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Die Fackel leuchtet: An der Geothermie-Bohrstelle wird Gas kontrolliert abgefackelt.

Geothermieprojekt in Holzkirchen

Gasfackel erleuchtet den Bohrplatz

Holzkirchen - Vor allem nachts bietet die Geothermie-Bohrstelle in Holzkirchen derzeit einen spektakulären Anblick: Neben dem fast 60 Meter hohen Bohrturm leuchtet eine Gasfackel. Sie hat eine wichtige Aufgabe.

Die Geothermiebohrung in Holzkirchen kommt voran. „Wir sind voll im Zeitplan und haben bereits 4180 Meter an Tiefe erreicht“, informiert Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke Holzkirchen, in einer Pressemitteilung. 

An der Bohrstelle in der Alten Au ist derzeit immer wieder Fackelschein zu beobachten. Der Grund: Es wurden gashaltige Schichten durchbohrt. „Wir wussten, dass sich in diesen Schichten Sandsteinlinsen befinden, die auch mit Gas gefüllt sein können“, erklärt Geologe Dr. Klaus Dorsch vom Planungsbüro Erdwerk: „Dieses Gas wird nun an der Bohrplatzfackel kontrolliert abgefackelt.“ Gerade nachts sei der Lichtschein der Gasfackel weithin sichtbar. Ein Bild, an das sich einige Holzkirchner noch aus den 1970er- und 80er-Jahren erinnern, meint Götz: von den Erdöl-Tiefenbohrungen.

Die Reise in die Tiefe begann wie berichtet Ende Januar. Mit der Bohrung hoffen die Gemeindewerke, in wasserführenden Erdschichten in 5000 Meten Tiefe auf 140 Grad heißes Wasser mit einer Schüttung zwischen 65 und 80 Litern pro Sekunde zu stoßen. Diese Energiequelle soll künftig Wärme und Strom produzieren. Für die erste Bohrung stellte die Marktgemeinde knapp elf Millionen Euro aus dem Haushalt zur Verfügung. Geht alles glatt und bestätigen sich die Erwartungen, kann die zweite Phase des Projekts starten, mit dem Bau des Kraftwerks. Es soll bis Ende 2017 am Netz sein, um den optimalen EEG-Vergütungssatz abgreifen zu können. Finanziert werden soll die zweite Projektphase über ein Darlehen in Höhe 28,6 Millionen Euro, das ein Bankenkonsortium zur Verfügung stellt. 

mm

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