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Erweiterungspläne hat die Iska Schön GmbH (l.) im Holzkirchner Gewerbegebiet Fichtholz. Wegen des vierspurigen Ausbaus der B 318 nebenan verliert sie zwar an einer Stelle Grund, darf aber Richtung Süden (oben) weiter ausbauen. Die Zufahrt wird Richtung Osten verlegt.

Wohnheime für Mitarbeiter, Lagerhalle und Verwaltungstrakt

Firma Iska wächst

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Holzkirchen - Die Iska Schön GmbH an der B 318 will wachsen und ihre Mitarbeiter günstiger unterbringen. Deshalb sollen zwei Wohnheime, eine neue Lagerhalle und ein weiterer Verwaltungstrakt entstehen. Der Bauausschuss hat das Vorhaben nun abgesegnet.

Auch die Iska Schön GmbH ächzt unter den Holzkirchner Mietpreisen. Insgesamt hat die Firma 200 Mitarbeiter. „Viele kommen aus Niederbayern und den neuen Bundesländern und fahren am Wochenende heim“, erklärt Geschäftsführer Mike Schön. Diese bringt die Iska unter Woche in Wohnungen im Holzkirchner Raum unter. „Denn wir möchten die Fachkräfte halten.“ Doch die Mietpreise seien inzwischen „extrem“. Jetzt sucht der Baudienstleister nach neuen Lösungen. 

Deshalb möchte Iska, die auf eine über 50-jährige Firmengeschichte zurückblickt, und Ende der 90er-Jahre von Föching ins neue Gewerbegebiet Fichtholz östlich der B 318 zog, erweitern. Es sollen zwei Wohnheime für 68 Mitarbeiter entstehen. Zudem sind eine Lagerhalle und ein weiterer Verwaltungstrakt geplant. Die Geschäfte laufen laut Schön gut. „Wir forcieren ein gesundes Wachstum.“ Die Ausbauwünsche hat jetzt der Bauausschuss in seiner Sitzung behandelt. 

Zum einen ergeben sich durch den vierstreifigen Ausbau der B 318 Änderungen für Iska. Die Zufahrt für das Firmengelände, die direkt von der B 318 erfolgt, wird auf die Ostseite verlegt – eine neue Gemeindestraße wird künftig das Gebiet sowie die Autobahnmeisterei erschließen. Das gefällt Schön: „Weil wir jetzt zu den Stoßzeiten kaum mit unseren Lastwagen rauskommen.“ 

Zudem verliert Iska durch den B 318-Ausbau 900 Quadratmeter Grund, hat dafür aber eine circa 2700 Quadratmeter große Fläche im Süden gekauft. Bereits im Oktober 2011 beschloss der Gemeinderat, ein Verfahren zur entsprechenden Erweiterung des Bebauungsplans Nummer 43 sowie eine Änderung des Flächennutzungsplans einzuleiten. Wegen des Planfeststellungsverfahrens zum B 318-Ausbau ruhte das Bauleitverfahren – inzwischen aber gibt es grünes Licht, weil das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist. 

Von Seiten der Firma Iska haben sich unterdessen neue Wünsche ergeben, weshalb einige Festsetzungen angepasst werden müssen. Ein Wohnheim für 46 Personen soll auf die Erweiterungsfläche kommen und 45 mal zehn Meter groß werden. Beantragt ist zudem ein Wohnheim im Osten für 22 Angestellte mit zehn mal 24 Metern Größe. Die Höhe der Gebäude soll sich laut Bauamtsleiter Karl Herbst mit 9,50 Metern an den Bauten im Gewerbegebiet Nord gegenüber orientieren. Neben einem Verwaltungsgebäude im Westen ist eine Lagerhalle geplant mit 58 Metern Länge und 20 Metern Breite. Ähnlich wie die benachbarte Halle der Autobahnmeisterei soll auch die Iska-Halle parallel zur B 318 verlaufen und sieben Meter hoch werden. Alle Gebäude bekommen ein Flachdach aufgesetzt. 

