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Bessere Schlagkraft: Thomas Diedenhofen (l.) warb bei dem Infoabend für eine Fusion aller Schul-Fördervereine in Holzkirchen.

Fusion der Schul-Fördervereine

Einer für alle – aber nicht alle für einen

Holzkirchen – Ein gemeinsamer, starker Förderverein für alle weiterführenden Schulen in Holzkirchen: Die Idee klingt sinnvoll. Doch es fehlt ihr noch an Mitstreitern.

Das Projekt wäre in Bayern einmalig, sagen die Befürworter. Doch die Resonanz auf den Infoabend, zu dem die Förderer und Freunde der Realschule Holzkirchen jetzt in den Gasthof Oberland luden, war enttäuschend: Einige der Fördervereine, die eine Verschmelzung betreffen würde, fehlten schlichtweg. Das waren zudem noch just jene, die sich laut Thomas Diedenhofen, Kassier bei den Freunden und Förderern der Realschule, noch vor ein paar Jahren positiv für einen Zusammenschluss der Fördervereine ausgesprochen hatten.

Wie berichtet, reifte 2013 der Gedanke, einen gemeinsamen, schlagkräftigen Verein zu gründen, der die Belange aller weiterführenden Schulen und eventuell auch die der Grundschulen in der Marktgemeinde vertritt. Der Förderverein Weiterführende Schulen in Holzkirchen, der jahrzehntelang für eine Realschule, ein staatliches Gymnasium und eine Fachoberschule kämpfte, und die Förderer und Freunde der Realschule brachten die Idee für einen gemeinsamen Verein ein. Das war, nachdem klar war, dass die FOS und das neue Gymnasium realisiert werden. Der Förderverein hatte damit seine gesetzten Ziele erreicht, eine Verschmelzung aller anderen unter seinem Dach lag nah.

In Diedenhofens Augen hätte das einige Vorteile: Die Vereine würden sich bei der Suche nach Sponsoren nicht gegenseitig das Wasser abgraben, und auch für Eltern, deren Kinder verschiedene Schulen besuchen, wäre es nach Ansicht der Befürworter leichter. Trotzdem sollen Spender die Möglichkeit haben, gezielt eine Einrichtung zu unterstützen: Jede Schule bekommt eine eigene Sparte und 1000 Euro Startkapital. Zudem gibt es einen gemeinsamen Grundstock, den der Vorstand verwaltet.

Interner Widerspruch einzelner Mitglieder allerdings verhinderte die Aufnahme der anderen Fördervereine. Damit die Fusion dennoch – aber unter dem Dach der Freunde und Förderer der Realschule – passieren konnte, musste deren Satzung geändert und die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Dafür brauchten Diedenhofen und seine Mitstreiter die Hilfe von etlichen Anwälten und Notaren, so dass nun zwei Jahre ins Land gezogen sind. Jetzt wäre endlich alles bereit für eine Vereinigung. Eigentlich.

In der Zwischenzeit haben sich die Fördervereine des staatlichen Gymnasiums und der FOS neu gegründet. FOS-Leiter Josef Schlemmer, Gymnasiums-Direktor Axel Kisters und Thomas Jakob, dem ersten Vorstand des dazugehörigen Fördervereins, war die Fusionsidee noch neu und fremd. So entspann sich an dem Abend nach der Präsentation von Diedenhofen, die die Notwendigkeit und die Vorteile eines übergreifenden Fördervereins betonte, eine äußerst lebendige Diskussion.

Jakob zeigte sich kritisch. Er sieht eine wesentliche Aufgabe der Fördervereine im Fundraising, also darin, Geldmittel von Sponsoren aus der Wirtschaft zu generieren. „Dafür braucht man Sponsoren, die sich mit einer Schule identifizieren“, meint er. „Man muss eine Marke verkaufen und braucht dazu ein Gesicht. Ein übergreifender Verein zieht nicht als Verkaufsargument, weil ihm die Seele fehlt“, glaubt Jakob. Er zweifelte obendrein die möglichen Synergieeffekte an: „Bei Unternehmensfusionen sind die mit Null zu bewerten“, verwies er auf seine beruflichen Erfahrungen. Er fände es zwar positiv, dass man über den eigenen Tellerrand hinausschauen würde, das Knallerargument für eine Fusion aber fehle ihm.

Schulleiter Kisters hielt zwar die Bündelung der Kräfte für eine reizvolle Idee, fühlte sich aber von den geschaffenen Tatsachen durch die vollzogene Satzungsänderung überfahren: „Ich halte ein gegenseitiges Kennenlernen vorab für wichtig.“ Er wolle erst sehen, ob man als Partner zusammenarbeiten könne. Schlemmer fand zwar die Idee an sich gut, glaubt jedoch nicht an die Umsetzbarkeit. „Diese Struktur braucht Macher.“ Die seien auf Elternseite an allen Schulen vorhanden, entgegnete Nikola Günzel-Peltner, Vorsitzende der Freunde und Förderer der Realschule. Es gehe darum, das Bestmögliche für alle Kinder herauszuholen. Diedenhofen räumte ein, dass der Faktor Zeit neue Fördervereine und Ansprechpartner gebracht habe. Am Ende einigte man sich darauf, zeitnah mit den Vertretern der fehlenden Vereine zu sprechen – um sich erst mal kennenzulernen.

Alexandra Korimorth

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