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Holzkirchner Heinz Focke feiert 90. Geburtstag

Vom Flugschüler zum Busreisenden

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Holzkirchen – Stillstand ist nichts für Heinz Focke. Als Flugschüler überlebte er den Abschuss seines Einsatzflugzeugs. Heute ist er viel mit dem Bus unterwegs. Jetzt feierte der Holzkirchner seinen 90. Geburtstag.

Die Hände in den Schoß zu legen und das Leben an sich vorbeiziehen zu lassen: Das ist nichts für Heinz Focke. Im Gegenteil. Das VdK-Mitglied zieht mit, mal nach Bad Kissingen, öfters nach Berlin und auch noch einmal nach Rügen. 

Angefangen hat seine Lebensreise 1926 in Rumburg im ehemaligen Sudetenland. Schon bald zog seine Familie nach Aussig an der Elbe und Focke etwas später in den Krieg. Als Flugschüler überlebte er im Gegensatz zu dem Piloten den Abschuss seines Einsatzflugzeugs, landete die angeschlagene Maschine sicher und kam in ein Lazarett der kanadischen Streitkräfte. Bereits nach zwei Wochen wurde er gegen andere Gefangene ausgetauscht. 

Weiter ging seine Reise dann nach Osnabrück. Dort arbeitete er bei der niedersächsischen Polizei, bis er schließlich 1947 auf der Suche nach Arbeit in Lochham „landete“, wie der ausgebildete Flieger es gerne ausdrückt. Hier sollte er erst einmal sesshaft werden, mit Frau und Sohn, mit Arbeit, die die Familie ernähren konnte: Bahngleise hat Focke verlegt und Gemüseladungen ins Tegernseer Tal transportiert, bevor er schließlich mit einer 40 Jahre dauernden Anstellung bei der Zweckform auch beruflich seine Reise beendete. Er blieb dort bis zum Ruhestand. 

Nach dem Tod seiner Frau 1995 begann für Focke ein unerwarteter neuer Lebensweg, der ihn auch heute immer wieder nach Berlin führt, mal für Wochen, mal für Monate: Nach mehr als 65 Jahren hat er eine Freundin aus seinem sudetendeutschen Heimatort wiedergefunden. In ebenjener Bundeshauptstadt lebt sie und ist mittlerweile ebenfalls verwitwet. 

Focke und seine Lebensgefährtin sind begeistert von der Reise mit dem Fernbus. Damit das Paar auch mal etwas anderes sieht als die kilometerlangen Autobahnen zwischen Holzkirchen und Berlin, gab es für den Jubilar als Geburtstagsgeschenk eine Reise nach Rügen. Die ist für den Sommer geplant. Natürlich wieder mit Bus oder Bahn. Mit dem Auto fährt Focke zwar noch, vor allem aber im Raum Holzkirchen und bis nach Bad Kissingen. Weiter schaffe er es dann doch nicht mehr, sagt der 90-Jährige. 

Dabei tut er vieles, um seine „grauen Zellen“ aktiv zu halten: Kreuzworträtsel stehen bei ihm hoch im Kurs, wie überhaupt jede Art von Rätsel. Oder „Rummy“, ein Zahlenspiel zum Mitdenken. „Da muss man sich konzentrieren und sehr gut kombinieren können. Das hält den Kopf fit.“ Für die kommenden fünf Jahre auf alle Fälle, hofft er. Denn für den 95. Geburtstag hat Focke seine diesjährigen Gratulanten schon wieder eingeladen. Und bis dahin wird Focke sicher noch einige Male auf Reisen gehen. 

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