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In einer Autowerkstatt hat der Exhibitionist zugeschlagen.

Kfz-Mechaniker vor dem Amtsgericht

Exhibitionist verurteilt

Holzkirchen - Weil ein Kfz-Mechaniker (30) in einer Holzkirchner Autowerkstatt vor einer Weyarnerin (46) masturbierte, saß er nun auf der Anklagebank. Das Amtsgericht Miesbach brummte dem Exhibitionisten am Ende eine Geldstrafe auf.

Er wand sich, versuchte, seinen Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Deshalb wollte der Angeklagte nichts von den Anschuldigungen wissen, bestritt alles: „Ich finde das eine Sauerei – ich habe nichts getan“, sagte der 30-jährige Kfz-Mechaniker gleich zu Beginn der Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft hingegen warf dem junge Mann, der in Kirchseeon (Kreis Ebersberg) wohnt, exhibtionistische Handlungen vor, nachdem er in einer Holzkirchner Autowerkstatt masturbiert hatte. Eine Verkäuferin aus Weyarn (46) hatte den Mechaniker angezeigt. Deshalb musste er sich nun vor dem Amtsgericht Miesbach rechtfertigen.

Der Vorfall ereignete sich am 9. Oktober 2014 auf dem Gelände einer Autowerkstatt in Holzkirchen. Das 46-jährige Opfer verabredete sich mit ihrer 52-jährigen Freundin aus Valley zum gemeinsamen Pizzaessen. Die 46-Jährige, die ein paar Minuten vor ihrer Freundin ankam, parkte ihren Wagen auf dem Gelände der Autowerkstatt. Beim Warten bemerkte sie den Kfz-Mechaniker, der sich in der Werkstatt befand, das Tor dazu stand offen. „Er hat sich immer den Schritt gestreichelt und in meine Richtung geblickt“, erzählte sie aufgeregt. Der später dazukommenden 52-jährigen Freundin verwehrte der Angeklagte aber seinen Anblick: „Als ich geschaut habe, drehte er sich um und verschwand.“

Doch die Geschichte war noch lange nicht zuende. Als die beiden Frauen vom Chef (49) des Angeklagten erfuhren, dass der Parkplatz der Pizzeria gegenüber sei, verließen sie wieder das Gelände. Beim Wegfahren passierte es dann. Als die Weyarnerin rangierte, traute sie ihren Augen nicht: In der Werkhalle stellte der 30-Jährige seine ganze Mannespracht zur Schau. Laut der Staatsanwältin zeigte der Täter bei geöffneter Latzhose dem Opfer seinen Penis und onanierte dabei. Das Opfer erstattete gleich am nächsten Morgen Anzeige gegen den jungen Mann. „Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen“, sagte die 46-Jährige gegenüber dem Gericht. „Ich dachte mir immer, dass könnte er bei anderen Frauen wieder machen.“

Die einzige Ungereimtheit bei den Zeugenaussagen – die sich sonst in allen weiteren Punkten deckten – betraf den Aufenthaltsort des Angeklagten zur Tatzeit. Auf die Frage von Richter Walter Leitner hin, wo sich der Angeklagte befand, behauptete dessen Chef, sein Mitarbeiter wäre bei ihm im Büro gewesen. Danach habe dieser in der Werkstatt bei einem Auto Innenarbeiten erledigt, und dabei einmal seine Unterhose zurechtgerückt. Verteidiger Michael Besta wies zusätzlich darauf hin, welches Entdeckungsrisiko sein Mandant bei solch einer Tat eingegangen wäre: Gegenüber die Pizzeria, davor eine Bushaltestelle. Besta plädierte für Freispruch. Leitner entgegnete: „Exhibitionismus findet immer im kleinen Raum statt.“

 Der Richter war von den Aussagen der Zeugin völlig überzeugt, sie habe den Vorfall sehr detailreich geschildert. Außerdem kenne sie den Angeklagten nicht, und habe ihn bestimmt nicht aus Jux und Tollerei angezeigt. „Sie hat keinerlei Vorteil von der Angelegenheit hier“, meinte Leitner. Eine Verwechslung sei ausgeschlossen, erklärte Leitner. Am Ende verurteilte der Richter den Kirchseeoner schließlich zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Euro. Dass der Exhibitionist zum ersten Mal strafrechtlich in Erscheinung trat, wurde zu seinen Gunsten ausgelegt.

Von Daniel Wegscheider

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