Laut Herbst ist der Iska-Bereich als Gewerbegebiet ausgewiesen. Für die Wohnungen müsse man es in ein Mischgebiet umwandeln. „Die Frage ist, ob es dann möglich wäre, das nur auf Wohnungen der Arbeiter zu beschränken.“ Insofern wäre eventuell eine Ausweisung als Sondergebiet besser. Das müsse man noch prüfen, so Herbst. Hans Puter (SPD) fand den Begriff Sondergebiet besser. Andernfalls befürchtet er „Dauerwohnungen“. Christoph Schmid (CSU) nickte: „Ich sehe zwar die Nöte der Baufirma, die sonst nicht genug Fachkräfte rekrutieren kann.“ Aber das Mischgebiet missfiel ihm ebenfalls. Elisabeth Dasch (SPD) meinte: „Ich finde es verantwortungsvoll, dass ein Arbeitgeber Wohnraum für Mitarbeiter zur Verfügung stellt.“ Doch auch sie forderte eine „Absicherung, dass da nur Iska-Arbeiter wohnen“. Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG) stimmte dem zu. Herbert Gegenfurtner (CSU) sagte: „Die Firma hat sich gut entwickelt, das ist lobenswert.“ Er warnte vor Klagen wegen des Lärms: „Unterschätzt das nicht.“ 

Planer Christian Boiger versicherte, dass es wohl auf Schallschutzfenster rauslaufen werde, die Wohnungen von der B 318 abschotten. Und: „Iska ist dazu bereit, die Garantien zu erfüllen.“ So sollen die Wohnheime nicht eines Tages durch die Hintertür als Motel genutzt, unvermietet oder gar verkauft werden. 

Der Bauausschuss beschloss einstimmig, die südliche Fläche in den Bebauungsplan einzubeziehen, hier eine Nutzung für ein Wohnheim zu ermöglichen und die Festsetzungen anzupassen.

Von Marlene Kadach

Kostensteigerung bei vierstreifigem Ausbau der B 318

Der Zeitplan für den vierstreifigen Ausbau der B 318 bei Holzkirchen bleibt in etwa gleich, die Kosten für das Großprojekt aber schnellen nach oben. „Wir rechnen momentan mit rund zehn Millionen Euro“, sagt Christian Rehm, Baudirektor und stellvertretender Leiter vom Staatlichen Bauamt Rosenheim gegenüber unserer Zeitung. Ursprünglich waren circa 8,6 Millionen Euro veranschlagt. Hintergrund für die Erhöhung der Kosten sind laut Rehm generell gestiegene Baupreise. Um Stauungen und Unfälle zu minimieren, baut die Behörde die B 318 auf 1,5 Kilometern zwischen der A8-Anschlussstelle Holzkirchen und der Einmündung der MB 9, die ins Gewerbegebiet führt, von zwei auf vier Spuren aus (wir berichteten). Der Ausbau zieht weitere Maßnahmen nach sich. Die derzeit mit einer Ampel geregelte Kreuzung der B 318 mit der MB 14 an der Autobahnmeisterei entfällt. Der Anschluss wird in den Süden der Autobahnsiedlung verlegt und erfolgt künftig über eine Brücke, die den Verkehr von Föching und dem neuen Gewerbegebiet einschleift. Eine Lärmschutzwand westlich der B 318 soll Bewohner der Autobahnsiedlung schützen.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt, den die Regierung im Dezember 2014 gefasst hatte, seien erwartungsgemäß keine Klagen im Rahmen der Auslegung eingegangen, so Rehm. „Wir haben also bestandskräftiges Baurecht.“ Der eigentliche Ausbau soll erst 2017 beginnen. Heuer starten bereits die Bauvorbereitungen, die den Autofahrer aber nicht tangierten. Es stünden unter anderem die Ausführungsplanung an, auch die Ausschreibungsunterlagen müsse seine Behörde fertigstellen, sagt Rehm. Wie genau die Verkehrsführung an diesem Knotenpunkt während der Bauzeit ablaufen werde, sei noch offen. Aber: „Wir beabsichtigen es so zu bauen, dass möglichst immer zwei Fahrspuren auf der B 318 nutzbar sind.“ Die Bauzeit werde voraussichtlich ein Jahr dauern. (mar)

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