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Heißes Sonnenblumenöl löste am Donnerstag einen Großbrand in Otterfing aus.

Drei Verletzte

Heißes Öl löst Großbrand aus

Otterfing - Großeinsatz in Otterfing: 69 Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpften am Donnerstag den Brand eines Wohnhauses am Adalbert-Stifter-Ring unweit des Bahnhofs.

Überhitztes Speiseöl in einer Pfanne verursachte gestern Mittag einen Großbrand in Otterfing. Der erste Stock sowie der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses am Adalbert-Stifter-Ring brannten völlig aus. Die drei Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen; sie erlitten leichte Rauchgas-Vergiftungen. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf bis zu 300 000 Euro. Etwa 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr verhinderten ein Übergreifen der Flammen auch auf das Erdgeschoss. Es ging auf Mittag zu, als eine 61-jährige Otterfingerin die Pfanne mit dem Speiseöl auf den Herd stellte. Ihre Wohnung befindet sich im ersten Stock, ihr 34-jähriger Schwiegersohn war zu Besuch. Aus noch ungeklärter Ursache entzündete sich laut Polizei das Öl in der Pfanne. Beide versuchten vergeblich, das sich schnell ausbreitende Feuer mit Teppichen zu ersticken. Als dies misslang, alarmierten sie gegen 11.30 Uhr die Feuerwehr und warnten die 84-jährige Schwiegermutter, die das Parterre bewohnt. Alle drei flüchteten aus dem Haus.

Großbrand in Otterfing - Fotos

Die Flammen schlugen aus Fenstern und aus der Balkontür, als die ersten Trupps der Feuerwehr am Einsatzort eintrafen. „Wir haben schnell erkannt, dass unsere Atemschutz-Trupps nicht reichen“, berichtet Otterfings Kommandant Franz Huber, der die Einsatzleitung übernahm. Nachalarmiert wurden daraufhin die Kameraden aus Holzkirchen, Föching und Arget. „Um kurz nach 12 Uhr war das Feuer unter Kontrolle“, sagte Kreisbrandrat Anton Riblinger. Aus der Parterre-Wohnung retteten die Einsatzkräfte zwei Kanarienvögel. Im dichten Qualm suchten anschließend insgesamt zehn Atemschutz-Teams nach Glutnestern. „Das Feuer hat sich tief in den Dachstuhl gefressen“, sagt Huber, „wir mussten das Dach aufmachen.“ Die Drehleiter der Holzkirchner Wehr setzte einen Trupp auf dem Dach ab. Die Männer schlugen ein Loch in das mit Betonpfannen gedeckte Dach, um zu sehen, wie weit das Feuer bereits gekommen war. „Die Wärmebildkameras haben große Hitze angezeigt“, berichtet der Einsatzleiter. Die Suche nach Glutnestern und Nachlöscharbeiten beschäftigten die Feuerwehr noch bis in den Abend. Um das Haus provisorisch vor Regen und Schnee zu schützen, spannten die Männer eine Plane über das beschädigte Dach. Während der erste Stock samt Dachstuhl völlig ausbrannte, blieb die Erdgeschoss-Wohnung vor größeren Schäden verschont. Allerdings sickerte laut Huber einiges Löschwasser durch den Fehlboden. Die Feuerwehr setzte Wassersauger ein. Die Zusammenarbeit der 80 Einsatzkräfte habe reibungslos funktioniert. „Das hat perfekt gepasst“, sagt der Otterfinger Kommandant. Eingespielt habe sich auch die landkreisübergreifende Unterstützung: Beim größten Brand, den Otterfing in den vergangenen Jahren erlebte, halfen auch die Kameraden aus Arget tatkräftig mit.

avh

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