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Beliebte Einrichtung: Auch in der aktuellen Saison ist das Eisstadion an der Thanner Straße in Holzkirchen immer gut besucht. Für die Gemeinde ist die Einrichtung jedes Jahr ein Zuschussgeschäft.

Eisstadion: Pistenverrohrung ist marode

Unter der Eisfläche bröckelt es

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Holzkirchen - Das beliebte Eisstadion an der Thanner Straße in Holzkirchen krankt. Die Pistenverrohrung unter dem Eis ist in die Jahre gekommen und marode. Jetzt stellt sich die Frage, ob sich eine Reparatur noch lohnt – wenn die Einrichtung doch eines Tages ausgelagert wird.

Das Holzkirchner Eisstadion ist für die Gemeinde jedes Jahr ein Draufzahlgeschäft. So verlangte auch der Wirtschaftsplan für die Saison 2015/16, den Bürgermeister Olaf von Löwis vergangenen Sommer vorlegte (wir berichteten), dass die Kommune wieder ordentlich Geld in die Hand nimmt: 136 000 Euro Zuschuss waren für den laufenden Betrieb vorgesehen, 162 000 Euro für Investitionen. Trotzdem hält die Gemeinde an der Einrichtung fest. Denn sie erfreut sich großer Beliebtheit. „Auch diese Saison ist das Stadion immer gut voll“, sagt Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke, die das Eisstadion betreiben. Die aktuelle Saison sei witterungsbedingt etwas schleppend angelaufen, habe sich dann aber gut erholt. 

Doch unter der schönen Eisfläche bröckelt es: Denn die rund 20 Kilometer lange Pistenverrohrung, durch die das Kühlmittel fließt und die das Eis kühl hält, ist marode. In der Gemeinderatssitzung hatte sich Hubert Müller (FWG) nach dem Zustand der Verrohrung informiert. Auch im Hinblick auf eine immer wieder diskutierte Auslagerung des Eisstadions. 

Ganz neu ist das Problem zwar nicht, aber die Uhr tickt. Denn eine Verrohrung hält laut Götz im Schnitt 15 Jahre, und: „Die letzte Sanierung ist bestimmt schon 15 oder 20 Jahre her“, sagt er. Die Rohre seien zum Teil äußerlich angegriffen. „Der Rost macht sich drüber her.“ In viele Bereiche könne man gar nicht reinschauen, was zu Unsicherheiten führe. „Nach jeder Saison muss man sie genauer untersuchen“, sagt Götz. „Wenn es in den nächsten Jahren nicht gemacht wird, könnte eine Gefährdung entstehen“, meint er. Bei einem größeren Schaden bestünde die Gefahr, dass aus den Rohren Solemittel ausläuft. „Das ist schädlich für die Umwelt.“ Weswegen er auch von provisorischem Flicken wenig hält. Für den Menschen allerdings stelle dies kein Risiko dar, betont Götz. 

Er schätzt, dass eine Reparatur circa 120 000 Euro kostet. „Die Frage ist, ob es sich noch lohnt“, sagt Götz. „Solange man nicht weiß, wie es weiter geht, möchte man kein Geld verpulvern.“ Denn wie berichtet, überlegt die Gemeinde schon seit Jahren, das Eisstadion auszulagern – auch angesichts der geplanten Postbräubebauung gegenüber und der damit verbundenen Lärmbelästigung für neue Anwohner. Ein neues Eisstadion würde sicher einige Millionen Euro kosten, meint Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Schließlich wären für den Neubau auch Sanitäranlagen und andere Zusatzbauten nötig. Angesichts dessen seien die Reparaturkosten eventuell doch die bessere Alternative. 

Zumal noch völlig unklar sei, wohin mit dem Eisstadion. Für ein komplett neues Sportzentrum am Moarhölzl fehle es der Gemeinde an ausreichend Grund. Dezentrale Lösungen seien ebenfalls im Gespräch. Mit all diesen Fragen beschäftigte sich Manuela Skorka vom gleichnamigen Planungsbüro im Rahmen der Ortsentwicklung. „Wir führen immer wieder Grundstücksgespräche“, sagt Löwis. Obwohl der Bürgermeister weiß, dass die Verrohrung „ein wunder Punkt“ ist, sieht er keinen akuten Handlungsbedarf. „Für mich brennt es momentan nicht“, sagt er. 

Zumal die Gemeinde – was die neue Bebauung gegenüber angeht – Einfluss habe. Denn zumindest die Flächen am Wertstoffhof und am Parkplatz gehören ihr. 

„Die Reparatur steht sicher nicht sofort an“, sagt auch Götz. Aber: Wenn man zum Beispiel die Reparatur in zwei Jahren durchführen würde und das Eisstadion dann in fünf Jahren auslagere, dann rentiere sich die Investition nicht mehr, rechnet er vor. „Man muss das im Auge behalten.“

Und: „Ich denke, dass der jetzige Standort gut für das Publikum ist, weil er angenehm erreichbar ist“, sagt Götz. Selbst wenn die umliegende Bebauung verdichtet würde, hielte sich die Belästigung in Grenzen, findet er – zumal sowieso nur im Winter Betrieb herrsche. Bedenklicher als der Lärm, den die Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler produzieren, sind in seinen Augen die ratternden Kühlaggregate, die Tag und Nacht laufen. 

Die Saison läuft noch bis 29. Februar. Danach ist wieder Zeit, die Verrohrung unter dem Eis unter die Lupe zu nehmen.

Von Marlene Kadach

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