Michael Hüttl neuer Leiter der FOS Holzkirchen vor der Einrichtung.
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Michael Hüttl leitet seit diesem Schuljahr die Fachoberschule in Holzkirchen. 

Staatliches Gymnasium Holzkirchen kriegt Anbau

FOS-Leiter Michael Hüttl: „Wir haben auch keinen Platz“

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Während das Staatliche Gymnasium Holzkirchen einen Erweiterungsbau bekommt, sitzt die FOS nebenan auf dem Trockenen. Dabei kämpft sie mit ähnlichen Platzproblemen.

Holzkirchen – Michael Hüttl bleibt sachlich. Dennoch bricht er das Schweigen: „Verärgert bin ich nicht“, betont der Leiter der Fachoberschule (FOS) Holzkirchen. „Aber ein bisschen gewundert habe ich mich schon darüber, dass wir in die Diskussion nicht mit einbezogen wurden.“ Und: „Im Vorfeld hat man nicht mit uns gesprochen, ob man auch was für die FOS schaffen möchte.“ Dabei seien die Verhältnisse an seiner Schule bekannt: „Der Landrat weiß, dass wir auch voll sind und keinen Platz mehr haben.“

Wie berichtet, soll das Staatliche Gymnasium in Holzkirchen wegen gestiegener Schülerzahlen einen Erweiterungsbau bekommen. Diesen Plänen stimmte der Kreisausschuss kürzlich zu. Demnach soll bis 2023 zwischen Turnhalle und Erich-Kästner-Straße für circa 2,3 Millionen Euro ein Gebäude mit vier Klassenzimmern entstehen. Es gibt die Option, den Neubau später aufzustocken. Doch vorerst wird nur der ärgste Brand gelöscht. Denn der Landkreis hofft, dass die Schülerströme nach Holzkirchen abnehmen, wenn in Sauerlach ein neues Gymnasium und in Oberhaching eine zusätzliche FOS und Realschule entstehen.

Während es nun also bald Abhilfe für das überfüllte Gymnasium gibt, geht die benachbarte FOS leer aus. Dabei hat sie mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, berichtet Hüttl. „Wir haben keine Ausweichmöglichkeiten mehr.“ Bereits sein Vorgänger Josef Schlemmer monierte kurz nach dem Einzug in den Neubau 2014, dass das Gebäude zu klein dimensioniert worden sei. Aktuell besuchen laut Hüttl 679 Schüler die FOS, verteilt auf 27 Klassen. Damit starteten rund 30 Schüler mehr als 2019, was einer Klasse entspricht. Für diese dient der Mehrzweckraum als Klassenzimmer. Als Mehrzweckraum muss momentan die Aula herhalten.

Die Corona-Pandemie habe die Lage verschärft: Da einige Betriebe derzeit keine Azubis aufnehmen, würden viele Jugendliche auf die FOS gehen, so Hüttl. Auch Auslandsaufenthalte – die sonst in der Zeit zwischen Realschule und FOS beliebt seien – fielen coronabedingt flach. Hüttl glaubt, dass die Schülerzahlen weiter steigen.

Angesichts der Platznot habe er Gespräche mit dem Landrat geführt, berichtet Hüttl. „Die haben das im Blick.“ Es gebe erste Ideen. Etwa, dass man den Mittelgang zwischen FOS und Gymnasium aufstockt. „Aber spruchreif ist da nichts.“ Zwar tue der geplante Anbau dem gesamten Campus gut, meint Hüttl. Allerdings befürchtet er, dass sich die Situation in der gemeinsamen Dreifach-Turnhalle verschlimmert. Auch hier zwickt es. „Schon jetzt fahren wir ein Minimalprogramm auf.“

Laut Sophie-Marie Stadler, Sprecherin im Landratsamt, hat der Landkreis „allergrößtes Verständnis für die Raumnot an der FOS“. Da der Landkreis hoch verschuldet sei, müssten Ausgaben jedoch „streng priorisiert werden“.

Und es gebe einen gravierenden Unterschied zum Gymnasium. „Die FOS hat aktuell eine Gastschulquote von 60 Prozent“, erklärt sie. Das heißt, dass sechs von zehn Schülern nicht aus dem Kreis Miesbach stammen, sondern hauptsächlich aus dem Kreis München und vereinzelt aus Tölz und Rosenheim. Am Gymnasium hingegen betrage die Gastschulquote nur etwa zehn Prozent.

Die Realisierung der FOS in Oberhaching sei beschlossen. Insofern werde sich in Holzkirchen Raumsituation entspannen. Die Lage mit dem geplanten Gymnasium in Sauerlach sei nicht vergleichbar: „Auch mit zehn Prozent weniger Schülern hätte räumliche Abhilfe geschaffen werden müssen.“

Hüttl sagt zur Gastschülerquote: „Wir haben freie Schulwahl bei der FOS.“ Die Schüler entscheiden, wo sie hingehen. Zwar würden in erster Linie Jugendliche aus dem Kreis Miesbach berücksichtigt. Aber der Druck aus Nachbarschulen im Bereich München sei hoch. „Wir haben hier viele Anfragen.“

Trotzdem bleibt der Landkreis bei seiner Linie: Die FOS müsse die Zeit bis zum Neubau in Deisenhofen eben so überbrücken, wie es das Gymnasium bisher auch gemacht hat, betont Stadler. So würden dort keine neuen Gastschüler mehr aufgenommen, außer es handelt sich um Geschwisterkinder.

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