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Im Haus für Kinder in Otterfing gibt es derzeit vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Platz bietet das Gebäude für eine zusätzliche Gruppe.

Fünf statt 15 Prozent

Gebühr für Kindergarten steigt

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Otterfing – Otterfinger Kindergarten-Eltern müssen tiefer in die Tasche greifen. Das Haus für Kinder, eine Einrichtung der Gemeinde, erhöht die Gebühren.  

Zu Beginn des Kindergartenjahres im Herbst steigen die Gebühren für die Betreuung im Otterfinger Haus für Kinder um fünf Prozent. Kämmerin Birgit Jaskolla hatte dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung sogar eine 15-prozentige Anhebung empfohlen. Der Sprung fiel dem Gremium aber zu groß aus. Gegen die Stimme von Andreas Eichhorn (SPD) beschloss der Gemeinderat, die Gebühren künftig alljährlich um fünf Prozent anzuheben. So will man vermeiden, den Eltern alle zwei bis drei Jahre allzu deutliche Preissprünge zumuten zu müssen.

Die letzte Anhebung habe es vor zwei Jahren gegeben, erläuterte die Kämmerin. Damals seien unter anderem erstmals höhere Reinigungskosten aufgelaufen. „Die vorgeschriebenen Personalschlüssel werden strenger, und es wird mehr Betreuungsqualität verlangt“, erklärt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) die Teuerung. Die Gebührenerhöhung 2014 sorgte dafür, dass der Deckungsgrad bei den Kindergarten-Kosten im Haushalt fast 70 Prozent erreichte. „Wollen wir diesen Wert halten, müssen wir aber gegensteuern“, sagte Jaskolla. Heuer rechnet sie mit weiter steigenden Ausgaben für den laufenden Betrieb in Höhe von mehr als 775 000 Euro, dem aktuell nur 510 000 Euro an Einnahmen gegenüber stehen. „Nur wenn die Gemeinde die Gebühren um 15 Prozent erhöht, lässt sich der Deckungsgrad des Vorjahres erreichen“, sagt die Kämmerin.

Diesen Weg wollte Andreas Eichhorn (SPD) nicht mitgehen, er stimmte als einziger sogar gegen eine fünfprozentige Erhöhung: „Um ein Prozent mehr Kostendeckung zu bekommen, müssen wir 15 Prozent Gebühren erhöhen – das passt nicht zusammen.“ Das Kindergarten-Defizit der Gemeinde sei gar nicht allzu hoch, fand Robert Schüßlbauer (CSU): „40 Prozent wären normal – und da liegen wir deutlich drunter.“ Es gelte die Regel, dass Gemeinde und Staat jeweils 40 Prozent der Kosten decken und den Eltern die restlichen 20 Prozent bleiben. „Eine fünfprozentige Erhöhung sollte reichen“, sagt Schüßlbauer.

Max Ruf (SPD) wies darauf hin, dass das Gremium hier angesichts eines millionenschweren Gemeindehaushalts über eine relativ geringe Summe diskutiere. „Das sollte uns das soziale Angebot in unserer Gemeinde doch wirklich wert sein.“ Den Hinweis der Kämmerin, dass eine alljährliche Erhöhung um fünf Prozent einen bürokratischen Mehraufwand in der Verwaltung bedeute, ließ Ruf nicht gelten. „Dieser Aufwand ist zu leisten“, stellte er fest.

Laut Eglseder bewegen sich die Gebühren des Gemeindekindergartens in etwa auf dem Niveau des Pfarrkindergartens. „Und ich ich habe gehört, dass auch Montessori erhöhen will.“ Im Haus für Kinder arbeiten derzeit acht Erzieherinnen, sechs Kinderpflegerinnen sowie eine Küchenhilfe und eine FSJ-Kraft. Seit 2014, als Montessori in den Neubau auszog, bietet die gemeindliche Einrichtung vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Noch hat man etwas Luft: Ein Raum ist laut Bürgermeister noch frei, um dort wenn nötig kurzfristig eine zusätzliche Gruppe unterzubringen.

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