Leere Ladenfläche eines ehemaligen Matratzengeschäfts in Tegernseer Straße in Holzkirchen.
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Die Großtagespflege Holzkirchen soll in einem ehemaligen Matratzengeschäft an der Tegernseer Straße unterkommen.

Umbauten sind im Prinzip fertig

Großtagespflege im Anmarsch: Gemeinde will noch heuer die Türen aufsperren

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Umbauten sind schon fertig, einige Punkte stehen noch aus: Wenn es nach der Gemeinde geht, soll die neue Großtagespflege in Holzkirchen noch heuer eröffnen.

Holzkirchen - Es war eine Premiere: 2019 eröffnete in der Gemeinde Fischbachau die erste Großtagespflege im Landkreis Miesbach (wir berichteten). Ein Modell, das sich inzwischen gut etabliert hat, und das landkreisweit Schule machen könnte. Der Charme: Diese Art der Betreuung macht prinzipiell flexiblere Zeiten möglich und ist unkomplizierter bei der Gewinnung von Räumen und Personal, wie das Jugendamt damals gegenüber unserer Zeitung erklärte. So eignen sich – anders als bei herkömmlichen Kitas – auch Privathäuser zur Unterbringung von Kindern.

Auch in Holzkirchen soll es bald eine Großtagespflege geben. Die Gemeinde hat hierfür Räume in der Tegernseer Straße angemietet, wo früher mal ein Matratzengeschäft untergebracht war. Der Start ins neue Kindergartenjahr musste zwar ohne die neue Betreuungseinrichtung vonstattengehen. „Aber wir hoffen, dass wir noch heuer eröffnen können“, sagt Dominik Wendlinger, Kämmerer der Marktgemeinde. „Der Bedarf ist da.“ Es stünden genügend Kinder auf der allgemeinen Warteliste.

Wie berichtet, stimmte das Landratsamt bereits in der Vergangenheit einer Umwandlung des ehemaligen Geschäfts in eine Großtagespflege zu. Auch eine entsprechende Zweckvereinbarung zwischen Gemeinde und Landkreis ist längst unterschrieben.

Die Kommune hat laut Wendlinger die Räume an der Tegernseer Straße von privat gemietet. Und sie ließ das Gebäude in Absprache mit dem Landratsamt umbauen. Brandschutz, Sanitäranlagen und der rückwärtige Garten waren hauptsächlich von den Veränderungen betroffen. „Von baulicher Seite her ist alles fertig“, sagt der Kämmerer. Es gibt fortan einen großen Gruppenraum, einen abgetrennten Schlafraum, eine Küche, WCs und einen Wickelbereich. Bislang fielen für die Umbauten rund 10 000 Euro an, erklärt Wendlinger. Eine ähnliche Summe würden die Möbel verschlingen, die die Gemeinde bestelle. In verschiedenen Größen – weil die Altersstufen gemischt sind. Denn in der Großtagespflege kommen Kinder aus den Bereichen Krippe, Kindergarten, Hausaufgabenbetreuung und Hort unter.

Maximal zehn Kinder kann die Einrichtung aufnehmen. Der Landkreis habe ein Zugriffsrecht auf fünf Plätze. Etwa bei Notfällen, „wenn anderswo eine Tagesmutter länger krank wird“, erklärt Wendlinger. Bekanntlich liegt die Kindertagespflege durch Tagesmütter nicht in kommunaler Hand, sondern im Zuständigkeitsbereich des Jugendamts. Erst wenn der Landkreis die Plätze tatsächlich beansprucht, bezahle er anteilig Miete und andere laufende Kosten, erklärt Wendlinger. Den Umbau trage der Kreis zu 50 Prozent mit, die Endabrechnung liege aber noch nicht vor, so der Kämmerer.

Die Marktgemeinde habe eine Ausschreibung gemacht, um einen Träger für die neue Einrichtung zu finden. Man befinde sich in konkreten Gesprächen mit einer Person, die sich auf den Aufruf gemeldet hatte. Diese Person würde dann eine Firma gründen und die Trägerschaft übernehmen – ähnlich dem Prinzip der Kinderland GmbH. Für die klassischen und großen Träger sei die neue Einrichtung eine Nummer zu klein, erklärt Wendlinger. Für die Holzkirchner Großtagespflege seien zwei Betreuer nötig. Tagesmütter, Kinderpfleger oder Erzieher kommen für die Stellen in Frage. „Es gibt schon Bewerber.“

Weitere Details rund um das Thema Großtagespflege gibt die Marktgemeinde laut Kämmerer Wendlinger in einer ihrer nächsten Sitzungen bekannt.

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