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Die Gewerbesteuer für 2020 fällt sogar höher aus als erwartet. (Symbolbild)

Kämmerer gibt Zwischenstand

Gemeindefinanzen: Positive Entwicklung trotz Corona

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Mitten in der Coronakrise gibt der Holzkirchner Kämmerer einen Einblick in Haushaltslage der Marktgemeinde. Die Botschaft: So schlecht schaut es gar nicht aus.

Holzkirchen – Die Corona-Krise reißt vielerorts Löcher in Kassen und Geldbeutel. Trotzdem konnte Holzkirchens Kämmerer Dominik Wendlinger auch Positives berichten, als er kürzlich im Hauptausschuss einen kurzen Einblick in die aktuelle Haushaltslage der Marktgemeinde gab. Das Überraschende: Die Gewerbesteuer für 2020 fällt sogar höher aus als erwartet. Im Haushaltsansatz waren 18,1 Millionen Euro veranschlagt, tatsächlich seien es nun rund 22,3 Millionen. „Diese positive Entwicklung hat aber nichts mit dem Jahr 2020 zu tun“, betont Wendlinger auf Nachfrage. Vielmehr handle es sich dabei um Steuereinnahmen aus Altjahren. „Die Firmen waren jetzt fleißig und haben ihre Steuererklärungen gemacht.“ Der Großteil des unerwarteten Zuwachses stamme aus den Jahren 2013 und 2018.

Trotz guter Werte habe die Gemeinde bei den liquiden Mitteln Ausfälle in Höhe von circa 1,7 Millionen Euro zu verzeichnen. Das hat laut Wendlinger mit den coronabedingten Steuer-Stundungen zu tun, die Firmen beantragen konnten. „Dennoch haben wir genug liquide Mittel, um 2020 zu überbrücken“, erklärt der Kämmerer. Rund 5,2 Millionen Euro stünden zur Verfügung. Aktuell lägen keine neuen Stundungsanträge vor, der letzte ging Mitte November ein.

Marginal sei der Ausfall bei den Kitagebühren, auf die die Gemeinde 2020 in den Monaten April, Mai und Juni verzichtete. „Da haben wir einen Ausgleich vom Bund bekommen“, so Wendlinger. Verwaltungs- und Vermögenshaushalt schließen mit einem Plus von 2,9 Millionen Euro ab. Wendlingers Fazit: „Das Jahr 2020 schaut für den Markt Holzkirchen noch recht positiv aus.“

Etwas schwärzer hingegen fällt die Prognose für das Jahr 2021 aus, in dem die Coronakrise spürbarer werde. Wendlinger rechnet mit gut 1,1 Millionen weniger Einkommenssteuer – bedingt durch Kurzarbeit und Co. Auch die Umsatzsteuer sinke, Wendlinger prognostiziert 80 000 Euro weniger Einnahmen. Außerdem steige die Kreisumlage für Holzkirchen auf 18,4 Millionen Euro. „Ein Höchstsatz“, wie Wendlinger erklärte. In den vergangenen Jahren habe sie bei jeweils 14 Millionen Euro gelegen. Der Grund für die Steigerung: Bemessungsgrundlage sei das Jahr 2019. „Und das war ein gutes Jahr“, so der Kämmerer. Die Umlagekraft lag bei 35 Millionen Euro.

Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) freute sich über Wendlingers Ausführungen. „Die Kassenlage ist gut, und wir kommen gut durch 2020.“ Mit Blick auf die hohe Kreisumlage bemerkte der Rathauschef: „Der Landkreis darf sich auf ein Geschenk mit Schleife freuen.“ Und: „Wir werden einen historischen Rekordwert überweisen.“ Auch Elisabeth Dasch (SPD) sprach „von einem Geschenk für den Kreis“. Sie fand es insgesamt bemerkenswert, dass Kämmerer Wendlinger in diesen Zeiten so viel Positives zu berichten hatte.

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