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In einem Gebäude des Fraunhoferinstituts im Ortsteil Oberlaindern ist am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen.

Brandursache unklar

Fraunhoferinstitut in Flammen

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Oberlaindern – Es war zwar kein Großbrand, dafür aber ein Großeinsatz: Ein Feuer am Fraunhofer-Institut in Oberlaindern hat am Mittwochabend Teile eines Laborgebäudes zerstört. Elf Feuerwehren rückten mit insgesamt 200 Mann aus. Der Schaden geht wohl in die Millionenhöhe. Verletzt wurde niemand.

Am Tag nach der großen Aufregung wirkt alles relativ ruhig. Wissenschaftler tüfteln in Büros, Bauarbeiter werkeln an Neubauten, vor dem Haupteingang werden Scherze gemacht. Umso mehr brodelt die Gerüchteküche. „Wegen Brand geschlossen“, heißt es auf dem Aufkleber eines Pakets, das erst über Umwege angekommen ist. Klaus Breuer, stellvertretender Institutsleiter, steht auf einer Außentreppe und deutet auf ein Flachdach. Rußreste flattern im Wind, Eimer liegen herum, manche Fenster sind zerbrochen, manche mit Holz verriegelt. „Wir befürchten, dass der Sachschaden in die Millionenhöhe gehen wird“, sagt Breuer. Dabei hat seine Einrichtung noch Glück gehabt.

Ein Feuer ist am Mittwoch gegen 20.45 Uhr am Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) in Oberlaindern ausgebrochen. Dabei wurden drei Büroräume im oberen Stockwerk eines zweistöckigen Laborgebäudes weitgehend zerstört, auch analytische Gerätschaften im angrenzenden Labor wurden wohl in Mitleidenschaft gezogen. Die Kriminalpolizei Rosenheim hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. „Zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen kann eine vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen werden“, sagt Jürgen Thalmeier, Sprecher im Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Personen seien keine verletzt worden.

Brand im Fraunhoferinstitut

Bilder: Brand im Fraunhoferinstitut in Oberlaindern

Bilder: Brand im Fraunhoferinstitut in Oberlaindern

Wie Thalmeier mitteilt, ist das Feuer nach ersten Erkenntnissen im Außenbereich des Laborgebäudes ausgebrochen. Anschließend griffen die Flammen wohl auf die Holzfassade des Gebäudes über. „Durch die Hitze platzten Fensterscheiben“, erklärt Thalmeier. Anschließend drangen Ruß und Rauch und später Löschwasser ins Innere – weshalb die Gefahr besteht, dass die hochwertigen und empfindlichen Analysegeräte kaputt gegangen sind. Das werde derzeit untersucht. Bestätigt sich die Befürchtung, sei ein Schaden in Höhe von mehreren Millionen Euro zu erwarten. Der Schaden am Gebäude selbst betrage um die 100 000 Euro. Ob der Brand mit den Arbeiten am Dach des Gebäudekomplexes zusammenhängt, die am Mittwochnachmittag stattgefunden haben, werde geprüft.

Schlimmeres verhindert habe ein Mitarbeiter, der sich am Mittwoch noch auf dem Gelände befand und die Feuerwehr rief, erklärt IBP-Sprecherin Assja Terseglav. Aber: „Wir bedanken uns auch bei den örtlichen Feuerwehren, dass sie so schnell und kompetent gehandelt haben“, ergänzt Breuer.

Elf Feuerwehren aus Valley, Mitterdarching, Hohendilching, Holzkirchen, Föching, Weyarn, Warngau, Otterfing, Sonderdilching, Holzolling und Feldkirchen-Westerham rückten mit insgesamt 23 Fahrzeugen 200 Einsatzkräfte aus, gegen 0.30 Uhr war alles vorbei. Laut Einsatzleiter Martin Schima, Kommandant der Valleyer, hat Oberlaindern seit vielen Jahren keinen solchen Großeinsatz gesehen. Der Grund für das Aufgebot: „Wir hatten nachalarmiert aus Angst, dass die Löschwasserreserven nicht reichen.“ Wie berichtet, braucht das Gewerbegebiet vor allem seit der Erweiterung des IBP einen zusätzlichen Löschwasserspeicher. Dieses Mal aber genügte es. Die Atemschutzträger kämpften sich ins Innere, entlüfteten die Räume und suchten mit einer Wärmebildkamera nach Glutnestern. Der Einsatz war kein leichtes Unterfangen: „Die Zufahrt war wegen der Baustelle schwer erreichbar“, sagt Kreisbrandinspektor Andreas Schwabenbauer. Auch innen war es kompliziert: „Weil das Gebäude sehr verwinkelt ist.“

Das Laborgebäude ist derzeit teilweise gesperrt, erklärt Breuer und eilt die Außentreppe wieder hinunter. An den Brandort kommt gerade nur die Polizei, die Räume sind abgeriegelt. Die gut zehn Mitarbeiter, die dort forschten, müssen sich nun ein Übergangsquartier suchen. Vielleicht können sie ja eines Tages zurück.

Marlene Kadach

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