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Hier kracht es häufig: Die Kreuzung der B 318 mit der Kreisstraße MB 19 (Taubenberg- und Bahnhofstraße) in Oberwarngau gehört der Vergangenheit an, wenn die Grünbrücke kommt.

Tieferlegung der B 318 in Warngau

Gestolpert, aber nicht gefallen

Warngau - Die Tieferlegung der B 318 in Warngau verzögert sich: Weil die Kosten gestiegen sind, muss das Bundesverkehrsministerium die Planung erst noch absegnen. Steht damit alles wieder auf der Kippe? „Daran will ich gar nicht denken“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber.

Die Tieferlegung der Bundesstraße, die Oberwarngau in zwei Hälften durchschneidet, wird teurer als gedacht. Statt der im Vorentwurf geschätzten 4,3 Millionen Euro werden nach aktueller Berechnung insgesamt 6,452 Millionen Euro fällig, die sich Bund (4,619 Millionen) und Gemeinde Warngau (1,833 Millionen für die extra gewünschte Grünbrücke für die Kreisstraße MB 19) aufteilen. Grund dafür sind zum einen die allgemein gestiegenen Baupreise. Zum anderen ergaben vertiefte Untersuchungen einige Neuerungen, erklärt Straßenbauamtsleiter Christian Rehm auf Nachfrage unserer Zeitung. So sei aufgrund eines Gutachtens eine aufwendigere Beleuchtung im Unterführungsbereich notwendig. 

Der Start der Bauarbeiten – zuletzt für Februar vorgesehen – verzögert sich wegen der Kostenerhöhung, gab Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) im Gemeinderat bekannt: „Es wird wohl April oder Mai.“ Denn die Tieferlegung muss wegen der höheren Kosten nun in den Straßenbauplan des Bundes aufgenommen werden, ehe sie umgesetzt werden kann, so Rehm. Und die Entscheidung ist noch nicht durch. 

Ein bisschen klingt das nach einem bösen Déjà-vu: 2009 war die Planung vom Bundesrechnungshof plötzlich gestoppt worden, weil ihm die Kosten – damals geschätzt auf sechs Millionen Euro, davon drei Millionen für den Bund – zu hoch ausfielen. Ihr Comeback hatte die Tieferlegung 2011 geschafft, weil die Gesamtkosten dank einiger Abstriche in der Planung günstiger ausfielen als fünf Millionen Euro. Dadurch eröffnete sich die Option, die Kosten nicht direkt vom Bund zahlen zu lassen – sondern aus einem Topf mit Bundesmitteln, über den der Freistaat verfügt. Nun reißt die Tieferlegung diese Kostenhürde. Droht sie durch den Stolperer auch zu fallen? 

Der Straßenbauamts-Chef gibt Entwarnung. Denn die Voraussetzungen haben sich verändert. „Das Projekt ist planfestgestellt“, erklärt Rehm. „Es liegt bestandskräftiges Baurecht vor, der Bund will das Projekt umsetzen.“ Die erforderliche Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium, die der Ausschreibung der Arbeiten vorausgehen müsse, sei „eine interne Formalie“, so Rehm. Dass die Planung auf den letzten Metern doch noch gekippt wird: unwahrscheinlich. Der Bürgermeister will sich trotzdem für den Fall der Fälle wappnen, sagt er auf Anfrage. „Ich habe Herrn Rehm aufgefordert, uns sofort zu informieren, wenn politische Unterstützung notwendig wird“, sagt Thurnhuber. 

Die Straßenbaubehörde – die sowohl für Straßen in der Baulast des Bunds als auch des Freistaat zuständig ist – will damit vor allem einen Unfallschwerpunkt ein für alle Mal entschärfen: Immer wieder kracht es an der Kreuzung der vielbefahrenen B 318 (rund 18 000 Fahrzeuge pro Tag) mit der Bahnhof- und der Taubenbergstraße. Gerade das Ab- und Einbiegen sorgt dort für gefährliche Situationen. Die Gemeinde sieht reduzierte Immissionen auf die Anwohner als Vorteil des Projekts. 

Im zweiten Quartal 2016, so Rehm, sollen die Arbeiten losgehen. Erst wird die Ersatzspur westlich der B 318 gebaut, auf der der Verkehr an der Baustelle vorbeifließen soll. Dann werden Zu- und Abfahrtsrampen der Grünbrücke zu Taubenberg- und Bahnhofstraße angelegt. Im Frühjahr 2017 beginnt die eigentliche Absenkung der B 318 um bis zu sechs Meter unter heutiges Niveau und der Bau der Grünbrücke. Ende 2017 soll das Bauwerk fertig werden.

Katrin Hager

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