Street-Art-Künstler Sandro Thomas bemalt Parkgarage in Baumgartenstraße Holzkirchen.
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Sandro Thomas sprüht im Auftrag der Gemeinde. Aktuell verschönert er die Parkgarage an der Baumgartenstraße.

Sandro Thomas sprüht im Auftrag der Gemeinde

Graffiti: Street-Art für die Parkgarage in Holzkirchen

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Der Street-Art-Künstler Sandro Thomas hat den Zugang zur Parkgarage an der Baumgartenstraße verziert. Er macht Graffiti für jedermann.  

Holzkirchen - Sandro Thomas ist so etwas wie der Beamte unter den Graffiti-Künstlern. Er sprüht ganz offiziell, ja sogar im Auftrag der Gemeinde. Denn der 34-Jährige arbeitet lieber auf die legale Weise. „Dann hat man nicht so einen Druck und mehr Zeit“, erklärt er. „Und man kann sich besser auf das Motiv konzentrieren.“ Außerdem findet er es wichtig, dass die Kunstwerke in die Umgebung passen und vielen Leuten gefallen. Illegale, hastig hingesprayte Schriftzüge hingegen, verstehe der Otto-Normal-Verbraucher meist gar nicht und empfinde sie daher als hässlich.

Über die Sommerferien hat der Künstler nun den Zugang zur gemeindlichen Parkgarage an der Baumgartenstraße in Holzkirchen mit einem Street-Art-Kunstwerk verschönert. Dieses ist bald fertig, der 34-Jährige befindet sich in den letzten Zügen.

Die Gemeinde habe sich an ihn gewandt, nachdem der Parkhauszugang vorher „total verschandelt war“, erzählt Thomas, der hauptberuflich Fachangestellter für Metall und Montage ist. Jemand anderes hatte den Bereich unerlaubt mit Graffiti angeschmiert. Der Holzkirchner löschte das ungebetene Gebilde seines Vorgängers aus, grundierte alles und strich die Wand. Dann konnte er selbst loslegen. Die Gemeinde sponserte die Farben und machte eine kleine Aufwandsentschädigung locker. Auch die Gemeindewerke als Eigentümer und Betreiber des Parkhauses gaben grünes Licht für die Kunstaktion.

Rund 40 Stunden hat Thomas in die Betonwände des Häuschens, das ins unterirdische Parkhaus führt, investiert. „Für die filigranen Stellen arbeite ich mit dem Pinsel.“ Ansonsten verwendet er Spraydosen, „cans“ unter Insidern genannt.

„Die Motive waren mit uns abgesprochen“, berichtet Rathaussprecherin Cornelia Weber. Die Entwürfe hatte der Künstler vorab an die Standortförderung geschickt. „Sie sollten einen Bezug zu Holzkirchen haben.“ Im Wesentlichen bilden sie nun Sportplatz, Schule und Batusa in der Nachbarschaft ab.

Das Ergebnis ist gelungen. Zum einen kreierte Thomas einen geometrischen Basketballspieler, weil die Basketballer normalerweise in der derzeit geschlossenen Batusa-Halle nebenan trainieren. Außerdem entwarf er eine kleine Wasser-Oase mit einem Jungen samt Palme, einem Tintenfisch und einem Bullauge. Quasi eine weitgefasste Anspielung auf das Hallenbad. Auch der Sportplatz kommt in seiner Ideenwelt nicht zu kurz. „Es gibt einen Fußballer und eine Beachvolleyballerin in Aktion.“

Wie berichtet, hat Thomas in der Vergangenheit bereits mehrere graue Betonwände und unansehnliche Fleckerl mit Schmierereien in der Gemeinde mit bunten Farben und moderner Street-Art verschönert. „Das sorgt für urbanes Großstadtflair mitten in Holzkirchen“, so die Rathaussprecherin. Zum Beispiel bespielte er die Unterführung am Heidenweg, die seither ein abstraktes Kunstwerk ziert. Dem Trafohäuschen am Bahnhof verpasste er ein industriell anmutendes Gebilde. Heuer arbeitete Thomas zusammen mit ein paar Jugendlichen unter dem Motto „Kunst mit Abstand“ an einer Wand des Gesundheitszentrums Atrium. Immer wieder bindet Thomas junge Menschen in seine Projekte ein. Oft läuft die Zusammenarbeit mit dem Verein Vorbild Jugendlicher Leitbild Mensch rund um den Streetworker Christian Probst.

Auch für eines seiner nächsten Projekte – die Gestaltung der Wand an der Sitzgruppe bei der neuen Jugendfreizeitmeile – sucht der Künstler noch interessierte Jugendliche. Thomas will warten, bis die neuen gemeindlichen Jugendbeauftragten feststehen. „Mit ihnen will ich das Projekt dann organisieren.“ Dem Künstler selbst schwebt ein großer Schriftzug mit der Aufschrift „Holzkirchen“ vor, den man vom Bahnhof aus sieht. „Oder irgendetwas mit Bergen“, meint er. Aber: „Die Kids sollen mitentscheiden, welches Motiv am besten auf das Gelände passt.“

Mehr Infos

rund um den Künstler Sandro Thomas gibt es unter kunstatelier-antik.de

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