Im Pendelverkehr schafften Tankfahrzeuge Wasser heran, um am Freitagabend den fiktiven Großbrand eines Bauernhofs in Grub zu löschen. Foto: Andreas Leder

Hydranten haben zu wenig Kraft

Feuerwehr-Großübung: Löschwasser wird importiert

Grub - Eine Feuerwehr-Großübung von 80 Aktiven in Grub hat aufgezeigt, dass die Hydranten zu wenig Wasser liefern.

Es kam wie erwartet - nämlich fast gar nichts mehr. Aus dem Schlauch auf der Drehleiter gluckste ein schwacher Schwall zu Boden. Die Kraft der Hydranten reichte nicht, um den Vollbrand eines Bauernhofs in Grub mit einem wirkungsvollen Löschwasser-Teppich zu belegen. „Wie befürchtet“, das stellte Hohendilchings Feuerwehr-Kommandant Markus Schlagbauer am Freitagabend fest. Die Großübung mit rund 80 Beteiligten zeigte auf, wie die Feuerwehren im Ernstfall einen Großbrand in Grub bekämpfen können - und wie nicht.

Schlagbauer hatte den „Stresstest“ organisiert. Gegen 19.20 Uhr schrillten die Sirenen. Die Wehren aus Hohendilching, Valley, Föching, Feldkirchen-Westerham und Helfendorf rückten aus, um den angenommenen Großbrand einer Stallung nebst Tenne am Stefflhof von Erich Wolf in den Griff zu bekommen. Zusätzlich waren zwei „Vermisste“ zu retten. Drei Hydranten zapften die Aktiven an. „Der Wasserdruck ist leider schnell zusammengebrochen“, sagt Schlagbauer. Die Männer wichen ins benachbarte Kreuzstraße aus - mit ähnlichem Ergebnis: Auch dort brach die Wasserversorgung zusammen.

Einsatzleiter Schlagbauer reagierte und forderte Kameraden aus Holzkirchen, Otterfing und Weyarn an. Mit ihren großen Tankern, die bis zu 5000 Liter fassen, organisierten sie den Löschwasser-Nachschub über einen Pendelverkehr. „Wir wissen jetzt, dass wir bei einem Großbrand in Grub besser gleich eine höhere Alarmstufe auslösen“, sagte Schlagbauer. Auf die Hydranten könne man sich, wie befürchtet, nicht verlassen. Akute Gefahr bestehe aber nicht, versichert der Kommandant. In Grub gibt es für solche Notfälle eine 100 Kubik fassende Zisterne, die schnell zugängliches Löschwasser bietet.

Unter den Augen von Kreisbrandrat Anton Riblinger funktionierte der Aufbau der Leitungen weitgehend problemlos. „Die Mannschaften haben das schnell im Griff gehabt“, lobte der Einsatzleiter. Gespannt war Schlagbauer, ob die landkreis-übergreifende Alarmierung nach Feldkirchen-Westerham (Rosenheim) und Helfendorf (München) Verzögerungen bringt. „Da gab es aber keine Probleme“, berichtet der Kommandant. Nach gut zwei Stunden war die Großübung gegen 21.30 Uhr beendet. (avh)

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