Soll bebaut werden: Postbräuareal.
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Soll bebaut werden: Postbräuareal.

Mehrfamilienhaus beantragt

Der erste Schritt am Postbräuareal

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Das Postbräuareal soll bebaut werden. Jetzt lag der erste Antrag auf Vorbescheid zum Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 25 Wohneinheiten vor.

Holzkirchen - Die Bebauung des Postbräuareals in Holzkirchen sorgte vergangenes Jahr für reichlich Diskussion im Gemeinderat. Vor allem die fehlende Querverbindung zwischen Thanner und äußerer Tegernseer Straße (beim Rewe), die scheiterte, weil ein Grundeigentümer nicht mitspielt, stieß vielen sauer auf. Es kann es lediglich einen Durchstich zwischen Thanner und innerer Tegernseer Straße über die Daisenbergerstraße für Radler und Fußgänger geben. Die Angst vor dem Verkehrschaos machte sich breit. Am Ende erhielt die entsprechende vierte Änderung des Bebauungsplans Nummer 40 nur eine dünne Mehrheit. Inzwischen ist der Plan aber rechtskräftig.

Und pünktlich zur ersten Bauausschusssitzung in diesem Jahr war nun der erste Antrag auf Vorbescheid von privat zum Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 25 Wohneinheiten samt Tiefgarage auf dem Anwesen am Marktplatz 10b ins Rathaus geflattert. Robert Wiechmann (Grüne) zeigte sich erleichtert darüber: „Nichts wäre fataler gewesen, als wenn nach dem Ringen im Gemeinderat nichts von den Eigentümern gekommen wäre“, bemerkte er.

Bekanntlich ist rund um die Industriebrache zwischen Thanner Straße und Innerer Tegernseer Straße Großes geplant. Insgesamt drei Mehrfamilienhäuser aus privater Hand könnten dort entstehen. Zugleich will die Gemeinde später südlich davon wohl fünf Mehrfamilienhäuser dazu bauen. Jedoch erst, wenn die Aussiedlung des Eisstadions geklärt ist.

Der jetzt vorliegende Antrag sieht ein 42 Meter langes Gebäude vor, das im Norden 18 Meter, im Süden 14 Meter breit werden soll. Die Wandhöhe beträgt 9,90 Meter, die Dachneigung 25 Grad. Ein bestehendes Gebäude müsste dafür weichen. Die Zufahrt erfolgt über die Daisenbergerstraße. Der Baukörper rutscht gegenüber den Festsetzungen im Bebauungsplan um zehn Zentimeter nach Osten, was eine Befreiung von den Baugrenzen erforderlich macht. Dem sei nach Ansicht der Verwaltung zuzustimmen, erklärte ein Mitarbeiter aus dem Bauamt. Die Verwaltung hatte insgesamt keine Bedenken gegen den Antrag.

Für leichte Verwirrung sorgten lediglich zwei beantragte Zwerchgiebel, die die Verwaltung zunächst als Gauben identifizierte. Später plädierte sie aber für eine Mischform. Das Problem: Erst ab einer Dachneigung von 30 Grad seien auch Gauben in dem dazugehörigen Bebauungsplan zulässig, erklärte der Mitarbeiter. Zwerchgiebel hingegen – die quasi als Verlängerung der Außenwand nach oben gehen – seien bereits bei 25 Grad erlaubt. Also auch im beantragten Fall. Herbert Gegenfurtner (CSU) meinte: „Ich kann auch mit Dachgauben leben.“ Sonst ginge zu viel Wohnraum verloren, was sich wiederum negativ auf die Wohnqualität auswirke. Ein paar Grad Dachneigung hin oder her – das störe ihn nicht. Robert Wiechmann (Grüne) sah das ähnlich. Martina Neldel (Grüne) wollte nur keinen Präzedenzfall schaffen.

Schließlich stimmte der Bauausschuss mehrheitlich mit sieben zu vier Stimmen dem Antrag zu und erteilte damit sein Einvernehmen, unabhängig davon, ob es sich nun um Gauben oder Zwerchgiebel handelt. Am Ende müsse das das Kreisbauamt entscheiden, so der Mitarbeiter.

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