bauamt Rosenheim übergeben. Wie berichtet, möchte die Regierung von Oberbayern das Haus umbauen, um dort eine Unterkunft für circa 35 Asylbewerber einzurichten. Eigentlich hatte die Gemeinde ein Auge auf das Gebäude geworfen. Der Gemeinderat hatte der beantragten Umnutzung Anfang Mai dennoch notgedrungen zugestimmt. Denn das Landratsamt hatte vorab angedeutet, das fehlende gemeindliche Einvernehmen notfalls zu ersetzen.

Die Polizei, die viele Jahre auf den Umzug gewartet hatte, ist glücklich mit dem Neubau. „Es ist ein schönes Gebäude, sehr zweckmäßig gebaut“, findet Lang. Rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche stehen den Beamten fortan zur Verfügung. Die Büros seien viel großzügiger, gleiches gilt für die Wache, wo ausgeraubte Bürger Anzeige erstatten können. „Davor war das in einem kleinen Kabäuschen untergebracht.“ Wieviel Personal es gibt, ist allerdings ein Dienstgeheimnis.

Im September plant die Polizei noch einen Tag der offenen Tür. Lang wird den Neubau derweil nur kurz genießen können. Denn Ende 2015 verabschiedet er sich in den Ruhestand.

Von Marlene Kadach

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