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An der Rastanlage Holzkirchen-Nord soll der 46 Meter hohe Mast entstehen. Neben LTE-Mobilfunk für die A8 ist darauf auch Tetrafunk geplant.

Funkmast: Gemeinde sitzt am ganz kurzen Hebel

Valley - Sie hatte einst widerwillig grünes Licht für einen Mobilfunkstandort gegeben. Nun bekommt die Gemeinde Valley ungebetenen Nachschlag: Tetrafunk.

Direkt an der Autobahn-Raststätte Holzkirchen-Nord soll ein neuer Mobilfunkmast entstehen: 46 Meter hoch, mit Sendern für UMTS, LTE für schnelleres mobiles Internet etwa auf Smartphones, den Sendedienst der Autobahndirektion - und den umstrittenen Tetrafunk für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Der Valleyer Gemeinderat hat sich die Pläne der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) jetzt von Telekom-Vertreter Frank-Peter Käßler vorstellen lassen, dem „Kommunalbeauftragten für Mobilfunk und Umweltsicherheit“ des Unternehmens. Den Bauantrag für den Masten brachte er zur Sitzung gleich mit. Der Gemeinderat wird sich damit voraussichtlich in der Sitzung am 10. September befassen.

Anfang Juni war die Hiobsbotschaft aus Holzkirchen gekommen: Die Nachbargemeinde bekam von der zuständigen Projektgruppe Diginet am Innenministerium die Auskunft, dass man in Holzkirchen keinen Standort mehr suche - weil man diesen in Valley gefunden habe (wir berichteten). An der Rastanlage Holzkirchen-Nord, die auf Valleyer Flur liegt, soll auf dem geplanten Mobilfunkmast der Telekom auch der Tetrafunk geschaltet werden. Die Informationen, die Käßler zum neuen LTE-Sendemast anbot, ließ sich der Gemeinderat vor diesem Hintergrund freilich nicht entgehen.

Viel ausrichten kann die Gemeinde gegen die Pläne nicht, machte der Vertreter der Telekom deutlich. Dass der Gemeinderat vor zwei Jahren nur einem UMTS-Standort zugestimmt hatte - im Wissen, diesen ohnehin nicht verhindern zu können -, ändert daran auch nichts. Das Grundstück, auf dem die DFMG den 46 Meter hohen Mast errichten will, gehört dem Bund. „Was bautechnisch dort gemacht wird, ist eine Sache zwischen dem Vermieter und uns“, stellte Käßler auf Nachfrage von Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FW) zur Rechtslage klar: „Wenn Sie nicht zustimmen, ersetzt das Landratsamt die Genehmigung.“ Auch auf die Dienste, die auf dem Mast angesiedelt werden, könne die Gemeinde keinen Einfluss nehmen.

Den befürchteten zweiten Tetrafunk-Standort am Fentberg ist die Gemeinde mit dem Standort an der A8 nicht los. Der einzige Halm, den die Gemeinde hält, sind die offenen Fragen aus dem Moratorium, das der Gemeinderat 2011 beschlossen hatte. Die Gemeinde fordert vom Freistaat, erst die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Tetrafunk nachzuweisen, ehe sie grünes Licht gibt. Tatsächlich wartet man noch immer auf Antworten, sagt Hallmannsecker auf Nachfrage. „Wenn wir nichts verhindern können, geht es um ein Zeichen.“

Katrin Hager

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