Auf gute Zusammenarbeit: Andreas Hallmannsecker (l.) gratuliert Anton Huber, der am Dienstag zum Zweiten Bürgermeister gewählt wurde. Foto: tp

Kampfabstimmung bringt Überraschung

Valley - Die Gemeinde Valley hat überraschend einen neuen Zweiten Bürgermeister: Anton Huber (CSU) setzte sich am Dienstag in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats in einer Kampfabstimmung (9:8) gegen Amtsinhaber Hans Lindmeier (FWG) durch.

Die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister geriet zum Schlussakkord des Wahlkampfs. Die Vorgeschichte: Die FWG hatte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker, obwohl dieser als Alleinkandidat antrat, auch als Listenführer auf die Gemeinderats-Liste platziert. Das zahlte sich aus: Die FWG-Fraktion gewann die beiden Mandate dazu, die der Gemeinderat nach Überschreiten der 3000-Einwohner-Marke dazubekam.

Dieses wahltaktische Manöver, den Bürgermeister als Stimmenzieher auf die Liste zu nehmen, verstimmte aber die anderen Fraktionen. Am Dienstag präsentierten diese in geheimer Wahl die Rechnung. Georg Nöscher (CSU) schlug seinen Fraktionskollegen Anton Huber als Zweiten Bürgermeister vor. „Er ist sehr gut darin, Stimmungen in der Bevölkerung aufzunehmen.“ Josef Dittmayer (FWG) warb dafür, Hans Lindmeier weitere sechs Jahre das Vertrauen zu schenken. „Er hat von den Bürgern die meisten Stimmen aller Kandidaten bekommen.“ Die Valleyer Liste (VL) schickte Josef Huber ins Rennen. Dieser kam im ersten Wahlgang auf vier Stimmen - darunter also auch eine aus einer anderen Fraktion.

Im ersten Wahlgang wurde deutlich, dass Lindmeier nicht auf die volle Unterstützung seiner Fraktion bauen konnte. Er bekam nur sechs Stimmen, zwei FWG-Räte scherten aus. In der Stichwahl machte Anton Huber, der im ersten Wahlgang sieben Stimmen bekommen hatte (die CSU hat vier Sitze) alles klar: Mit 9:8 wurde der Sollacher gewählt.

Einen Dritten Bürgermeister gibt es nicht; wie bisher wurde nur ein weiterer Stellvertreter bestimmt, der die beiden Bürgermeister bei gleichzeitiger Verhinderung vertritt. Per Handzeichen fiel die Wahl auf Josef Huber (VL). Die acht FWG-Stimmen reichten dem ebenfalls nominierten Hans Lindmeier auch hier nicht. Alle anderen Fraktionen hoben für Huber die Hand. Die Abstimmungen schlagen auf die Sitzordnung durch: Zweiter Bürgermeister Huber beanspruchte für die CSU die vorderen Plätze neben dem Bürgermeister. Die FWG-Fraktion, obgleich die stärkste, rückt nach hinten.

Sechs neue Gemeinderäte vereidigte Hallmannsecker: Josef Klaus und Hans Beil (beide CSU), Robert Hofstetter, Paul Hechenthaler und Magnus Epp (alle FWG) sowie Michael Stacheter (VL).

Mit der neuen Geschäftsordnung regelte der Gemeinderat auch die Vergütungen: Der Bürgermeister wird als kommunaler Wahlbeamter auf Zeit in A 15 eingestuft (5830,78 Euro brutto), dazu gibt es eine Aufwandsentschädigung von 550 Euro. Dem Zweiten Bürgermeister sprach das Gremium monatlich 350 Euro zu. Beim Sitzungsgeld bescheiden sich die Räte weiterhin mit 20 Euro. (avh)

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