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Spritzig: Andreas Brenninger (r.) von den Gemeindewerken mischt Kreide und Wasser im Rührwerk der Zamboni zusammen. Kollege Bernhard Estner sitzt am Steuer. Sie bereiten die Eisfläche im Hubertusstadion vor.

Saison beginnt am 1. November

Eisstadion: Zukunft vorerst eingefroren

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Holzkirchen - Das Eisstadion eröffnet am 1. November seine Saison. Und wieder stellt sich die Frage, ob eine Sanierung sich angesichts der geplanten Aussiedlung noch lohnt.  

Nach dem Sommerschlaf streikt die Eismaschine. Dabei ist sie nicht mal ein Jahr alt. Andreas Brenninger, Blaumann, dunkle Haare, verschränkt die Arme. Alles muss man heutzutage elektronisch bedienen, per Laptop. Der Mitarbeiter der Gemeindewerke sehnt sich nach dem Vorgängermodell. „Die Alte ist immer die bessere“, belehrt er seinen jüngeren Kollegen Bernhard Estner. „Meistens kommt nichts besseres nach.“ Er lacht. Doch nach einer Visite beim Elektroniker piepst die Zamboni, die orange Lampe blinkt. Jetzt muss sie Kreide fressen. Brenninger schüttet einen Sack davon in die Rührmaschine und spritzt mit einem Feuerwehrschlauch Wasser rein. Dann schnurrt der blaue Koloss über die dünne Eisfläche und versprüht die Kreideemulsion. „Weil alles Dunkle würde zu viel Sonne anziehen, und das Eis schmilzt“, erklärt Brenninger. Nach und nach bringen die beiden so die Eisschicht auf, unebene Stelle hobeln die Messer der Zamboni wieder weg.

Die Gemeindewerke bereiten derzeit alles für die neue Saison am Holzkirchner Eisstadion vor, die am 1. November startet. Doch im Hintergrund schwebt die ewige Debatte über die Zukunft der beliebten Einrichtung.

Dass das Eisstadion – das die Gemeinde heuer wieder mit Summen im sechsstelligen Bereich bezuschusste – großen Zuspruch findet, bestätigt Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke: „Die Auslastung in der vergangenen Saison war wieder sehr gut.“ Vor allem das Wochenende – auf das viele Eishockeyspiele fallen – sei umkämpft. Öffnungszeiten und Preise blieben voraussichtlich gleich. Heuer neu eingeführt habe man, dass alle Geburtstagskinder umsonst rein dürfen. Menschen mit Behinderung sollen eine Ermäßigung bekommen. Das letzte Wort habe hier der Gemeinderat. In seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 27. Oktober, beschäftigt er sich mit dem Eisstadion.

Größere Entscheidungen stehen in der Zukunft an. Die 20 Kilometer lange Pistenverrohrung unter der Eisfläche, durch die das Kühlmittel läuft, ist marode. Jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage, ob es noch hält. „Man kann nicht alle Schweißnähte unter der Sandfläche visitieren“, erklärt Götz. Trotzdem haben seine Mitarbeiter, so wie vor jeder Saison, den Zustand überprüft. „Das Stadion kann heuer guten Gewissens in Betrieb gehen.“ Eine Sanierung der Rohre würde über 100 000 Euro kosten, schätzt er. Die Frage ist, ob sich der Aufwand – angesichts der angedachten Aussiedlung des Eisstadions noch lohne.

Damit spricht Götz einen Dauerbrenner an. Die Gemeinde denkt seit Jahren über eine Auslagerung des knapp 60 Jahre alten Stadions nach. Auch angesichts der geplanten Postbräubebauung und der damit verbundenen Lärmbelästigung. Natürlich ist das eine Geldfrage, es geht um einige Millionen Euro. Bei einem jüngsten Treffen der Gemeinde mit den Sportvereinen hat sich das Stadion als wichtiges Thema erwiesen (wir berichteten). Vage im Raum schwebten Neubauten am Moarhölzl oder nahe des Borhplatzes sowie Gemeinschaftslösungen. Das heißt, dass ein neues Stadion als Mehrzweckhalle dient, oder dass außen herum ein Velodrome verläuft. Laut Bürgermeister Olaf von Löwis beschäftigt sich der Gemeinderat damit in seiner Klausur.

Die Vereine jedenfalls hoffen auf einen Neubau, gesteht Helmut Heinrich, Vorsitzender des ESC Holzkirchen, der 130 aktive Spieler hat, darunter viel Nachwuchs. Leistungsmäßig stoße man an Grenzen. Das größte Problem ist die kurze Eiszeit von November bis Februar. Das wirke sich „auf die Qualität der Spieler“ aus und verhinderte 2015 den Aufstieg der Eishockey-Knaben – die Begebenheit waren für einen Landesliga-Spielbetrieb nicht zulässig (wir berichteten). „Wir brauchen auf jeden Fall ein Dach“, sagt Heinrich. Dieses würde das Stadion unabhängiger von der Witterung machen und längere Zeiten ermöglichen. Baulich ist das laut Gemeinde schwierig.

Die Idee einer Mehrzweckhalle gefällt Heinrich gut. Sein Verein würde sich bei einem Neubau schon beteiligen, mit viel Eigenarbeit. „Wir müssen nicht ortsnah sein“, sagt er. Zu viel meckern will Heinrich aber nicht. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Gemeinde sehr wohlwollend ist“, sagt er. „Aber alt ist nun mal alt.“

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Eisstadion an der Thanner Straße in Holzkirchen öffnet am Dienstag, 1. November, die Türen – vorausgesetzt die Witterung passt. Der Publikumslauf steht zu folgenden Zeiten zur Verfügung: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von jeweils 13.30 bis 15.30 Uhr; Freitag zusätzlich von 19.45 bis 21.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist das Stadion von 9.30 bis 11.30 Uhr sowie von 13.30 bis 15.30 Uhr öffentlich nutzbar. In den Ferien findet der Publikumslauf täglich (außer samstags) von jeweils 9.30 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 15.30 Uhr statt. Die Saison dauert bis zum 28. Februar 2017. Erwachsene zahlen drei Euro Eintritt, die Zehnerkarte kostet 24 Euro. Kinder, Schüler und Studenten müssen 1,50 Euro zahlen, die Zehnerkarte kriegen sie für 12 Euro. Die Preise für Platz- und Bahnmiete können Interessierte bei den Gemeindewerken erfragen unter z 0 80 24 / 90 44 15 oder per E-Mail an meyer@gw-holzkirchen.de.

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