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Prominenter Gast: Beim Heimatabend am Samstag besuchte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann das Föchinger Festzelt.

1200 Jahrfeier

Heimatabend und Festsonntag: So lief das Föchinger Jubiläumswochenende

1200 Jahre Zusammenhalt und Miteinander: Das haben die Föchinger mit einem Jubiläumswochenende gefeiert. Wie der Heimatabend und der Festsonntag abliefen, erfahren Sie hier. 

Föching – So gedeiht ein Dorf über mehr als 1200 Jahre hinweg: Wie Menschen erfolgreich zusammenhalten und zusammenhelfen, bewiesen die Föchinger einmal mehr mit den Höhepunkten ihrer Jubiläumswoche. Am Samstag gestalteten sie einen Heimatabend im besten Sinn mit Auftritten des örtlichen Trachtenvereins d’Abergler, der obendrein sein 110-Jähriges feiert, und hochkarätigen Volksmusik-Gästen aus der Umgebung. Gestern folgte der Festsonntag mit Ausklang im Festzelt.

Besondere Ehre: Den Festgottesdienst zelebrierten (vorne ab 2.v.l.) Weihbischof Wolfgang Bischof und Pfarrer Gottfried Doll, Leiter des Pfarrverbands Holzkirchen-Warngau.

Wer beim Heimatabend im Festzelt nicht organisierte, bediente oder mitwirkte, verfolgte als Gast, was gute Nachbarschaft, Liebe zu Traditionen und Engagement auf die Beine zu stellen vermögen. Auch der Ehrengast des Abends, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, zeigte sich in seinem Grußwort beeindruckt „von der Vielfalt und diesem Miteinander“ der Menschen, „die sich hier noch von Angesicht zu Angesicht begegnen“. Schon die Jubiläumsausstellung in der Turnhalle hatte Herrmann bestaunt. Nicht nur die Dorfgemeinschaft, ehemalige Ortsteile und die Pfarrei St. Johann Baptist mit ihrer Marien-Wallfahrt waren an diesem Föching-Panorama beteiligt. Auch Bauernverband, Waldbesitzer und die Marktgemeinde Holzkirchen führten dem Innenminister vor, dass Föching sehr viel mehr ist als die relativ jungen Ausstellungsteilnehmer Autobahnmeisterei und Autobahnpolizei. Eine Ahnung davon hatte Herrmann schon beim Spatenstich für den Ausbau der Bundesstraße 318 bekommen, als Abergler-Vorstand Richard Reimann ihn zum Doppeljubiläum 1200 Jahre Föching und 110 Jahre Trachtenverein eingeladen hatte. Der Innenminister dankte den vielen Ehrenamtlichen bei Feuerwehren und anderen Rettungsdiensten zu deren Einsatz im Allgemeinen und für die Flüchtlinge im Besonderen, ehe er zu einem Viertelstündchen Wahlkampf überging.

Einmarsch: Beim Kirchenzug am Sonntagmorgen trotzten die Vereine dem Regen.

Beim Bayerischen Defiliermarsch vor seinem Auftritt durfte der Ehrengast noch sitzen bleiben, denn zu den schneidigen Klängen der Blaskapelle Hartpenning drehten sich erst einmal die Föchinger Kinderplattler in beschwingtem Tanz auf der kleinen Bühne. Natürlich folgten weitere viel beklatschte Auftritte im Wechsel mit Sängern und Instrumentalisten. So steuerten der wunderbare Haushamer Bergwachtgsang und die Geschwister Schabmair mit Christina und Hans Wiesholzer als Begleitung verschmitzte und besinnliche Gsangl und Jodler über die Liab auf der Alm, das jagerische Leben oder die Wechselfälle des Daseins bei. Die Sunnsaitn Stubnmusi wartete mit schwungvollen Landlern, einem gemütlichen Walzer und wiegender Tanzmusik auf, dass es in den Füßen juckte. Kernig und kraftvoll spielten die Hartpenninger Bläser schneidige Märsche und zünftige Polkas, begleiteten aber auch einfühlsam und sauber den Ehrtanz der Holzkirchner Plattler und die Plattlergruppe Föching. Höhepunkte des abwechslungsreichen Programms, durch das Reimann launig führte, waren die Auftritte der Gmunder Goaßlschnalzer, die trotz des geringen Spielraums nach oben perfekt im Takt der Musik ihre Peitschen knallen ließen. Nach dem offiziellen Teil mussten die Hartpenninger noch lange aufspielen.

Von den Jüngsten bis zu den Ältesten: Das ganze Dorf war zum Fest auf den Beinen, wie dieser Bub in der Messe.

Obwohl es am Vorabend für einige sehr spät geworden war, schien am Sonntag kaum einer Kirchenzug und Festgottesdienst verpassen zu wollen. Die festlich dekorierte Föchinger Pfarrkirche St. Johann Baptist war bestens besucht. Kein Wunder, schließlich haben die Föchinger ein geistliches Schwergewicht für die Predigt gewinnen können: Wolfgang Bischof, der vor fast 25 Jahren als Kaplan in Föching war und inzwischen Weihbischof in der Erzdiözese München und Freising ist. Da trübte auch das schlechte Wetter nicht die Stimmung: „Wer Sonne im Herzen hat, der kann auch mit ein bisschen Regen draußen leben“, sagte Bischof. Das bewiesen die Teilnehmer anschließend beim Festzug durch den Ort.

Bei seinen Nachforschungen zum Jahr 817, merkte Bischof launig an, sei er ein bisschen enttäuscht gewesen. Kaiser Ludwig der Fromme wurde von Kaiser Lothar abgelöst, auf Papst Stephan folgte Papst Paschalis. „Da sagen wir: ja und? Ganz normal.“ Schließlich sei er aber doch auf etwas Bedeutendes gestoßen: die Erwähnung Föchings.

Im Zentrum von Bischofs Predigt stand das Miteinander. Es sei einander anzusehen und nicht übereinander, sondern miteinander zu reden. „Wenn das gelingt, dann werden in 1200 Jahren wieder Menschen miteinander feiern. Allerdings aller Voraussicht nach nicht wir.“

Das Miteinander thematisierte auch Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis in seinem Grußwort, das er stellvertretend für die geplanten Grußworte von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan, Landrat Wolfgang Rzehak und Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker spontan zur Festrede ausweitete: „Es ist eine Bereicherung für Holzkirchen, dass es Föching gibt. Nicht nur wegen des neuen Gewerbegebiets.“

Gudula Beyse

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