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Köche mit Bildungsauftrag

Holzkirchen - Tafelspitz und Pasta, dazu Gemüse, Salat und Pfifferlingsauce. Zur Eröffnung hat die Frischeküche Holzkirchen jetzt auf Klassiker des heimischen Herds gesetzt. Die kommunale Großküche wird ab Herbst 1300 Portionen an Schulen und Kitas liefern - und versteht sich auch als Vermittler von Tischkultur.

Den Aperitif der Eröffnungsfeier markierte ein „Umfaller“. Landrat Wolfgang Rzehak und Bürgermeister Olaf von Löwis mühten sich im Nieselregen, an der Nordseite des Neubaus am Ladehof einen Nussbaum zu pflanzen. Sie gruben nicht tief genug, der junge Baum stand 30 Sekunden, kippte dann aber traurig zur Seite. Die Festgäste servierten den beiden Pflanzern fröhliche und gut gesalzene Kommentare.

Die Geschichte der Frischeküche beginnt im Herbst 2010. Der Landkreis fragte damals im Rathaus an, ob sich die Gemeinde an einer größeren Mensa im Neubau von Gymnasium und Fachoberschule beteiligt, um von dort die Versorgung eigener Schulen und Kitas zu organisieren. Seinerzeit hatte das Rathaus Verträge mit zwei Caterer-Betrieben in Arget und Pullach über je 150 Portionen.

„Gute Idee, falscher Standort“, befand der damalige Bürgermeister Josef Höß. Er spann die Idee weiter. Eine kommunale Großküche, allerdings zentral gelegen und nicht eingeengt in eine Schule, sollte die Verpflegung der ständig wachsenden Ganztages-Betreuung an Kitas und Schulen abdecken. „So wichtig wie unsere Schulen ist auch eine gute Verpflegung“, lautete sein Credo, für das er hartnäckig warb. „Diese Frischeküche ist sein Kind“, lobte Landrat Rzehak, „Josef Höß hat uns überzeugt.“

Das zentrale Grundstück am Ladehof stellte die Gemeinde selber zur Verfügung. In nur zehn Monaten entstand dort eine moderne Großküche mit 825 Quadratmetern Nutzfläche, die unter Volllast über 2000 Portionen kochen kann. Küchenchef Gunter Untersberger, seine Stellvertreterin Christine Gerg sowie der Koch Stefan Ullmann, die Helferinnen Monika von der Burg und Inge Sowa und Ausfahrer Günther Eisenrieder starten am Montag den Ferienbetrieb mit 300 Portionen. „Eine Art Aufwärm-Programm“, sagt Karl-Heinz Salzborn, einer der beiden Vorstände des Kommunalunternehmens.

„Wir wollen hier ein Vorzeige-Objekt sein“, betonte Salzborn. Gentechnikfrei, saisonal und regional müssen die Zutaten sein - so lautet die Vorgabe. Schüler zahlen für das Menü 3,90 Euro, Kindergartenkinder 3,40 und Krippenkinder 3,00 Euro. Beliefert werden Gymnasium und FOS sowie die gemeindlichen Kitas. Einige Otterfinger Einrichtungen signalisierten ebenfalls bereits Interesse.

Die Frischeküche will nicht nur kochen, sondern über die fest angestellte Ernährungsberaterin Barbara Schönig auch den Kontakt zu den Kindern suchen. Man habe den Anspruch, dem Nachwuchs das Thema Essen und Ernährung näher zu bringen. „Dazu gehört auch eine gesellschaftsfähige Tischkultur“, sagte Salzborn.

Entscheidend ist letztlich, dass es schmeckt, sagte Küchenchef Untersberger. Er wisse aus der eigenen Familie, dass sich Kinder am liebsten von Pizza und Nutella ernähren. „Wir wollen zeigen, dass es die Mischung macht.“

Die Frischeküche am Holzkirchner Ladehof betreiben die Marktgemeinde und der Landkreis Miesbach als gemeinsames Kommunalunternehmen (gKU). Die beiden Teilhaber brachten jeweils 50 000 Euro als Startkapital ein. Die Investitionen für den Bau in Höhe von 2,9 Millionen Euro finanziert das gKU über Kredite, die der laufende Betrieb mittelfristig decken muss.

Als Vorstände wirken für den Landkreis Franz Weber, der sich um kaufmännische Belange kümmert, und seitens der Gemeinde Eva-Maria Schmitz von der Standortförderung. Schmitz übernimmt die Nachfolge von Karl-Heinz Salzborn, der zum 1. September als Geschäftsleiter in die Gemeindeverwaltung Schechen wechselt.

Ein zehnköpfiger Verwaltungsrat gibt die Richtung vor und kontrolliert die Vorstände. Vorsitzender dieses Gremiums ist kraft Amtes der Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis. Der Marktgemeinderat entsendet Irmi Ammer (SPD), Martina Neldel (Grüne), Christoph Schmid (CSU) und Martin Taubenberger (FWG). Den Landkreis vertreten Jakob Eglseder (CSU-Kreisrat und Bürgermeister von Otterfing), der auch als stellvertretender Vorsitzender fungiert, sowie Josef Höß (ehemals Holzkirchner Bürgermeister und CSU-Kreisrat), Betty Mehrer (SPD), Birgit Eibl (FWG) und Karl Bär (Grüne). Eibl und Bär sind nicht nur Kreisräte, sondern auch Gemeinderäte in Holzkirchen.

Von Andreas Höger

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